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Fortuna Düsseldorf
Funkel unterschreibt am Montag

Fotos: Friedhelm Funkel – Rekord-Aufstiegstrainer aus Neuss
Fotos: Friedhelm Funkel – Rekord-Aufstiegstrainer aus Neuss FOTO: dpa, Rolf Vennenbernd
Sandhausen. Nach dem 0:1 beim SV Sandhausen trennt sich der Zweitligist nach nicht einmal drei Monaten Amtszeit von Trainer Marco Kurz. Zeitnah soll ein Nachfolger präsentiert werden – mit Friedhelm Funkel sind alle Details geklärt, der 62-Jährige unterschreibt am Montag seinen Vertrag. Von Bernd Jolitz

Die Wortspiele um seinen Familiennamen waren von Anfang an nicht witzig, doch jetzt haben sie erneut Hochkonjunktur. Erst am 23. Dezember hatte Marco Kurz das Amt als Trainer des Zweitligisten Fortuna Düsseldorf angenommen, am 13. März musste er seinen Arbeitsplatz wieder räumen. Nur 81 Tage als Chefcoach - wie bitter ist das für den 46-Jährigen, der vor seinem Engagement bei Fortuna mehr als zwei Jahre arbeitslos war und der zuvor in Hoffenheim und Ingolstadt jeweils nur rund drei Monate hatte wirken dürfen.

 

"Die Leistungen der Mannschaft in den letzten Partien und die Niederlage in Sandhausen lassen keine andere Entscheidung zu", teilte Fortunas kommissarischer Vorsitzende Paul Jäger mit. "Wir konnten nicht erkennen, dass es ein Aufbäumen gegen den Abstieg gibt." Sportdirektor Rachid Azzouzi schloss sich an: "Es geht nur darum, die Fortuna zu retten, den Abstieg zu verhindern. Daher haben wir die Entscheidung getroffen, Marco Kurz von seinen Aufgaben als Cheftrainer zu entbinden. Die Maßnahme soll der Mannschaft in unserer schwierigen Situation den nötigen Impuls zu geben."

Zeitnah, so heißt es in einer Mitteilung des Vereins, soll nun ein Nachfolger benannt werden, bereits der vierte Trainer in dieser völlig missratenen Saison nach Frank Kramer, Interimscoach Peter Hermann und Kurz. Nach Informationen unserer Redaktion wird der neue Mann Friedhelm Funkel heißen. Der alte Fuchs, der als Spezialist in Sachen Bundesliga-Aufstieg gilt, soll nun versuchen, die Düsseldorfer vor dem Absturz in die Dritte Liga zu bewahren. Der 62-Jährige ist der erklärte Favorit von Teilen des Aufsichtsrats und dem Vernehmen nach auch vom künftigen Vorstandsvorsitzenden Robert Schäfer. Der Noch-Geschäftsführer des Drittliga-Spitzenreiters Dynamo Dresden tritt sein Amt bei Fortuna erst in einigen Wochen an – an der Trainerentscheidung ist er jedoch bereits beteiligt. Funkel wird am Montag seinen Vertrag unterschreiben.

Der Haken an der Sache ist, dass Marco Kurz die geringste Schuld an Fortunas Lage hat, die Jäger zu Recht als "dramatisch" bezeichnete. Das wissen auch die Verantwortlichen, doch acht Spieltage vor Schluss geht es nicht mehr um Schuldfragen, sondern einzig und allein darum, den letzten Strohhalm im Kampf um den Klassenerhalt zu ergreifen. Kurz hat sein Bestes getan, das wirre Sammelsurium an Spielern, das ihm seine Vorgänger hinterlassen hatten, zu einer Einheit zu formen. Drei Manager, Wolf Werner, Helmut Schulte und Rachid Azzouzi, sowie gleich sieben Trainer haben nach der Trennung vom letzten Erfolgscoach Fortunas, Norbert Meier, ihre Versatzstücke zu diesem Kader geliefert. Jeder mit eigenen Ideen, die am Ende so ganz und gar nicht zusammenpassten.

Das Ergebnis ist eine Mannschaft, die an guten Tagen durchaus zu erstaunlichen Leistungen in der Lage ist, wie beim mitreißenden 1:1 in Bochum oder erst kürzlich beim 2:1-Sieg in Freiburg. Dem Alltagsgeschäft in der Zweiten Liga scheint sie jedoch nicht gewachsen, wie sie am Samstag mit einer ganz schwachen Darbietung beim 0:1 in Sandhausen erneut unter Beweis stellte. Fortuna ist spielerisch in erschreckendem Maße abhängig von Kerem Demirbay und Sercan Sararer, doch beide sind derzeit verletzt und obendrein mental äußerst anfällig. Wenn Sararer mit dem falschen Fuß zuerst aufsteht, ist die ganze Woche gelaufen – mit solchen Typen im Abstiegskampf zu bestehen, ist ein Himmelfahrtskommando.

Von den Namen her dürfte Fortuna niemals so weit unten stehen. Doch Julian Koch, Didier Ya Konan, Lukas Schmitz, Karim Haggui oder Nikola Djurdjic sind Lichtjahre von dem entfernt, was sie einmal ausgemacht hat. Für den neuen Trainer kann es nur darum gehen, die Scherben irgendwie zu kitten und das Gebilde bis Mai zusammenzuhalten. Danach muss Fortuna völlig neu aufbauen. In der Zweiten Liga ebenso wie in der Dritten.

Quelle: RP
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