| 15.16 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Kramer setzt auf sieben Neue

Bilder: Fortunas Abschlusstraining vor Fürth
Bilder: Fortunas Abschlusstraining vor Fürth FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Beim Spiel von Fortuna Düsseldorf gegen Greuther Fürth geht es auch um Trainer Frank Kramer. Er krempelt das Team am frühen Freitagabend völlig um. Von Bernd Jolitz

Worte gab es genug in den vergangenen Tagen. Von Frank Kramer ohnehin, denn Fortuna Düsseldorfs Cheftrainer musste ja in der kurzen Zeit nach der atemberaubend schlechten Vorstellung beim 1:5 in Nürnberg irgendwie versuchen, die Profis des Fußball-Zweitligisten wieder aufs richtige Gleis zu stellen. Aber auch Rachid Azzouzi redete der Mannschaft, die sich wehr- und leidenschaftslos in das Pokal-Aus ergeben hatte, ausführlich ins Gewissen.

"Es gibt Momente, in denen die Ansprache eines Sportdirektors von Nutzen sein kann", berichtet Azzouzi. "Nach dem Spiel habe ich im Hotel, in Absprache mit dem Trainerteam, das Wort ergriffen. Dabei habe ich klar gemacht, was wir für die Zukunft erwarten - und in Sachen Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig gelassen." Die Situation lässt den Verantwortlichen keine Alternativen. Vor dem heutigen Gastspiel (18.30 Uhr) der SpVgg Greuther Fürth ist Fortuna Drittletzter, hat in zwölf Ligaspielen nur neun Punkte geholt und im Pokal eine der schlimmsten Darbietungen der jüngeren Vereinsgeschichte gezeigt.

Wenigstens die Einsicht ist da. "Wir müssen endlich aufwachen und sehen, was die Stunde geschlagen hat", sagt Abwehrspieler Julian Schauerte. "Wir stecken tief im Abstiegskampf, haben in Nürnberg keinen Kampf und keine Leidenschaft gezeigt. Warum das so war, kann keiner von uns erklären. Wichtig ist jetzt ohnehin nur, dass wir gegen Fürth völlig anders auftreten."

Video: Jolitz: "Fortuna muss ein ganz anderes Gesicht zeigen"

Azzouzi ist überzeugt davon, dass der Mannschaft das gelingt, Kramer ebenso. "Die Spieler haben eingesehen, dass es überhaupt nicht geht, was sie da abgeliefert haben", sagt der Trainer. "Die harte Kritik hat sie getroffen, aber sie nehmen sie auch an." Letztlich weiß er jedoch, dass die schwer enttäuschten Fans keine Worte mehr hören wollen: Entschuldigen kann sich die Mannschaft nur durch Taten, und deshalb setzt Kramer ganz auf die Karte Emotion. "An der Taktik arbeiten wir über Monate", erklärt der 43-Jährige, "binnen zwei Tagen geht es nur über Emotionalität. Die Spieler müssen die Chance sehen, einiges wieder geradezurücken."

Die Rückkehr Axel Bellinghausens nach vierwöchiger Verletzungspause kommt da gerade recht. "Axel steht für Leidenschaft, und er kennt sich aus mit solch kritischen Situationen", versichert Kramer. Deshalb scheint sicher, dass das Düsseldorfer Urgestein ebenso wie Michael Rensing, Karim Haggui, Julian Koch, Sercan Sararer, Didier Ya Konan und Mathis Bolly, die in Nürnberg aus unterschiedlichen Gründen nicht von Beginn an aufliefen, sein Comeback in der Startelf feiert.

Fürther schätzen Kramer

Dass heute auch seine persönliche Zukunft auf dem Spiel steht, schiebt Kramer weit von sich. "Es geht für mich nur um das, was ich mit der Mannschaft erarbeiten kann", betont er. "Mit anderen Szenarien befasse ich mich keine Sekunde." Der Coach kann zumindest darauf zählen, dass die Klubführung ihn am liebsten behalten würde, da eine Entlassung Kramers mehr wäre als nur die Trennung von einem Trainer: Es wäre das Scheitern einer Gesamtkonzeption, Fortuna müsste ganz von vorn anfangen. Verhindern kann das nur die Mannschaft: durch Taten auf dem Platz.

Fortuna: Rensing - Schauerte, Bodzek, Haggui, Bellinghausen - Koch, Fink - Bolly, Demirbay, Sararer - Ya Konan. Live-Ticker heute ab 18.30 Uhr bei www.rp-online.de/fortuna

Quelle: RP
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