| 14.49 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Fortuna gewinnt irres Sieben-Tore-Spektakel

Fortuna - 1. FC Kaiserslautern
Fortuna - 1. FC Kaiserslautern FOTO: dpa, bt gfh
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf hat einen wichtigen Heimsieg im Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern gefeiert. Und was für einen! Das Team bot bei der Premiere von Trainer Friedhelm Funkel ein echtes Offensivspektakel und gewann 4:3 (3:1).  Von Christoffer Kleindienst

Und wieder war neue Hoffnung geboren. Fortuna präsentierte am Dienstagmittag den vierten Trainer der Saison und passend zur derzeitigen Krisensituation gab der Coach eine klare Marschroute an: "Wir müssen Leidenschaft zeigen", erklärte der 62-Jährige. Mit der Startelf bleib er seiner Aussage zumindest personell treu, er setzte auf erfahrene und leidenschaftliche Spieler. Adam Bodzek (30 Jahre alt) wurde von der Tribüne in die Startelf geholt, seine routinierten Kollegen Oliver Fink (33) und Axel Bellinghausen (32) waren dort auch zu finden. Zusammen mit Karim Haggui (32), Alexander Madlung (33) und Michael Rensing (31) wurde der Altersdurchschnitt dadurch auf knackige 29 Jahre angehoben. 

 

Das Alter war den Profis aber nicht anzumerken – ganz im Gegenteil. Die Fortuna begann furios: Mit dem ersten Angriff brachte sie die Gäste schon mächtig in Verlegenheit, Bodzek scheiterte mit einem Kopfball an Keeper Zlatan Alomerovic, Charis Mavrias staubte per Kopf zum frühen 1:0 ab. Zu dieser Zeit waren erst 30 Sekunden gespielt, allerdings hätte der Treffer nicht zählen dürfen. Der Grieche stand beim Kopfball Bodzeks hinter dem Torwart und somit im Abseits. 

Den Düsseldorfern war es natürlich egal, den Pfälzern aber auch. In der 6. Minute versuchte es Daniel Halfar mit einer Flanke aus dem Halbfeld, Julian Schauerte befand sich im Tiefschlaf und bemerkte nicht, dass sich Marcel Gaus hinter seinem Rücken wegstahl – der Ex-Fortune traf aus kurzer Distanz zum Ausgleich. Die Fortuna zeigte in der Folge wieder altbekannte Fehler: So unterlief Madlung ein dicker Patzer im Spielaufbau, Jon Dadi Bödvarsson nutzte die Risenchance aber nicht, sein leichtfertig vergebener Lupfer ging Zentimeter am Pfosten vorbei (13.). Die Gastgeber fanden erst nach gut einer Viertelstunde wieder in die Partie zurück. Wieder war es Bodzek, der mit einem Volleyschuss aus 20 Metern für Gefahr sorgte (17.). Allerdings blieben Highlights in der Folge aus, beide Mannschaften spielten sich Mitte der ersten Halbzeit keine Chancen mehr heraus.

Fortunen bejubeln Heimerfolg gegen Kaiserslautern FOTO: Falk Janning

Zum Ende der ersten Hälfte nahm dann aber das Tempo wieder zu, und wie: Zunächst wurde Nikola Djurdjic nach einer feinen Kombination über Bellinghausen und Mavrias der erneute Führungstreffer zu unrecht aufgrund einer angeblichen Abseitsposition aberkannt (37.). Dann lud die FCK-Defensive aber Fink zum 2:1 ein, der Sechser staubte nach einer Flanke mutterseelenallein zum 2:1 ab (39.). Vier Minuten später kam es aber noch besser für die Fortunen. Djurdjic musste nach einem Konter aus rund 30 Metern nur noch das leere Tor treffen – Keeper Alomerovic hatte aus unerklärlichen Gründen seinen Kasten verlassen. 

Die Partie startete nach der Pause ähnlich unterhaltsam, sowohl die Gäste (47.) als auch die Fortunen in Person von Bellinghausen (51.) erspielten sich Tormöglichkeiten. Allerdings nahm sich die Partie dann mal wieder eine Auszeit, um wenig später wieder mit einer ganzen Ladung an Ausrufezeichen zurückzukommen: Nach einer Ecke bekamen die Gastgeber den Ball nicht aus der Gefahrenzone, letztlich lenkte Madlung eine scharfe Hereingabe in das eigene Tor – damit stand es nur noch 3:2 (60.).

Beide Teams bemühten sich auch in der Folge nicht um mehr Kompaktheit in der Defensive und so schrammte Mavrias mit einem Schlenzer aus 20 Metern nur wenige Minuten später knapp am 4:2 vorbei. Die Gäste machten es hingegen besser: Bei einem Freistoß aus ähnlicher  Entfernung ließ Jean Zimmer Rensing keinerlei Chance, das Spielgerät schlug in der linken, unteren Ecke ein (65.). War es das? Noch lange nicht! Kerem Demirbay, Sekunden zuvor für Bodzek eingewechselt, schoss nach einer Flanke Bellinghausens sträflich alleingelassen zum 4:3 ein (70.).

Dann die Überraschung: Es passierte in den restlichen 20 Minuten fast gar nichts mehr. Die Fortuna hatte zwar noch die ein oder andere gute Kontermöglichkeit, etwas Zählbares sprang dabei aber nicht mehr heraus. Die Gäste konnten hingegen keinen Druck aufbauen und mussten somit der schwachen Defensivleistung Tribut zollen.

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