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Fortuna Düsseldorf
Fortuna gibt Stuttgart Rätsel auf

Bodzek trainiert wieder mit
Bodzek trainiert wieder mit FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Am Freitag um 20.30 Uhr gastiert der große Aufstiegsfavorit VfB in der Arena. Trainer Friedhelm Funkel lässt sich nicht in die Karten schauen, für welche Alternative im Angriff er sich entscheidet. Von Bernd Jolitz

Friedhelm Funkel verrät gern, wie er Fortunas mit Spannung erwartete Heimpremiere gegen den VfB Stuttgart (20.30 Uhr, Live-Ticker) atmosphärisch angeht. "Wir fahren wieder ins Hotel nach Krefeld, trainieren am Vormittag in Bockum, verbringen die Zeit mit Gesprächen und fahren dann gemeinsam in die Arena", berichtet der Cheftrainer. Alles wie gehabt, seit der 62-Jährige seinen Dienst in Düsseldorf angetreten und seinen Auftrag "Klassenerhalt" erfüllt hat.

Was Funkel nicht verrät, sind seine Pläne, wie er die Abwehr des großen Aufstiegsfavoriten aus Schwaben aushebeln will. "Wir spielen immer mit schnellen Angreifern", sagt der Coach. "Ob es aber dieselben seien werden wie beim 2:2 in Sandhausen oder zwei, drei andere, das weiß ich selbst noch nicht. Darüber werde ich mit mit meinem Kollegen Peter Hermann noch ganz schön den Kopf zerbrechen."

Hintergrund ist, dass Fortunas Offensive in Sandhausen trotz der Steigerung nach der Pause noch viel Luft nach oben hatte. Dem 18-jährigen Emmanuel Iyoha, der lange als einzige Spitze agierte, ist da der geringste Vorwurf zu machen. Er zahlte gegen die SVS-Innenverteidiger Daniel Gordon und Tim Kister zwar Lehrgeld, wurde aber von seinen Kollegen auch oft im Stich gelassen. "Das ist für Emma schon eine neue Erfahrung", sagt Funkel. "In der Jugend war immer er der körperlich Starke, war er derjenige, der die Gegenspieler beiseite gedrängt hat. Jetzt kommen zwei 1,96-Meter-Ochsen, da sieht alles anders aus."

Für Funkel, der ohnehin viel von Iyoha hält, kein Grund, den Stab über das große Talent zu brechen. Dennoch ist es gut möglich, dass der Coach heute seine Offensive durcheinanderwirbelt. Zum Beispiel durch den Einsatz von Marlon Ritter, der beim Endspurt in Sandhausen auf sich aufmerksam machte. Falls der Ex-Gladbacher im offensiven Mittelfeld spielt, könnte Ihlas Bebou eine Position nach vorn ins Angriffszentrum rücken.

Eine weitere Alternative wäre, wie in der Schlussphase im Hardtwaldstadion Ngombo anstelle Iyohas aufzubieten. Der junge Belgier gefiel durch seine Wucht und mutige Antritte, strahlte aber wie Iyoha noch nicht genügend Torgefahr aus. Ritter und Mgombo gemeinsam wird Funkel allerdings kaum bringen - dagegen spricht seine häufig wiederholte Ansicht, dass "unsere neuen Jungs sehr vielversprechend sind, aber noch Zeit brauchen".

Deshalb wird sich auch Jerome Kiesewetter noch gedulden müssen. "Ich glaube nicht daran, dass es ein Allheilmittel ist, Profis gegen ihre ehemaligen Klubs unbedingt spielen zu lassen", betont Funkel auf entsprechende Anfrage. "Natürlich ist Jerome gegen den VfB top-motiviert, aber so etwas kann leicht in Übermotivation umschlagen."

Wichtiger als das Personal ist für den Trainer die richtige Spielweise. "Wir haben in der Vorsaison gegen Leipzig, einen ähnlich hohen Favoriten, 45 Minuten lang gezeigt, wie man gegen solche Topteams spielen kann", erinnert er sich. "Da gaben wir uns selbst Anschauungsunterricht für Stuttgart. Aber wir brauchen einen richtig guten Tag, wenn wir dem VfB Paroli bieten wollen." Widerspruch erntet er damit nicht.

Quelle: RP
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