| 21.10 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Fortuna steht ganz dicht vor dem Klassenerhalt

Fortuna bedankt sich bei den Fans
Fortuna bedankt sich bei den Fans FOTO: dpa, mjh fpt
Düsseldorf. Die Düsseldorfer schlagen Frankfurt 1:0 und haben nun drei Punkte und sechs Tore Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Zum ersten Mal seit langer, langer Zeit ertönt nach dem Schlusspfiff wieder die Hymne, die die Toten Hosen ihrem Lieblingsklub Fortuna Düsseldorf auf den Leib geschrieben haben. "Tage wie diese" dröhnt aus den Lautsprechern, und die Fans schmettern voller Inbrunst mit. 1:0 hat die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel gegen den FSV Frankfurt gewonnen - und dank der Ergebnisse der Konkurrenz bedeutet das fast schon den Klassenerhalt. Drei Punkte und sechs Tore müsste der MSV Duisburg am letzten Spieltag auf die Düsseldorfer aufholen, um diese noch auf den Relegationsplatz herunterzuziehen.

 

Während der Hosen-Song läuft, geht Fortunas Vorstandsvorsitzender Robert Schäfer über den Rasen, drückt jeden Spieler an seine Brust. "Die Mannschaft hat geliefert, so wie wir es eingefordert hatten", sagt Schäfer. "Wir haben einen Riesenschritt gemacht, vielleicht schon einen vorentscheidenden Schritt. Aber der Klassenerhalt ist noch nicht eingetütet." Oliver Fink, einer der Besten an diesem Tag, schlägt in die gleiche Kerbe. "Das Falscheste wäre, jetzt schon loszufeiern", mahnt der Mittelfeldspieler.

Düsseldorf stärkt der Fortuna den Rücken

Mehr als 32.000 Zuschauer gegen einen Gegner, der gewiss nicht zu den zugkräftigsten im deutschen Profifußball gehört: Die Landeshauptstadt demonstrierte nachhaltig, dass sie ihrem Klub den Rücken stärken wollte. Stadion-DJ Marcus "Opa" Haefs schürte diese Grundstimmung dadurch, dass er kurz vor dem Einlaufen beider Teams "Altes Fieber" von den Toten Hosen auflegte, unterstützt durch ein Video mit Jubelszenen aus einer besseren Düsseldorfer Vergangenheit.

Fortuna schien sich von diesem Rückenwind beflügeln zu lassen, holte sich mit einigen gewonnenen Zweikämpfen verdienten Szenenapplaus und donnernde Anfeuerungsrufe ab. Doch dann erlahmte dieser Schwung, und Angst setzte sich in den Fortunen fest. Hinzu kam eine erschreckende Schwäche bei der Ausführung von Standards. Kerem Demirbay riss jeden Eck- und Freistoß an sich, trat die Bälle aber zielsicher dorthin, wo sie keine Gefahr anrichten konnten.

Funkel hatte Regisseur Demirbay als "falsche Neun" aufgeboten, keinen echten Stürmer auf den Platz geschickt. Gegen eine Mannschaft, die ihre jüngsten fünf Ligaspiele allesamt verloren hatte, eine zumindest diskutable Maßnahme. Emmanuel Iyoha und Kemal Rüzgar, in Topform befindliche Torjäger von Fortunas U19- und U23-Nachwuchsteams, hätten mit ihrer Unbekümmertheit das Offensivspiel vielleicht beleben können. Zum Ende des ersten Abschnitts hin gelang das der Funkel-Truppe freilich auch selbst wieder. Axel Bellinghausen und Christian Gartner hatten Chancen auf den Führungstreffer, nutzten sie jedoch nicht. Immerhin aber sandte Fortuna ihrem ohnehin voll auf Unterstützungs-Kurs fahrenden Anhang das Signal, auf Attacke umschalten zu wollen.

Das zahlte sich kurz nach dem Seitenwechsel aus. Bellinghausen schickte Fink zur Grundlinie, und der Routinier ermöglichte Demirbay mit einem herausragenden Zuspiel das 1:0. "Kerem macht das Tor dann überragend", lobte Fink den Kollegen. Was dann folgte, strapazierte die Nerven aufs Äußerste. Charis Mavrias und Demirbay ließen Großchancen aus, der eingewechselte Mathis Bolly trieb dieses Manko auf die Spitze. Gleich dreimal verdaddelte der ivorische Nationalspieler Riesenmöglichkeiten zum 2:0, übersah dabei zweimal einschussbereite Mitspieler.

Am Ende blieb es ein Randaspekt, auch weil der SV Sandhausen Duisburg einen Punkt abknöpfte. "Das kann man gar nicht hoch genug bewerten", betonte Funkel, "dass eine Mannschaft, für die es um nichts mehr geht, sich so reinhaut. Ein großes Dankeschön nach Sandhausen an Alois Schwartz und seine Truppe, das ist einfach toll."

Quelle: RP
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