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Fortuna Düsseldorf
Fortuna gegen Eintracht, ein Duell mit Tradition

Eintracht Braunschweig - Fortuna 5:5
Eintracht Braunschweig - Fortuna 5:5 FOTO: rpo, Falk Janning
Düsseldorf . Fortuna Düsseldorf kann am letzten Spieltag in Braunschweig den Klassenerhalt unter Dach und Fach bringen. In der Vergangenheit lieferten sich die beiden Klubs spektakuläre Duelle. Wir haben einen Blick in die Geschichtsbücher geworfen.  Von Jan Dobrick

5. November 1966: Eintracht Braunschweig – Fortuna Düsseldorf 4:0 (Bundesliga, 12. Spieltag): Im Stadion an der Hamburger Straße sieht die Fortuna kein Land. Hans-Georg "Schorsch" Dulz macht der Gästeabwehr zu schaffen. Der Braunschweiger trifft zum 1:0 und zum 4:0 (30./66.). Am Ende der Saison feiert die Eintracht-Mannschaft von Trainer Helmuth Johannsen überraschend die deutsche Meisterschaft – mit zwei Punkten Vorsprung vor 1860 München. Der Garant für den Erfolg ist die starke Defensive, die nur 27 Tore in 34 Spielen kassiert. Braunschweig feiert einen Bundesliga-Rekord, der erst 1988 von Werder Bremen gebrochen wird. Fortuna-Schreck Dulz gelingen in 32 Partien fünf Tore.

6. Mai 1983: Fortuna Düsseldorf – Eintracht Braunschweig 5:0 (Bundesliga, 30. Spieltag): Fortuna schießt die Gäste in der Saison 1982/83 förmlich aus dem Stadion. Spieler des Spiels: Atli Edvaldsson, der im zweiten Durchgang einen Doppelpack schnürt (52./87.). Exakt einen Monat später gelingt dem Fortuna-Stürmer Historisches: Gegen Eintracht Frankfurt erzielt er als erster isländischer Spieler einen Hattrick in der höchsten deutschen Spielklasse (3./10./36.). In der zweiten Halbzeit gelingen ihm noch die Tore vier und fünf (54./82.) zum 5:1. Damit ist er der erste Ausländer in der Bundesliga, der einen Fünferpack bejubeln darf. Robert Lewandowski setzt in dieser Saison noch einen drauf: Für Bayern München trifft der Pole gegen den VfL Wolfsburg nach seiner Einwechslung fünfmal in 8:59 Minuten.

5. Juni 1994: Fortuna Düsseldorf – Eintracht Braunschweig 2:1 (Aufstiegsrunde 2. Bundesliga, Gruppe 3): Auf dem Weg zum Aufstieg in die 2. Bundesliga räumt die Fortuna unter Trainer Aleksandar Ristić, der viele Jahre Spieler und Trainer in Braunschweig war, die Niedersachsen aus dem Weg. Beim 2:1-Erfolg treffen Richard Cyron (44.) und Rainer Aigner (78.). Schon das Spiel in Braunschweig hatten die Düsseldorfer am 25. Mai mit 1:0 für sich entschieden. In der Gruppe 3 lässt Düsseldorf (5 Siege, 1 Unentschieden) am Ende Braunschweig, Paderborn und Augsburg hinter sich. 1995 folgt der Aufstieg in die Bundesliga.

3. Mai 2002: Fortuna Düsseldorf – Eintracht Braunschweig 2:3 (Regionalliga Nord, 32. Spieltag): Düsseldorf hat die Partie lange Zeit im Griff, führt zur Pause mit 2:0 und behält die Punkte schließlich doch nicht in der Stadt. Der Grund: ein blendend aufgelegter Daniel Teixeira, der den Spielverlauf innerhalb von 25 Minuten auf den Kopf stellt (50./60./75.). Ebenfalls kurios: Der Düsseldorfer Kultstürmer Frank Mayer erzielt nach einem Querschläger in der Eintracht-Abwehr bereits nach 13 Sekunden die Führung für die Hausherren. Doch es hilft nichts. Die Fortuna steigt am Ende als Vorletzter in die viertklassige Oberliga Nordrhein ab.

10. Mai 2009: Eintracht Braunschweig – Fortuna Düsseldorf 5:5 (3. Liga, 35. Spieltag): Wer den Wahnsinn von Braunschweig nicht gesehen hatte, wusste am nächsten Tag nicht, worüber alle reden. Braunschweig und Düsseldorf jagen 14.5000 Zuschauer durch ein Wellenbad der Gefühle. Es fallen zehn Tore. Das erste nach einer Minute, das letzte in der Nachspielzeit – jeweils für die Eintracht. Dazwischen hält Fortuna-Torhüter Michael Melka zwei Elfmeter. Trotzdem liegen die Düsseldorfer, darunter auch Andreas "Lumpi" Lambertz, nach dem Schlusspfiff am Boden, die Hände vor das Gesicht geschlagen. Fortuna verpasst es nämlich durch das Remis, mit dem Tabellenzweiten SC Paderborn gleichzuziehen und die SpVgg Unterhaching vom Relegationsplatz zu verdrängen. Allerdings wird ja bekanntlich kaum etwas so heiß gegessen, wie es gekocht wird: Durch einen 1:0-Erfolg gegen Werder Bremen II macht die Mannschaft von Trainer Norbert Meier am letzten Spieltag den Aufstieg perfekt.

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