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Fortuna Düsseldorf
Funkel, der Veränderer

Die Bilanz der Fortuna-Trainer seit 2003
Die Bilanz der Fortuna-Trainer seit 2003 FOTO: dpa, bt gfh
Düsseldorf. Zu den beiden Umstellungen im defensiven Mittelfeld war der Fortuna-Trainer beim 1:1 gegen den FC St. Pauli gezwungen. Doch er veränderte die Elf auf drei weiteren Positionen - mit Erfolg. Von Thomas Schulze

Friedhelm Funkel ist 62 Jahre alt. In dem Alter hält manch einer an lieb Gewonnenem fest. Veränderungen sind da nicht an der Tagesordnung. Das hatte der Trainer zu Beginn seiner Amtszeit in Düsseldorf durchblicken lassen und auch so gehalten. So hatte der Coach vor dem Spiel in Bielefeld den Wunsch von Sercan Sararer, nach der Verletzung in der Startformation zu stehen, geradezu entrüstet zurückgewiesen: "Dann müsste ich die Elf ja auf zwei Positionen ändern."

 

Dass Funkel, der seinen Spielern gerne Sicherheit gibt, dennoch veränderungsbereit ist, dokumentierte er gestern gegen den FC St. Pauli. Da nahm er nicht nur die zwei Änderungen vor, die zwingend notwendig geworden waren, weil Adam Bodzek aufgrund seiner fünften gelben Karte gesperrt war und Oliver Fink wegen einer Leistenverletzung fehlte. Sondern Funkel veränderte die Mannschaft nach der schwachen Leistung in Fürth (1:3) auch in der Abwehr und im Angriff.

Im Mittelfeld schenkte Funkel den beiden Youngstern Marcel Sobottka (21 Jahre) und Christian Gartner (22) das Vertrauen. Sie brachten natürlich nicht die Erfahrung auf den Platz wie die beiden Sechser Bodzek (30) und Fink (33). Aber sie waren von Beginn an mit viel Herzblut dabei. "Ich bin heiß und gebe mein Bestes", hatte Sobottka gesagt. Dass das keine Worthülsen waren, wurde spätestens nach zehn Minuten deutlich, als sich Sobottka in einen Schuss des Hamburgers Marc Rzatkowski warf und so die Gefahr bannte.

Während diese beiden quasi erzwungenen Umstellungen wenig überraschend waren, sorgte Funkel mit gleich drei weiteren Änderungen für echte Paukenschläge: Alexander Madlung für Karim Haggui, Axel Bellinghausen für Sercan Sararer und Joel Pohjanpalo für Nikola Djurdjic. Alle drei Wechsel waren durchaus begründet. Der Einsatz von Pohjanpalo im Angriff war der vielleicht geringste Knalleffekt, denn der Finne ist eine Alternative und hatte durchaus eine Chance verdient, zumal Djurdjic zuletzt das Glück im Abschluss fehlte.

"Die Niederlage geht auf meine Kappe", hatte Axel Bellinghausen in Fürth geklagt. Funkel rückte das Schuldbekenntnis direkt zurecht: "Es lag gewiss nicht an ihm allein." Doch damit nicht genug. Er hielt für den defensivschwachen Blondschopf eine andere Aufgabe parat. Weil er auf dessen kämpferische Qualitäten und mitreißende Spielweise nicht verzichten wollte, bot er ihn im linken Mittelfeld auf.

Schließlich änderte Funkel die Viererkette, in der Kevin Akpoguma überzeugt hatte. Karim Haggui, der gegen Leipzig und in Fürth alles andere als auf der Höhe war, setzte er auf die Bank - den Routinier, seinen Kapitän. Alexander Madlung, zuletzt angeschlagen, übernahm die Aufgabe. Das war eine überaus mutige, aber richtige Entscheidung. Am Ende wurden all die Veränderungen mit einem Punkt belohnt.

Quelle: RP
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