Fortuna Düsseldorf - News zu F95
| 18.31 Uhr

Fortuna gegen MSV
Zwei Gewinner der Transferphase

Das sind die Sommer-Zugänge der Fortuna
Das sind die Sommer-Zugänge der Fortuna FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortuna hat im Sommer die Qualität des Kaders gesteigert. Auch darum führen die Düsseldorfer die Zweitliga-Tabelle an. Die Verantwortlichen des MSV Duisburg hatten auf dem Transfermarkt ebenfalls ein glückliches Händchen. Am Montag treffen beide Klubs aufeinander. Von Jan Dobrick

Es gibt wahrscheinlich keine Fortuna-Mitarbeiter, die zuletzt ähnlich oft gelobt wurden wie die Kollegen der Scouting-Abteilung. Hauptgrund für den guten Saisonstart mit 19 Zählern aus acht Partien ist nämlich die gelungene Kader-Zusammenstellung. "Unser Team hat wirklich hervorragend funktioniert", sagte Klub-Boss Robert Schäfer, als die Arbeit getan war. "Chefscout Uwe Klein hat mit Goran Vucic und Christian Weber auf der sportlichen Seite die Dinge eingeleitet, Robert Palikuca und auf der Zielgeraden auch ich haben dann den Verhandlungsteil erledigt."

Die Düsseldorfer hatten das richtige Näschen, etwa bei Florian Neuhaus. Den U21-Nationalspieler konnten die Rot-Weißen aus Mönchengladbach ausleihen. Mittlerweile dürfte Borussia-Manager Max Eberl seine Entscheidung bereuen, denn das Mittelfeldtalent spielt in der 2. Bundesliga groß auf. 

So könnte Fortuna gegen Duisburg spielen

Zehn Spieler holte die Fortuna im Sommer – Rouwen Hennings (nach Leihe fest verpflichtet) und André Hoffmann (Kaufoption gezogen) eingerechnet. Alle spielen eine wichtige Rolle. Hennings ist Top-Torschütze, Hoffmann in der Innenverteidigung gesetzt. Niko Gießelmann, Jean Zimmer und Benito Raman gehören ebenfalls zum Stammpersonal. Takashi Usami, Emir Kujovic, Havard Nielsen, Davor Lovren und Raphael Wolf bekommen regelmäßig Einsatzzeit.

Bormuth: "Wir kommen super miteinander klar"

Trainer Friedhelm Funkel hält seinen 27 Mann starken Kader bei Laune. Vor dem Pauli-Sieg am Samstag führte der 63-Jährige 16 Einzelgespräche. Tenor: "Nur der Teamgeist zählt, jeder muss seine eigenen Interessen im Dienste der Mannschaft zurückstellen." Der Coach hat die Argumente auf seiner Seite, schließlich ist er mit der Rotation erfolgreich. "Die neuen Spieler sind super integriert worden."

Der junge Innenverteidiger Robin Bormuth sagte in der vergangenen Woche: "Es wird immer betont, dass die Mannschaft toll besetzt ist. Auch charakterlich kommen wir alle super miteinander klar. Das merkt man natürlich auch auf dem Platz, dann kann man auch mal fünf Wechsel vornehmen und trotzdem läuft die Maschine wie ein Uhrwerk."

Funkel schnappt sich Usami zum Gespräch FOTO: Falk Janning

Doch nicht nur die Fortuna, auch andere Teams in der 2. Bundesliga haben im Sommer hervorragend gearbeitet: zum Beispiel der MSV Duisburg, mit dem es die Düsseldorfer am Montag (20.30 Uhr/Live-Ticker) in der Esprit-Arena zu tun bekommen. Die "Zebras" mühten sich in der 3. Liga zum Aufstieg. Schnell war klar: Die Mannschaft muss verstärkt werden, will man 2018 im Fahrstuhl nicht gleich wieder nach unten düsen.

Sechs Spieler kamen ablösefrei: Lukas Fröde, Cauly Oliveira Souza, Daniel Davari, Borys Taschtschy, Moritz Stoppelkamp und Gerrit Nauber. Bis auf Torhüter Davari zählen alle Akteure zum Stammpersonal von Trainer Ilia Gruev.

Duisburg bangt um Top-Stürmer Taschtschy

Nauber, aus Lotte verpflichtet, führt die Abwehr. Fröde (von den Würzburger Kickers) zieht im defensiven Mittelfeld die Strippen. Stoppelkamp (vom Karlsruher SC) und Souza (von Fortuna Köln) beackern im 4-4-2-System die Flügel. Und was haben die vier Profis gemeinsam? Genau, alle kamen aus der 3. Liga.

Auch von der Scouting-Abteilung des MSV muss man den Hut ziehen. Sürmer Taschtschy, zuvor in Stuttgart unter Vertrag, erzielte in acht Spielen vier Treffer. Stoppelkamp traf ebenfalls viermal. Kurios: Für elf von zwölf Saisontoren waren die Zugänge verantwortlich.

Nun allerdings die schlechte Nachricht für alle "Zebras": Beim 1:3 gegen Holstein Kiel verletzte sich Taschtschy am rechten Fuß. Die Diagnose: Teilabriss des Außenbandes und eine Kapselverletzung im rechten Sprunggelenk. Sein Einsatz in Düsseldorf ist unwahrscheinlich. "Wir wissen, dass Borys einer ist, der auf die Zähne beißt, aber wir werden auch nichts riskieren", sagte Sportdirektor Ivo Grlic im "Kicker". Verteidiger Nico Klotz hat zudem Adduktorenprobleme. Dafür kann der genesene Fabian Schnellhardt wohl wieder die Schaltzentrale im Mittelfeld besetzen.

MSV gewann zuletzt 1981 in Düsseldorf

Die Duisburger – mit acht Punkte auf Tabellenplatz 14 – sind am Montag (20.30 Uhr/Live-Ticker) der Außenseiter. Vor allem in der Abwehr haben die Gäste Probleme. Im Schnitt kassieren sie zwei Gegentore pro Spiel, schlechter hat nur Schlusslicht Kaiserslautern verteidigt. Fortuna tut also gut daran, sofort in den Angriffsmodus zu schalten. 

"Offensiv sind die Gäste nicht zu unterschätzen, wir müssen konzentriert verteidigen. Nach vorne wollen wir das Spiel so gestalten wie in den vergangenen Wochen", sagte Funkel auf der Pressekonferenz am Freitag.

Die Rot-Weißen haben im Gegensatz zum MSV keine Personalsorgen. Sogar Torwart Michael Rensing, der zuletzt mit einer Rippenverletzung für fünf Spiele ausgefallen war, ist am Mittwoch wieder ins Torwarttraining eingestiegen, fehlte allerdings am Freitag. Flügelspieler Davor Lovren hat seinen grippalen Infekt auskuriert. "Bei Lovren müssen wir am Wochenende schauen, wie es aussieht. Rensing wird noch nicht im Tor stehen", sagte Funkel.

Trotzdem sind alle Voraussetzungen geschaffen, um am Montag eine Serie zu verteidigen. Der letzte MSV-Sieg in Düsseldorf ist immerhin schon 36 Jahre her. Damals war Helmut Schmidt Bundeskanzler, Jupp Derwall Bundestrainer, Prinz Charles und Lady Diana hatten sich gerade verlobt – und Friedhelm Funkel kickte für den 1. FC Kaiserslautern.

 
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