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Fortuna Düsseldorf
Kramer: "Wir müssen präziser im Abschluss werden"

Einzelkritik: Rensing, Liendl, Koch und Sararer überzeugen
Einzelkritik: Rensing, Liendl, Koch und Sararer überzeugen FOTO: dpa, lus jai
Berlin. Zwei Minuten vor Schluss sichert Didier Ya Konan Fortuna Düsseldorf das 1:1 zum Zweitliga-Auftakt bei Union Berlin. Die Fortuna-Verantwortlichen zeigten sich fast durchweg zufrieden. Frank Kramer übte aber auch Kritik.  Von Bernd Jolitz

Zwei Minuten stehen im Stadion an der Alten Försterei noch auf der Uhr. Zweitligist Fortuna Düsseldorf liegt bei Union Berlin 0:1 zurück, wirft mit dem Mut der Verzweiflung alles nach vorn. Und plötzlich erbebt die Gästetribüne in ihren Grundfesten – Didier Ya Konan schießt den Ball mit links in die lange Ecke. Innerhalb von Sekunden begraben alle Düsseldorfer Spieler und Offiziellen den Torschützen unter sich, und die 1700 mitgereisten Fans wären am liebsten auch noch obendrauf gesprungen.

Fortuna nimmt mit dem 1:1 einen Punkt mit – und Sportdirektor Rachid Azzouzi zieht ein positives Fazit: "Wir sind nach dem Rückstand zurückgekommen, der Punkt ist mehr als verdient. Darauf können wir aufbauen." Trainer Frank Kramer dagegen kommentiert zwiespältig: "Richtig zufrieden kann man nicht sein, wenn man einige gut herausgespielte Chancen liegenlässt. Wir müssen präziser im Abschluss werden."

Fotos: Union Berlin - Fortuna FOTO: dpa, lus jai

Mangelnde Risikobereitschaft konnte Kramer wirklich niemand unterstellen. In Didier Ya Konan und Joel Pohjanpalo bot der Düsseldorfer Coach zwei echte Spitzen auf, dahinter in Mathis Bolly, Michael Liendl und Sercan Sararer drei Mittelfeldspieler, die sehr offensiv ausgerichtet sind – der 43-Jährige hatte seiner Truppe eindeutig das Motto "Flucht nach vorn" verordnet. Und das bei einem Gegner, der zumindest im eigenen Stadion an der Alten Försterei für seinen forschen und aggressiven Stil bekannt ist. "Ganz schön mutig", befand Fortunas Finanzvorstand Paul Jäger kurz vor Spielbeginn auf der Tribüne, freilich mit anerkennendem Kopfnicken. "Ich bin sehr gespannt."

Mutig war die Personalwahl Kramers aber auch noch aus zwei anderen Gründen. Zum einen hatte Sararer das Abschlusstraining noch leicht verschnupft verpasst. Zudem verbannte Kramer den Kapitän der Vorsaison, Adam Bodzek, wie erwartet ebenso auf die Reservebank wie Publikumsliebling Axel Bellinghausen, nominierte Bodzeks früheren Stellvertreter Oliver Fink sogar nicht einmal für den 18er-Kader. Alle drei hatten sich nichts zuschulden kommen lassen, doch der neue Cheftrainer dokumentierte mit seiner Entscheidung, dass frühere Verdienste für ihn nichts mehr zählen, dass er nicht davor zurückschreckt, alte Zöpfe abzuschneiden.

Den Spielern auf dem Platz gelang das mit den alten Zöpfen allerdings noch nicht sofort, denn bevor sie sich so recht in die Partie hineingefunden hatten, lagen sie schon in Rückstand - wie so häufig in der Vorsaison. Christian Strohdiek pennte nach einer Freistoßflanke, und Benjamin Kessel machte per Kopf das 1:0. "Das Spiel ist für uns blöd angefangen, aber wir haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen und weitergemacht. Man hat uns angemerkt, dass wir nicht ohne Punkte nach Hause fahren wollten - wir wollten einfach unbedingt den Ausgleich erzielen", sagte Sararer nach der Partie. Bis zur Pause gab es zwar mehrmals die Chance zum Ausgleich, doch entweder Fortuna standen eigene Unzulänglichkeiten im Weg oder solche des Schiedsrichters.

Schiedsrichter Perl verweigert Fortuna klaren Elfmeter FOTO: dpa, lus jai

Für Ersteres sorgten Karim Haggui, der am leeren Tor vorbeiköpfte, sowie Schlafmützigkeiten von Pohjanpalo und Bolly beim Abschluss, für Zweiteres der ganz schwache Günter Perl, der Kessels Handspiel und damit einen klaren Strafstoß für die Gäste übersah (42.). Nicht sein einziger Fehler, wie Azzouzi erkannt hatte: "Das waren ein ganz klarer und ein 75-prozentiger Elfer, zudem zwei weitere, über die man diskutieren konnte", sagte der 44-Jährige.

 

Die Gäste zogen ihre Schlüsse aus dem Rückstand, machten nach einer kurzen Anlaufphase richtig Druck und verdienten sich so den Ausgleich. "Ich bin der Mannschaft dankbar dafür", erklärte Strohdiek. "Das 0:1 ging schließlich ganz klar auf meine Kappe." Immerhin war auch der Innenverteidiger mit einer deutlichen Leistungssteigerung an der Wende beteiligt. "Das ist endlich wieder Fußball, den wir hier gezeigt haben", fasste hingegen Paul Jäger zusammen. Kein Widerspruch.

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Quelle: RP
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