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Fortuna Düsseldorf
Funkel: "Ich hätte das nicht für viele Vereine gemacht"

Fotos: Funkel als Fortuna-Coach vorgestellt
Fotos: Funkel als Fortuna-Coach vorgestellt FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Paul Jäger ließ die Hosen runter – natürlich nur bildlich. "Ich blicke positiv in die Zukunft. Aber es ist schlecht, wenn ich das sage", gestand der kommissarische Vorstandsvorsitzende von Fortuna Düsseldorf.. "Denn das habe ich auch bei Kramer und Kurz gesagt." Das ist verblüffend ehrlich. Dennoch könnte Jäger diesmal richtig liegen, denn der neue Trainer Friedhelm Funkel hinterließ bei seiner Präsentation einen exzellenten Eindruck. Von Thomas Schulze

Warum tut sich Funkel das an?

"Es geht um Fortuna, es geht um einen großen Verein. Ich hätte das nicht mehr für viele Vereine gemacht", sagt der 62 Jahre alte Trainer, der 320 Bundesligaspiele absolviert und bei 754 Begegnungen als Trainer auf der Bank gesessen hat. "Ich hatte immer eine Beziehung zur Fortuna, zu Dieter Brei, Egon Köhnen, Klaus Allofs. Fortuna war immer in meinem Kopf, aber es kam bisher nie zur Zusammenarbeit. Jetzt darf ich mal, jetzt will ich mal, jetzt will ich mit Fortuna Erfolg haben." Die Aufgabe ist für den gebürtigen Neusser eine besondere Herausforderung: "Eine meiner Töchter ist Fortuna-Fan, ich habe viele Freunde und Bekannte, deren Herz für Fortuna schlägt. Das spornt mich an, den Verein in der zweiten Liga zu halten."

Was stimmt ihn hoffnungsvoll?

"Die Situation ist nicht so einfach. Aber Fortuna steht auch nicht abgeschlagen am Tabellenende. Die Mannschaft ist nicht so schlecht, wie sie in der Tabelle dasteht."

Was will er anders machen?

"Es gibt keine großen Unterschiede, auch nicht zwischen jungen und alten Trainern. In der Theorie sind alle auf der Höhe. Das große Plus der Älteren ist ihr Erfahrungsschatz. Wir wissen genau, wie es geht."

Was sagt er den Spielern?

"Ich hatte eben das erste Gespräch. Ich habe den Spielern gesagt, dass es eine außergewöhnliche Situation ist, wenn in einer Saison der vierte neue Trainer kommt. Aber wir müssen das hinnehmen und es gemeinschaftlich schaffen. Wir müssen eine Einheit werden."

Was erwartet er von den Spielern?

"Dass wir eine Einheit sind und Respekt voreinander haben. Hinzu kommen ganz normale Tugenden, ohne die es im Fußball nicht geht: Leidenschaft, Laufbereitschaft, Einsatzfreude, Kampfgeist. Wenn diese einfachen Dinge da sind, haben die Spieler meine hundertprozentige Unterstützung."

Auf wen setzt der Cheftrainer?

"Auf jeden Spieler, aber auch jeden, der zum Funktionsteam gehört. Dass ich Peter Hermann an meiner Seite habe, ist ein unschätzbarer Vorteil. Als Spieler haben wir uns auf die Hölzer gehauen und anschließend die Hand gereicht. Peter ist nicht mein Co-Trainer, sondern er ist Trainer, ein anerkannter Fachmann, der die Mannschaft kennt."

Wo sieht Funkel seinen Anteil?

"Es liegt am Trainerteam und an mir, den Klassenerhalt zu schaffen. Ich bin felsenfest davon überzeugt, wenn wir als Einheit auftreten. Ich muss an die Spieler rankommen, sie hinter mich bekommen. Sie müssen um ihr Leben rennen. Dass die Köpfe nach einem Fehler runtergehen, kann nicht sein. Jeder darf einen Fehler machen, muss ihn aber wieder gutmachen."

Quelle: RP
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