| 15.15 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Alles begann mit einem Spektakel gegen Lautern

Fortunen bejubeln Heimerfolg gegen Kaiserslautern
Fortunen bejubeln Heimerfolg gegen Kaiserslautern FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Das erste Spiel von Friedhelm Funkel als Fortuna-Trainer war ein irrer Schlagabtausch. Die Düsseldorfer besiegten im März 2016 Kaiserslautern mit 4:3. Am Montag treffen beide Klubs wieder aufeinander. In der Zwischenzeit hat sich viel verändert. Von Jan Dobrick

Es gibt vermutlich nicht viele Spiele aus der jüngeren Vergangenheit, an die sich Düsseldorfer Fans gerne erinnern. Die Begegnung mit dem 1. FC Kaiserslautern am 27. Spieltag der vergangenen Saison dürfte so eine Partie sein. Fortuna trudelte dem Abstieg entgegen, hatte vier Spiele in Folge verloren. Dann kam Funkel nach Düsseldorf, kurz darauf der FCK – und es gab wieder neue Hoffnung.

Seitdem hat sich einiges getan. Fortuna ist nicht abgestiegen. Bei den "Roten Teufeln" sitzt nicht mehr Konrad Fünfstück, sondern Tayfun Korkut auf der Trainerbank. Und auch die Gesichter der Mannschaften haben sich verändert.

Funkel setzte erst auf Routine, dann auf die Verjüngungskur

Funkel verjüngte sein Team in der Sommerpause. Bei seinem Debüt gegen Kaiserslautern wählte er einen anderen Weg, um den angeknockten Zweitligisten zu stabilisieren. Er setzte auf Routine: Mit Adam Bodzek, OIiver Fink, Axel Bellinghausen, Karim Haggui, Alexander Madlung und Michael Rensing in der Startelf hob Funkel den Altersdurchschnitt auf 29. Mittlerweile hat er ihn – legt man die Aufstellungen gegen Stuttgart und Rostock zugrunde – auf 27,8 gesenkt. Die Zahl wird noch ein bisschen kleiner, wenn Funkel wechselt.

Beim Schlagabtausch in der Esprit-Arena bewies Funkel, der selbst von 1980 bis 1983 für Lautern spielte, am 19. März ein goldenes Händchen. Er brachte nach 68 Minuten Kerem Demirbay für Adam Bodzek. Und der mit elf Saison-Treffern erfolgreichste Goalgetter der Rheinländer brauchte nur 70 Sekunden, um die Begegnung mit einem Linksschuss zum 4:3 zu entscheiden. Am Montag muss ein anderer vollenden. Leihgabe Demirbay kehrte zurück zum Hamburger SV, bevor der ihn an die TSG 1899 Hoffenheim verkaufte.

Für die Tore gegen Kaiserslautern müssen andere sorgen

Mit Charis Mavrias, der bereits nach 30 Sekunden das 1:0 erzielte, und Nikola Djurdjic haben zwei weitere Torschützen von damals die Landeshauptstadt verlassen. Doch die Fortuna hat andere, die den Job machen können: Rouwen Hennings, Ihlas Bebou, Emmanuel Iyoha, Maecky Ngombo oder Kemal Rüzgar etwa. Bebou übernahm gegen den VfB Stuttgart Verantwortung, als er sich den Ball schnappte und per Foulelfmeter zum Sieg traf. Hennings soll den Fortuna-Bossen zufolge der Angreifer sein, der 15 Tore knipst. Und Rüzgar hat beim Testspiel in Willich gezeigt, dass er sogar sechs Treffer in einem Spiel erzielen kann.

Bei der Fortuna haben sich allerdings nicht nur ein paar Namen auf dem Papier geändert. Auch die Stimmung im Team ist eine andere. Den Druck des Gewinnenmüssens, den gibt es nach dem guten Saisonstart gerade nicht. Frustrierend sind nur die verletzungsbedingten Ausfälle: Unsicher ist beispielsweise, ob Madlung, dem beim 4:3 in der vergangenen Rückrunde ein Eigentor unterlief, dabei sein kann. Der Innenverteidiger hat hartnäckige Rückenprobleme. Funkel ist "skeptisch".

In Kaiserslautern spielt es sich derzeit nicht so befreit Fußball wie in Düsseldorf: Zum Liga-Auftakt gab es eine 0:4-Heimklatsche gegen Hannover 96, danach ein mageres 1:1 bei Aufsteiger Würzburger Kickers. Zu allem Überfluss warf der klassentiefere Hallesche FC den Zweitligisten aus dem Pokal – mit 4:3 nach Verlängerung. Korkut dürfte also schon ein wenig gestresst sein.

Die "Roten Teufel" haben sich mit zwei Ex-Hamburgern verstärkt

Immerhin sechs Spieler, die damals für den FCK aufliefen, gehören mittlerweile nicht mehr zum Kader. Verteidiger Jean Zimmer, Torschütze zum 3:3, wechselte nach Stuttgart. André Fomitschow, Antonio Colak, Ruben Jenssen, Jon Dadi Bödvarsson verließen die Pfalz ebenfalls. Manfred Osei Kwadwo wurde verliehen. Auch der Torwart ist ein anderer. André Weis kam ablösefrei von Absteiger FSV Frankfurt und ist in Lautern die neue Nummer eins. Mit Mittelstürmer Jacques Zoua und Linksaußen Zoltan Stieber wechselten zwei ehemalige Hamburger zum Korkut-Team, das aus Mainz zudem Mittelfeldspieler Christoph Moritz holte.

Fast alles ist anders, kann man also sagen, wenn die Fortuna am Montag auf Kaiserslautern trifft. Das heißt aber natürlich nicht, dass die Partie nicht wieder so enden kann, wie vor fünf Monaten. Was außerdem Mut macht: Fortuna hat nur eins von insgesamt acht Zweitliga-Spielen gegen den FCK verloren.

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