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Fortuna Düsseldorf
Fortuna geht mit Anwalt Kletke gegen Demirbay-Strafe vor

Fortuna Düsseldorf geht mit Anwalt Kletke gegen Demirbay-Strafe vor
Horst Kletke (l.) hatte Fortuna schon im Hertha-Prozess vertreten. FOTO: dpa, Arne Dedert
Düsseldorf. Der DFB wollte offensichtlich ein Zeichen setzen, wie hart er gegen verbale Diskriminierung vorgehen will. Für den Satz "Frauen haben im Fußball nichts verloren", erhielt Fortunas Profi drei Spiele Sperre plus zwei weitere auf Bewährung. Von Bernd Jolitz

Das Urteil des DFB-Sportgerichts hatte Rachid Azzouzi so richtig die Petersilie verhagelt. "Diese Strafe ist unangemessen hoch", sagte Fortunas Sportdirektor sichtlich angefressen. "Fünf Spiele Sperre gegen Kerem Demirbay, davon nur zwei auf Bewährung - da stimmt das Verhältnis nicht. Spieler, die anderen die Beine durchgetreten haben, bekommen zum Teil deutlich niedrigere Strafen. Natürlich haben wir sofort Einspruch eingelegt."

 

Ob dieser jedoch etwas nutzen wird, ist fraglich. Fortunas Mittelfeldspieler hat eben einen ganz schlechten Zeitpunkt dafür erwischt, Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus diesen Satz zu sagen: "Frauen haben im Fußball nichts verloren." Ausgerechnet in einer Phase, in der der DFB besonders plakativ gegen Frauendiskriminierung eintritt. Zwar entschuldigte sich der 22-Jährige sofort nach dem Schlusspfiff, öffentlich, persönlich und noch einmal telefonisch, und Steinhaus nahm die Entschuldigung auch an - doch das genügte dem DFB offensichtlich nicht.

Nach Fortunas Einspruch wird es nun mit großer Sicherheit zu einer mündlichen Verhandlung vor dem Sportgericht kommen. Nicht ganz ohne Risiko, da sich das Strafmaß dabei sogar noch erhöhen könnte. "Dennoch dürfen wir das Urteil nicht hinnehmen", sagte Azzouzi, und der kommissarische Vorsitzende Paul Jäger sieht das ganz genauso: "Die Strafe ist unangemessen. Wir haben unseren Anwalt Horst Kletke eingeschaltet, er leitet alles andere in die Wege." Kletke kennt sich beim DFB aus - er vertrat Fortuna auch in den Prozessen um das Relegationssspiel gegen Hertha BSC im Mai 2012.

"Wir stehen voll hinter Kerem", betont der Sportdirektor. "Er ist ein anständiger Kerl und hat eine gute Erziehung genossen. Es war eine hochemotionale Situation, in der er natürlich falsch reagiert hat. Dafür hat er von uns eine Geldstrafe erhalten, die er sofort klaglos akzeptiert hat, weil er weiß, dass er einen Fehler gemacht hat. Und auch eine kurze Sperre hätte er ebenso wie wir hingenommen - aber nicht drei plus zwei Spiele."

Falls das Urteil Bestand hat, fehlt der Regisseur am Montag gegen Braunschweig (20.15 Uhr, Arena) wegen der Gelb-Roten-Karte, die er beim 2:1-Sieg in Frankfurt sah. Anschließend greifen die drei Spiele Sperre - gegen Union Berlin (12. Dezember), in Paderborn (21. Dezember) und gegen Heidenheim (6. Februar). Erst nach Karneval, Mitte Februar in Freiburg, wäre Demirbay wieder dabei, hätte aber ein ganzes Jahr lang das Damoklesschwert von zwei weiteren Spielen Sperre über sich - so lange dauert die Bewährung. Ein harter Schlag für Fortuna, denn Demirbay ist in Topform.

Quelle: RP
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