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Fortuna Düsseldorf
Funkel kann mit Saisonstart leben – mit dem Rasen aber nicht

Fotos: Friedhelm Funkel – Rekord-Aufstiegstrainer aus Neuss
Fotos: Friedhelm Funkel – Rekord-Aufstiegstrainer aus Neuss FOTO: dpa, Rolf Vennenbernd
Düsseldorf. Der Rasen macht schlapp, das Gegentor fällt durch einen dummen Fehler und zudem leistet sich Alex Madlung beim 1:1 gegen den Karlsruher SC einen Ellbogencheck - nun droht eine Sperre. Von Bernd Jolitz

Statistik muss im Fußball nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Fortuna Düsseldorf verbuchte im Zweitligaspiel gegen den Karlsruher SC 10:9 Torschüsse, 58:42 Prozent Ballbesitz, 79:69 Prozent angekommener Pässe, 17:7 Flanken und 6:1 Ecken. Dennoch musste die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel am Ende froh sein, mit dem 1:1 einen Punkt in der Landeshauptstadt behalten zu haben. Denn nur der große Tag von Torhüter Michael Rensing, der drei Riesenchancen des KSC durch Bjarne Thoelke, Jimmy Hoffer und Grischa Prömel entschärfte, bewahrte Fortuna vor einer Niederlage.

Funkel hatte das Ergebnis schneller verdaut als manch anderer. "Ich habe nach dem Schlusspfiff einige enttäuschte Gesichter gesehen", sagte der Coach. "Das kann ich absolut nicht verstehen. Wir sind absolut im Soll, und der KSC ist eine gute Mannschaft. Es braucht Zeit, mit unseren jungen Leuten eine richtige Truppe aufzubauen, und diese Zeit nehmen wir uns."

Mit der ersten Hälfte, in der Fortuna durch einen Treffer von Rouwen Hennings 1:0 führte, durfte der 62-Jährige auch zufrieden sein. Nach dem schnellen Ausgleich durch Florian Kamberi verloren die Gastgeber jedoch den Faden. "Wir hatten keine zwingenden Chancen mehr", sagte Rensing, und der erneut überzeugende Innenverteidiger Kevin Akpoguma ergänzte: "Wir haben nicht mehr geduldig genug gespielt, nur noch versucht, die Bälle immer gleich wieder lang nach vorn zu bringen."

Für Funkel hatte dieses Fehlverhalten auch mit dem Rasen zu tun. "Ich habe mich bislang noch nie über den Boden beklagt", sagte der Trainer. "Aber dieser hier ist einfach eine Katastrophe. Er wurde in der zweiten Hälfte immer seifiger, da ist Kombinationsfußball schwierig." Daher schrieb er der Arena-Betreibergesellschaft ins Stammbuch: "Der Rasen soll ja erst im November erneuert werde, aber vielleicht überlegt man sich das noch mal. Jetzt in der Länderspielpause wäre doch Zeit dafür." Dem Vernehmen nach wird nun zeitnah über ein neues Geläuf gesprochen.

Doch unabhängig davon, ob das nächste Heimspiel gegen Bielefeld am 21. Oktober nochmals auf derselben grünen Schlammgrube oder tatsächlich wieder auf Rasen ausgetragen wird: Alex Madlung wird dann wahrscheinlich nicht dabeisein. Der in den jüngsten Spielen so zuverlässige Innenverteidiger, der gegen den KSC ohnehin nicht seinen besten Tag erwischt hatt, leistete sich in der Schlussphase einen Ellbogencheck gegen den Karlsruher Franck Kom. Der Schlag entging zwar Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus, dafür fingen ihn die Fernsehkameras bestens ein. Daher muss Madlung mit einer Sperre von zwei bis drei Spielen rechnen.

Angesichts der Länderspielpause zog Funkel ein kleines Fazit: "Hundertprozentig zufrieden bin ich mit unserer bisherigen Ausbeute nicht, aber zehn Punkte aus acht Spielen sind ein befriedigender Start." Dies umso mehr, als er von seinen Schützlingen eine noch deutlich stärkere zweite Saisonhälfte erwartet. "Arianit Ferati hat gegen Karlsruhe erstmals von Anfang an gespielt, Özkan Yildirim ist nach langer Verletzungspause und nahezu ohne Spielpraxis gerade erst zurück, Kaan Ayhan muss sich ebenfalls an die Wettkampfhärte von vielen Spielen über 90 Minuten gewöhnen", erklärte der Coach. "Wir brauchen Geduld mit diesen jungen Spielern, denn sie werden erst in der Rückrunde bei 100 Prozent sein." Vielleicht werden bis dahin ja auch die Standards besser - sie sind derzeit Fortunas größte Schwäche.

Quelle: RP
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