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Fortuna Düsseldorf
Geknickt, aber kämpferisch

Fortuna Düsseldorf: Frank Kramer ist geknickt, aber kämpferisch
Fortuna Düsseldorfs Coach Frank Kramer. FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorfs Klatsche gegen den 1. FC Nürnberg hat Spuren beim angezählten Trainer Frank Kramer hinterlassen. Er wirkte auf der Pressekonferenz zum Spiel gegen Greuther Fürth angeschlagen – aber auch kämpferisch. "Es geht über die Emotionalität", sagt der Coach und hofft auf ein Comeback. Von Christoffer Kleindienst

Die Niederlage gegen Nürnberg tat Kramer weh. Das war schon kurz nach der Partie offensichtlich, ganz klar wurde es aber am Donnerstag. 40 Stunden hatte der Chefcoach der Fortuna Zeit, die Klatsche zu verdauen. So richtig schien es ihm aber noch nicht gelungen zu sein: Bei der Pressekonferenz war er gewohnt höflich, ja – aber nicht so kommunikativ wie sonst. Gerade einmal elf Minuten dauerte sie. "Es geht Schlag auf Schlag. Man hat nicht lang Zeit, nachzudenken. Das ist der Vorteil an dieser Situation", fing er passend an. 

Drei Siege in 14 Pflichtspielen, das ist seine bisher magere Ausbeute bei der Fortuna. Derzeit ist es kaum vorstellbar, dass vor der Saison Aufbruchstimmung, sogar Eurphorie herrschte. Mittlerweile reden die Fans vermehrt von einem drohenden Abstieg in die 3. Liga. Lösungvorschläge werden nun von Kramer erwartet, eine undankbare Situation für den 43-Jährigen. Er versucht es immerhin: "Man muss das jetzt als Chance sehen. Mit einem Sieg kann man das Team wieder in ein anderes Licht rücken."

Hoffen auf Bellinghausen

Dabei helfen soll eine gehörige Portion Emotionalität. "Es geht über die Emotionalität, die Mentalität muss auf den Platz. Das ist es", fordert der Coach. Die Taktik würde er ja seit Monaten schon predigen, da könne man in der kurzen Zeit zwischen Pokal- und Ligaspiel nur Nuancen ändern. Den bestmöglichen Spieler für solch eine Vorgabe hat er ja auch in seinen Reihen, nun muss der nur noch fit sein: Axel Bellinghausen. "Es ist eine besondere Situation, die besondere Maßnahmen erfordert. Also warum nicht. Er ist eine Option." Der Linksfuß hatte sich vor einigen Wochen einen Muskelfaserriss zugezogen, mittrainieren konnte er immerhin schon wieder.

So gut wie sicher sind die Startelf-Comebacks von anderen Leistungsträgern. "Klar, es wird sich was ändern. Karim Haggui steht ja wieder zur Verfügung. Auch die angeschlagenen Spieler wie Julian Koch, Sercan Sararer oder Didier Ya Konan", klärt Kramer auf. Selbst Mathis Bolly konnte wieder am Training teilnehmen. 

Personalprobleme wären auch das Letzte, was der Trainer nun gebrauchen könnte. Das Wort "Endspiel" wollte zwar keiner in den Mund nehmen, allerdings fühlt sich alles danach an. "Ich kenne mich mit den Mechanismen aus. Ich beschäftige mich mit den Dingen, die ich in der Hand habe. Und das ist die Arbeit mit der Mannschaft auf dem Platz", sagt Kramer lediglich. "Man muss sagen, dass man so ein Gesicht wie in Nürnberg ja vorher nicht gesehen hat. Es kommt darauf an, wie sich das Team morgen gegen Fürth präsentiert," ließ Rachid Azzouzi schon ein wenig mehr durchblicken. Allerdings fügte er noch hinzu: "Ich bin mir aber sicher, dass diese Mannschaft das schafft."

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