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Fortuna Düsseldorf
Fortuna gerät von allen Seiten unter Beschuss

Fortuna Düsseldorf gerät von allen Seiten unter Beschuss
FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorfs anhaltende sportliche Krise drückt immer mehr auf die Stimmung in und um den Verein. Nachdem Ultras und Fangruppierungen vor rund einem Monat vor allen Dingen Interimschef Paul Jäger attackierten, steht nun der Aufsichtsrat unter Beschuss. 

Der Verein kommt einfach nicht zur Ruhe. Sieben Pflichtspiesiege durften die Fortuna-Fans in diesem Jahr nur bejubeln. Bei 31 absolvierten Partien macht das eine Siegquote von 22 Prozent, sprich: nicht einmal jedes vierte Spiel wurde gewonnen. 

Für einen ambitionierten Zweitligisten ist das eine haarsträubende Bilanz, die sich auch auf politische Ebenen auswirkt. Im Oktober bekam Dirk Kall diese Krisenstimmung mit aller Macht ab, der Vorstandsvorsitzende der Fortuna musste aufgrund der anhaltenden Erfolgslosigkeit gehen. Bei den Fans war er weitestgehend unbeliebt, die Verantwortlichen beugten sich dem Druck der Öffentlichkeit.

Wenige Wochen später traf es dann Paul Jäger, der Finanzvorstand übernahm das Amt des Fortuna-Chefs kommissarisch. "Natürlich, wenn ich spüren würde, dass alle neun Aufsichtsräte und die Mitglieder mehrheitlich dafür wären, würde ich den Posten des Vorstandsvorsitzenden übernehmen. Dann würde ich es mir zutrauen und ich würde es auch gut machen", erklärte er unserer Redaktion schon damals. Ultras und diverse Fangruppierungen sprachen sich daraufhin öffentlich gegen Jäger aus. "Der Finanzvorstand Paul Jäger, der seit 26 Jahren in führenden Positionen im Verein tätig ist, hat sich in den letzten Jahren immer weiter von dem entfernt, was Fortuna einmal ausgemacht hat", war in einer öffentlichen Stellungnahme zu lesen.

Fortunen suchen nach Nürnberg-Pleite das Gespräch mit den Fans FOTO: Christof Wolff

Rückendeckung bekommt der Interimsboss nun immerhin in einem öffentlichen Brief von Fortuna-Mitgliedern – dafür gerät der Aufsichtsratchef unter Beschuss. Darin werden diverse Forderungen gestellt, unter anderem: "Der AR (Aufsichtsrat, Anm. d. Red.) stellt schnellstmöglich sicher, dass wieder jemand mit sportlicher Kompetenz und Sachverstand den Vorstand komplettiert!" 

Die Drohung: "Als Vereinsmitglied will und kann ich dem nicht weiter zusehen. Kommt also bis zum Spiel gegen Duisburg am 21.11. keine Bewegung in die Sache, so werde ich für mich meine Rechte als Mitglied nach §12 Abs. 2 wahrnehmen und die anderen Mitglieder zur Unterstützung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung aufrufen." Zehn Prozent der Mitglieder sind dafür nötig, derzeit zählt die Fortuna insgesamt rund 22.000.

Ob dieser Antrag durchgehen wird ist fraglich. Zwar wurde er in der Facebook-Gruppe "Lumpis Erbe: Für Verbesserungen bei Fortuna Düsseldorf" veröffentlicht, die über 4000 Mitglieder zählt. Allerdings wurde der offene Brief selber bisher nur 213 Mal mit "Gefällt mir" markiert. Dennoch wird die Fortuna realisieren, dass die Unruhe rund um den Verein immer mehr wächst. Sportlicher Erfolg würde deeskalierend wirken, derzeit scheint das aber eine Mammutaufgabe zu sein.

(cfk)
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