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| 11.42 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Funkel nimmt das ganze Team mit

2. Bundesliga 2017/18: Die Aufstellungen und Tore von Fortuna Düsseldorf
2. Bundesliga 2017/18: Die Aufstellungen und Tore von Fortuna Düsseldorf FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Alle Spieler bei Laune zu halten, ist nicht einfach – auch nicht für den derzeit erfolgsverwöhnten Tabellenführer der 2. Bundesliga. Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel schafft das, indem er die Breite seines Kaders nutzt. Die neue Flexibilität ist das Erfolgsgeheimnis.  Von Jan Dobrick

Friedhelm Funkel hatte es vor dem Spiel gegen Union Berlin angekündigt: "Um zu bestehen, müssen wir 100 Prozent unserer Leistungsstärke abrufen – und flexibel spielen", sagte der 63-Jährige. Gesagt, getan. Fortunas Trainer schickte ein 4-1-4-1-System (zuvor 3-5-2 oder 4-4-2) auf den Platz, das 3:2 gewann. Die Flügel besetzte er doppelt. Für die Düsseldorfer gab es so in der gegnerischen Hälfte schon früh mehr Anspielstationen. Auf den Außen konnten sich die Fortunen freispielen. Benito Raman und Davor Lovren machten ordentlich Alarm.

"Wir müssen schauen, was wir innerhalb der Mannschaft vielleicht auch taktisch verändern können, um den Verlust zu kompensieren", hatte Funkel nach dem Abgang von Leistungsträger Ihlas Bebou nach Hannover gesagt. Er nutzte die Breite seines Kaders, ließ Lovren und Raman erstmals von Anfang an spielen – und konnte dadurch das hohe Tempo im Düsseldorfer Spiel aufrechterhalten, für das zuvor Bebou zuständig gewesen war. Die Fortunen waren auf Angriff eingestellt. Ganz anders als in der vergangenen Saison, in der Funkel mit vielen defensiven Mittelfeldspielern auf Nummer sicher gehen wollte. Vorne half dann ab und an der liebe Gott – oder eben Rouwen Hennings.

Funkel probiert verschiedene Konstellationen aus

Nun ist es wieder Hennings, der Torgefahr ausstrahlt (vier von 14 Toren, Pokal eingerechnet). Aber auch die Kollegen treffen zuverlässig: beispielsweise Marcel Sobottka oder Florian Neuhaus (je drei Tore). In der Liga haben die Rheinländer in fünf Partien elf Treffer erzielt. Nur Aufsteiger Holstein Kiel war mit zwölf Toren noch einen Tick gefährlicher. Im Sturm hat Funkel auch am Sonntag gegen die SpVgg Greuther Fürth (13.30 Uhr/Live-Ticker) die Qual der Wahl: Neben Hennings stehen ihm der kantige Emir Kujovic, der bundesligaerfahrene Havard Nielsen, der schnelle Raman und das vielversprechende Nachwuchstalent Karlo Majic zur Verfügung. Und der Trainer hat keine Scheu, sie in verschiedenen Konstellationen auszuprobieren.

Überhaupt setzte Funkel bislang ungewöhnlich viele Spieler ein: 23 Akteure durften sich in den sechs Spielen schon zeigen. Nur Kenan Kocak, Trainer des SV Sandhausen, toppt diese Zahl mit 25 Profis noch. Im Vergleich zu vergangenen Saison, als gleich mehrere Spieler wie Christian Gartner, Özkan Yildirim oder Marlon Ritter verletzungsbedingt fehlten, können die Fortuna-Verantwortlichen aus dem Vollen schöpfen. Und sie tun es. "Das ist eine tolle Situation, allerdings auch schwierig, weil wir die richtigen Personalentscheidungen treffen müssen", sagte Funkel. Aber bisher hat er sich rein gar nichts vorzuwerfen.

"Ich möchte die Spieler erwähnen, die im Moment hinten dran sind"

Fortuna thront nach dem 5. Spieltag ungeschlagen an der Tabellenspitze der 2. Bundesliga. Im DFB-Pokal haben die Rot-Weißen die zweite Runde erreicht. Funkel hat das mit einer Mannschaft geschafft, die nie zwei Spieltag in Folge in derselben Konstellation aufgetreten ist. Für das Pokalspiel in Bielefeld (3:1 nach Verlängerung) veränderte er sein Team sogar auf fünf Positionen. Gegen Berlin kamen zuletzt drei neue Spieler rein. Es könne immer wieder Startelf-Überraschungen geben, sagte Funkel vor einigen Wochen. Selbst Kapitän Oliver Fink findet sich mal auf der Bank wieder.

Rensing ist wieder am Ball, fällt aber weiter aus FOTO: Falk Janning

"Ich möchte die Spieler erwähnen, die im Moment etwas hinten dran sind – denn wie sie ihre Situation aufnehmen und damit umgehen, ist fantastisch", lobte Funkel nach dem Heimsieg gegen Berlin. Er schweißt die Einheit zusammen: "Diese Spieler tragen unglaublich zu unserem Erfolg bei. Sie haben ganz großen Anteil daran, dass diese Mannschaft im Moment so gut spielt. Und wenn sie spielen, zeigen sie selbst gute Leistungen."

Gemeint waren Robin Bormuth, Julian Schauerte, Jerome Kiesewetter, Axel Bellinghausen oder Gökhan Gül, die in der Rotation kaum oder gar nicht zum Zug kommen. Auch die Talente Anderson Lucoqui, Taylan Duman, Justin Kinjo oder Majic müssen Geduld mitbringen.

Die Frage, ob das Warten den Spielern leichter oder schwerer fällt, weil die Mannschaft erfolgreich ist, lässt sich schwer beantworten. Was ihnen Mut machen dürfte, ist die Tatsache, dass der flexible Funkel fleißig rotiert, die Saison lang und die Verletzungsgefahr hoch ist. Ihre Zeit wird kommen, da können sich Bormuth und Co. sicher sein. Vielleicht ja schon in Fürth.

 
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