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Fortuna Düsseldorf
Lumpi gegen die alte Liebe

Fortuna Düsseldorf: Interview - Andreas "Lumpi" Lambertz gegen die alte Liebe
Andreas Lambertz spielte von 2003 bis 2015 für Fortuna Düsseldorf. FOTO: Falk Janning
Dresden. Andreas Lambertz spielt zum ersten Mal gegen seinen Herzensklub Fortuna – mit Dynamo Dresden. Im Interview spricht der Ex-Fortune über den Abschied aus Düsseldorf und seine Erwartungen an das Wiedersehen mit den alten Mannschaftskollegen und Fans. Von Bernd Jolitz

13 Jahre lang war Andreas Lambertz der Fortune schlechthin. Aus der Düsseldorfer Jugend kommend, bekam er 2003 seinen ersten Lizenzspielervertrag beim damaligen Oberligisten, wurde Fortunas Kapitän und stieg mit ihr bis in die Erste Liga auf. Im Sommer 2015 erhielt Lambertz keinen neuen Vertrag mehr, wechselte zu Dynamo Dresden. Nach dem Zweitliga-Aufstieg mit den Sachsen spielt er am Freitag (18.30 Uhr/Live-Ticker) in Düsseldorf erstmals gegen seine alte Liebe.

Herr Lambertz, freuen Sie sich auf das Spiel oder haben Sie eher ein komisches Gefühl?

Lambertz Ich freue mich riesig auf Freitag. Ich warte schon ewig auf dieses Spiel, das hat mir alles schon viel zu lang gedauert.

Also keine gemischte Gefühle beim Wiedersehen mit den alten Fans?

Lambertz Nein, warum? Wir sind ja nicht im Groll auseinandergegangen damals. Die Fortuna-Familie hat mir einen sehr emotionalen Abschied bereitet, an den ich gern zurückdenke.

Gilt das für Ihre gesamte Zeit bei Fortuna?

Lambertz Natürlich war die Art und Weise, wie es zu meinem Abschied gekommen ist, eine Enttäuschung für mich. Aber das hat ja nichts mit meinem Verhältnis zu Fans und ehemaligen Mitspielern zu tun. Da gibt es einfach eine Menge Leute, auf die ich mich unglaublich freue. Und es waren einfach sehr geile 13 Jahre.

Haben Sie noch Kontakt zu aktuellen Fortuna-Spielern?

Lambertz Oh ja. Natürlich nicht zu allen, etliche sind ja erst gekommen, nachdem ich weg war. Aber mit einigen telefoniere ich regelmäßig.

Glauben Sie, dass sich Fortunas Fans etwas Besonderes für Sie einfallen lassen? Sie waren ja stets ein Publikumsliebling.

Lambertz Da lasse ich mich einfach mal überraschen. Es stimmt, wir sind immer gut klargekommen miteinander. Vielleicht auch, weil ich mich als Kapitän immer bemüht habe, die Dinge direkt zu klären, wenn wir Spieler mal Stress mit den Zuschauern hatten.

Einmal angenommen, die Düsseldorfer feiern Sie – fürchten Sie, die Dresdner Fans könnten Ihnen das übelnehmen?

Lambertz Warum sollten sie das tun?

Die Anhänger des FC Augsburg haben Verteidiger Georg Teigl öffentlich gemobbt, weil seine alten Leipziger Fans ihm zugejubelt haben.

Lambertz Nein, so etwas kann ich mir bei Dynamo wirklich nicht vorstellen. Natürlich habe ich nicht zu jedem Zuschauer persönlichen Kontakt. Aber es wissen doch alle um meine Düsseldorfer Vergangenheit. Ich glaube wirklich nicht, dass es irgendwelche Probleme gibt.

Wie sehen Sie die sportliche Lage?

Lambertz Beide Mannschaften sind gut drauf. Wir stehen als Aufsteiger gut da, und auch Fortuna hat sich nach der schwierigen vergangenen Saison gefangen.

Und beide haben richtig Werbung für Ihr Duell gemacht. Sie haben Spitzenreiter Braunschweig geschlagen, Fortuna beim Zweiten Union Berlin gewonnen.

Lambertz Das ist doch super! Ich habe Fortuna ein tolles Spiel in Berlin gewünscht, und das hat sie gegen diese starke Truppe geliefert. Wir sind gegen Braunschweig schwer reingekommen, hatten Probleme mit dem tiefen Rasen, der ist nichts für unser Spiel. Aber dann haben wir das Spiel gedreht und 3:2 gewonnen, sind super zurückgekommen.

Hat es Sie gestört, dass Sie da schon ausgewechselt waren?

Lambertz Quatsch, gar nicht. Ich habe mich riesig über den Dreier gefreut, mit so etwas habe ich überhaupt kein Problem.

War es die richtige Entscheidung, zu Dynamo zu gehen?

Lambertz Definitiv. Die vergangene Saison mit dem Aufstieg in die Zweite Liga war überragend. Wir haben eine geile Truppe in Dresden, es macht einfach Spaß.

Nicht zuletzt wegen Trainer Uwe Neuhaus, der Sie unbedingt holen wollte, oder?

Lambertz Ich habe in der Tat einen sehr engen Kontakt zum Trainer, er bezieht mich voll mit ein. Und dass er mich im Pokalspiel gegen Bielefeld draußen gelassen hat, war völlig in Ordnung. Mein Spiel ist sehr kraftraubend, da ist so ein Rhythmus Samstag-Dienstag-Freitag extrem hart.

Wie haben Sie sich denn privat in Dresden eingelebt?

Lambertz Bestens. Wir wollten schnell klare Verhältnisse schaffen, auch als Familie, deshalb sind wir gleich alle nach Dresden gegangen. Unsere erste Wohnung hatte eine schöne Lage, aber mit einer Straßenbahn-Haltestelle direkt vor der Tür war es uns doch zu unruhig. Jetzt sind wir umgezogen, direkt an die Elbe, und fühlen uns richtig wohl.

Aber das tun Sie sicher auch am Freitag am Rhein.

Lambertz Absolut. Wie gesagt, ich kann es kaum abwarten.

Quelle: RP
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