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Fortuna Düsseldorf
Funkel - der richtige Mann zur richtigen Zeit

Fotos: Friedhelm Funkel – Rekord-Aufstiegstrainer aus Neuss
Fotos: Friedhelm Funkel – Rekord-Aufstiegstrainer aus Neuss FOTO: dpa, Rolf Vennenbernd
Düsseldorf. Friedhelm Funkel wird seinen Vertrag bei Zweitligist Fortuna in Kürze verlängern. Es ist die einzig richtige Entscheidung, weil Verein und Chefcoach bestens harmonieren. Von Bernd Jolitz

Friedhelm Funkel ist keiner, der Verträge aussitzt. Wenn er einen Trainerjob annimmt, dann muss alles passen: Er muss sich wohl fühlen, er muss Vertrauen spüren, die Arbeit mit der Mannschaft muss konstruktiv sein. Deshalb hat der heute 62Jährige in seiner Karriere stets nur Ein-Jahres-Verträge geschlossen. "Das ist das Beste für mich und das Fairste dem Verein gegenüber", sagt Fortunas Cheftrainer. "Das habe ich immer so gehalten, und das werde ich jetzt ganz sicher nicht ändern. Ich brauche keine Absicherung durch langfristige Verträge."

Deshalb wird auch der neue Kontrakt, den Funkel in den nächsten Tagen mit dem Fußball-Zweitligisten abschließen wird, nur bis zum 30. Juni 2018 dotiert sein. "Dann kann man sich immer wieder aufs Neue unterhalten, ob man noch Lust hat, gemeinsam weiterzuarbeiten", betont er. So ist er, der gebürtige Neusser: Sein Sinn für Gerechtigkeit ist ebenso ausgeprägt wie seine Ehrlichkeit. Gerangel oder gar ein Rechtsstreit um ausstehende Gehälter oder Abfindungen passen nicht in sein Weltbild.

Wie lange seine Zeit in Düsseldorf insgesamt sein wird, weiß zur Stunde niemand. Fest steht indes, dass Friedhelm Funkel der richtige Mann zur richtigen Zeit ist. In der schwierigen Zeit nach dem Bundesliga-Abstieg taumelte Fortuna durch das Chaos unterschiedlicher Trainer-Konzepte und enormer Fluktuation im Kader. Bis Funkel kam und auf Werte setzte, die eine Rückkehr in die Erfolgsspur bedeuteten: Teamgeist, Leidenschaft, Verlässlichkeit, Stabilität, Realismus.

Funkel hat den Fußball nicht neu erfunden bei Fortuna. Aber er hat einer völlig verunsicherten Mannschaft, die er mit einem Kraftakt vor dem Abstieg in die Drittklassigkeit gerettet hatte, endlich wieder vermittelt, worum es selbst im Zeitalter der Laptop-Trainer und der unerträglichen Floskeln von vertikalem Spiel, Gegenpressing und Packing noch immer eigentlich geht. Dass ein Spieler den Fehler des anderen ausbügelt. Dass sich jeder im Kader auf den anderen verlassen können muss. Und dass man schon so gut wie verloren hat, wenn man meint, mit halber Lunge zum Erfolg kommen zu können.

Von den Namen her war Fortuna in der Vorsaison besser besetzt als in diesem Jahr, teurer war der Kader damals ohnehin. Funkel aber hat im Zusammenspiel mit seinem guten Freund und Co-Trainer Peter Hermann sowie der Klubführung eine echte Mannschaft geformt. Dazu war auch die Trennung von einigen Profis erforderlich, denen er nicht zutraute, den neuen Weg mitzugehen. Im Gegenzug stärkte er beinahe ausgemusterten Routiniers wie Oliver Fink, Axel Bellinghausen und Adam Bodzek den Rücken, verlieh ihnen wieder die Führungsrollen, für die sie wegen ihres einwandfreien Charakters bestens geeignet sind.

Das alles ist kein Hexenwerk. Es ist die Rückbesinnung auf die grundlegenden Dinge im Fußball, und nichts hat die taumelnde Fortuna dringender gebraucht, als Funkel kam. Die Mannschaft ist bereits deutlich stabiler geworden, weil jeder für den anderen kämpft. Aber sie ist noch lange nicht fertig mit ihrer Entwicklung. Sie braucht Friedhelm Funkel immer noch. Und deshalb ist es die einzig richtige Entscheidung, seinen Vertrag zu verlängern.

Quelle: RP
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