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Fortuna Düsseldorf
Kramer: "Die erste Garde muss sich Gedanken machen"

Testspiel: Fortuna - FK Pribram
Testspiel: Fortuna - FK Pribram FOTO: Christof Wolff
Maria Alm. Die Düsseldorfer verlieren ihr erstes Testspiel in Österreich gegen den tschechischen Erstligisten FK Pribram. Alle Gegentore fallen in der ersten halben Stunde. Kevin Akpoguma verschießt einen Elfmeter. Von Thomas Schulze

Blitze zucken, Donner krachen, es schüttet vom Himmel, die Berge sind in Wolken verhüllt und vier, fünf tapfere Helfer versuchen mit Schneeschiebern, den Rasen von den Wassermassen zu befreien. Da werden unweigerlich Erinnerungen an die Wasserschlacht zwischen Deutschland und Polen (1:0) bei der Weltmeisterschaft 1974 in Frankfurt wach. Doch diese widrigen Bedingungen waren nicht der Grund für die glatte 0:3 (0:3)-Niederlage gegen den FK Pribram. Vielmehr erwies sich die Fortuna in der ersten Halbzeit als schläfrig, während die Tschechen deutlich wacher und bissiger waren. "Die erste Halbzeit war ganz schwach, da muss man sich fragen, weshalb", meinte Trainer Frank Kramer. "Nach der Pause haben wir das Spiel angenommen, dann war das auch recht ordentlich." Kramer scheute sich auch nicht, diejenigen, die vom Papier her Stammspieler sind, deutlich zu kritisieren: "Die erste Garde muss sich Gedanken machen, sonst schnappt sich ein anderer den Platz. Die Tür steht sperrangelweit offen."

Am Morgen hatte die Mannschaft noch 90 Minuten trainiert, am Nachmittag ging es dann ins 45 Minuten entfernte Uttendorf, wo das erste Testspiel in Österreich anstand. Der 1. FK Pribram hatte bereits 48 Stunden zuvor einen Test gegen Fortunas Zweitligarivalen Karlsruhe absolviert. Den hatte der tschechische Erstligist, der 1996 aus einer Fusion des FC Pribram mit FK Dukla Prag entstand, 0:1 verloren.

Das Wetter hielt die Fortuna-Fans nicht davon ab, die Mannschaften mit neun Bengalos zu begrüßen und würdigten mit einem Transparent "Marita - für immer die gute Seele" die Mannschaftsbetreuerin Marita Spengler, die in Kürze in Rente geht.

Fortuna Düsseldorf im Trainingslager in Maria Alm: Tag zwei FOTO: Christof Wolff

Nicht einmal zwei Minuten waren gespielt, als es für Fortuna auch die erste spielerische kalte Dusche gab. Julian Schauerte verhinderte die Hereingabe nicht, in der Mitte stand der tschechische Stürmer blank und schoss flach zum 0:1 ein. Fortuna drängte auf den Ausgleich. Joel Pohjanpalo und Sercan Sararer kamen wenigstens in Tornähe, doch ein Konter in der 25. Minute machte die Hoffnungen zunichte. Julian Schauerte ließ sich tunneln, die Flanke fand erneut einen Abnehmer, weil Kapitän Adam Bodzek nicht nah genug am Mann war und den Kopfballtreffer nicht verhinderte. Bodzek sah kurz danach wieder schlecht aus, als er zunächst über den Ball trat und dann den Gegenspieler foulte. Als die Tschechen den Freistoß wunderbar direkt verwandelten, drohte den Düsseldorfern gar ein Debakel - 0:3 nach nur einer halben Stunde.

Nach dem Wechsel steigerte sich Fortuna. Adam Bodzek durfte oder musste als einziger Akteur 90 Minuten auf dem Feld bleiben. Er rückte aber in der zweiten Halbzeit aus der Viererkette auf die Sechser-Position vor. Die Mannschaft stand in der Abwehr nun deutlich stabiler, woran Christian Strohdiek seinen Anteil hatte.

Van Duinen bringt Schwung in den Angriff

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Aber die gesamte Mannschaft, die nun auf dem Feld war, wirkte weitaus wacher und agiler. Vor allem Mike van Duinen sorgte im Angriff für Schwung. Der 24 Jahre alte Niederländer trat selbstbewusst auf und suchte seine Chance. Ein Schuss aus 20 Metern ging nur knapp über die Latte.

Auch Kevin Akpoguma belebte das Spiel. Der U20-Nationalspieler übernahm auch die Verantwortung, als der Unparteiische nach einem Foul im Getümmel nach einem Eckball auf den ominösen Punkt deutete. Das von der TSG Hoffenheim ausgeliehene Talent legte sich den Ball zurecht, doch parierte der Torhüter den zu unplatziert geschossenen Ball.

Schrecksekunde in der 76. Minute, als Christian Gartner liegen lieb. Mannschaftsarzt Ulf Blecker sah sich den Knöchel an und gab Entwarnung, so dass der österreichische Mittelfeldspieler weitermachen konnte.

Die Niederlage der Fortuna war aufgrund der schwachen ersten Halbzeit verdient. "Aus den Spielen, in denen wir uns eine blutige Nase holen, können wir am meisten lernen", fand Trainer Frank Kramer aber doch noch einen positiven Aspekt.

Quelle: RP
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