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| 19.25 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Funkel überrascht mit Zimmer, Kujovic und Co.

Reaktionen: "Wir hätten den Sack früher zumachen können"
Reaktionen: "Wir hätten den Sack früher zumachen können"
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf hat Arminia Bielefeld aus dem Pokal geschossen. Und das, obwohl Trainer Friedhelm Funkel einige Leistungsträger auf die Bank setzte. Der 63-Jährige bewies auf der Alm ein glückliches Händchen. Von Jan Dobrick

Jean Zimmer ist erst seit Mittwoch in Düsseldorf. In der Zeit ist viel passiert. Der Verteidiger trainierte am Donnerstag erstmals mit, durfte im Pokal gleich von Beginn an ran und feierte dann auch noch den ersten Sieg mit der Fortuna. "Es ist schön, total kaputt zu sein und ein Spiel gewonnen zu haben", sagte der 23-Jährige nach einem aufregenden Pokalabend: "Die ganze Mannschaft hat hart daran gearbeitet, in die zweite Runde zu kommen." Das kann man nicht bestreiten.

Doch es war nicht dieselbe Mannschaft, die in der Liga mit 2:0 in Aue gewonnen hatte. Funkel baute um. Rouwen Hennings, eigentlich Fortuna-Stürmer Nummer eins, saß zunächst auf der Bank. Für ihn durfte Emir Kujovic ran. Außerdem auf dem Feld: Der junge Anderson Lucoqui, der den rotgesperrten Lukas Schmitz auf der linken Seite ersetzte. Florian Neuhaus feierte im zentralen Mittelfeld sein Startelf-Debüt, dazu spielte Zimmer. Funkel wagte – und er gewann.

Einige Fortunen nutzen ihre Chance

Sein Vorteil: Er hat viele Positionen doppelt besetzt – und das nahezu gleichwertig. Durch die Rotation hält er alle Spieler bei Laune. Er kitzelt aus den Düsseldorfern bessere Leistungen heraus. Schließlich wollten Zimmer, Neuhaus, Kujovic und Lucoqui die Bühne DFB-Pokal nutzen, um sich zu präsentieren. Und das gelang ihnen.

"Fortuna ist auf einem guten Weg"

Zimmer überzeugte vor allem im ersten Durchgang mit Dynamik und guten Flanken. "Dass ich für 90 Minuten fit bin, wusste ich", sagte die Leihgabe aus Stuttgart. Neuhaus dirigierte das Spiel, brachte kluge Pässen an den Mann und machte nur wenige Fehler. Youngster Lucoqui hätte beinahe nach zwei Minuten schon ein Tor aufgelegt, als Ihlas Bebou an seinem Zuspiel nur knapp vorbeirutschte. Und Kujovic stand häufig richtig. Nur das Glück im Abschluss fehlte der schwedischen Sturmkante noch.

Bielefeld-Trainer Jeff Saibene hatte am Samstagabend ein anderes Motto: Never change a winning team. Es stand genau dieselbe Mannschaft auf dem Rasen, die zuletzt mit 2:1 in Fürth gewonnen hatte. Die Arminia spielte ebenfalls mit zwei Spitzen: ein 4-4-2-System. Die Ostwestfalen leisteten sich jedoch hinten zu viele individuelle Patzer. 

Bielefeld kann sich beim Torwart bedanken

"Mit der 1:0-Führung hatten wir die Partie gut im Griff und haben wenig zugelassen. Dann bringen wir die Fortuna mit zwei Fehlern zurück ins Spiel. Danach haben wir Räume preisgegeben. Es ist ärgerlich, dass wir uns heute selbst bestraft haben", sagte Saibene, der sich bei seinem Torhüter Stefan Ortega bedanken konnte, dass es am Ende nicht peinlich wurde.

Hennings schnürt Doppelpack gegen Bielefeld FOTO: dpa, frg

Funkel hatte nicht nur die Aufstellung, sondern auch das Spielsystem geändert. Aus dem 4-4-2 in Aue wurde ein 3-5-2. Die Düsseldorfer kreierten im Mittelfeld Überzahlsituationen – und spielten diese immer besser aus, je länger die Begegnung dauerte. Zudem wechselte Funkel zum richtigen Zeitpunkt. Bereits nach gut einer Stunde brachte Fortunas Chefcoach mit Rouwen Hennings und dem 18 Jahre alten Davor Lovren frische Kräfte. Hennings dankte es dem 63-Jährigen mit einem Doppelpack.

Das Pokalspiel in Bielefeld war das beste Beispiel dafür, wie flexibel die Fortuna mittlerweile spielen kann. Funkel hat mit der Aufstellung etwas riskiert, Mut bewiesen – und am Ende recht behalten.

 
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