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Für Fortuna sagt Fink dem FC Bayern ab

Fortuna Düsseldorf: Für Fortuna sagte Oliver Fink dem FC Bayern München ab
Die Koffer gepackt und den Blick Richtung München, doch sein Herz hielt Fink bei der Fortuna. FOTO: Wolff
Düsseldorf. Mittelfeldspieler Oliver Fink sollte in München den Talentschuppen in die dritte Liga führen - doch der 33-Jährige hörte auf sein Herz und verlängerte in Düsseldorf. Auch bei der Fortuna nimmt er künftig eine Führungsrolle ein. Von Bernd Jolitz

Die Freude war groß bei Fortunas Anhängern, als Oliver Fink seinen Vertrag um zwei Jahre verlängerte - das konnte man nicht zuletzt an den sozialen Netzwerken ablesen, die vor positiven Reaktionen aus den Nähten platzten. Viel hätte jedoch nicht gefehlt, und der 33-Jährige wäre bei einem namhaften Konkurrenten gelandet, sogar dem namhaftesten in der deutschen Fußballszene überhaupt. Wie unsere Redaktion erfuhr, hatte sich der FC Bayern München um Fink bemüht.

"Stimmt, die Bayern sind auf mich zugekommen", gibt Fink, darauf angesprochen, lächelnd zu. "Der Plan war, dass ich dort in der zweiten Mannschaft die jungen Talente ein wenig führen sollte. Bayern II soll mittelfristig zurück in die Dritte Liga, um den Sprung für den Nachwuchs nicht zu groß werden zu lassen. Seit Thomas Müller, Holger Badstuber und zuvor Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm hat es ja kein Bayern-Talent mehr in die erste Mannschaft geschafft."

Sogar Uli Hoeneß persönlich sprach mit Fortunas Mittelfeldspieler, die treibende Kraft war jedoch Heiko Vogel, der Trainer der Münchner Zweitvertretung. "Wir hatten ein Supergespräch", berichtet Fink. "Wir waren schon sehr weit, und Herr Hoeneß bot mir schon den Handschlag an, um die Sache zu besiegeln. Da habe ich ihn aber doch darum gebeten, noch eine Nacht drüber schlafen zu dürfen." Eine letztlich entscheidende Bedenkzeit, denn dann trat Fortunas Sportdirektor auf den Plan. "Rachid Azzouzi hat wirklich einen guten Job gemacht", betont der Routinier, was Azzouzi jedoch nicht mehr half. Der Manager hatte an Finks Herz für Fortuna appelliert, das in seinen sieben Jahren am Rhein immer weiter gewachsen ist, und bot ihm einen Zwei-Jahres-Vertrag an.

"Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht", versichert Fink. "Bayern war für mich perspektivisch sehr interessant, da hätte ich später im Verein einiges machen können. Und Heiko Vogel hat sich wirklich sehr um mich bemüht. Aber letztlich ging es dann nach meinem Bauchgefühl." Und das sprach dafür, weiter Fußball für Fortuna zu spielen, nicht zuletzt für deren Fans. "Es war schon eine schöne Geste, dieses Plakat ,Fink muss bleiben' immer wieder aufzuhängen", sagt der gebürtige Oberpfälzer gerührt. "Als ich 2009 kam, hätte ich nie gedacht, so lange in einer Stadt zu bleiben, denn das Fußballleben ist ja schon sehr fluktuativ. Ich dachte mir dann: So viel hast du in den sieben Jahren bei Fortuna anscheinend nicht falsch gemacht."

Vogel habe sich nach Finks Absage beim FC Bayern sehr fair und professionell verhalten, sagt der 33-Jährige. "Er hat mir sogar viel Glück bei Fortuna gewünscht." Die Aufgabe in Düsseldorf unterscheidet sich womöglich gar nicht so sehr von der angedachten an der Isar, denn auch hier wird er in der kommenden Saison ein neu formiertes, junges Team anführen müssen. Bange ist Fink, den Trainer Friedhelm Funkel aus der Edelreservistenrolle zurück ans Schaltpult holte, davor nicht, doch bevor es soweit ist, steht erst einmal Urlaub an. "Zunächst besuche ich einen Kumpel in Bayern, dann geht es mit meiner Freundin nach Kroatien." Verdient hat es sich der Publikumsliebling allemal.

Quelle: RP
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