| 14.37 Uhr

Fortunas Robin Bormuth
Jetzt schießt er auch noch Tore

Bormuth schießt sein Debüt-Tor
Bormuth schießt sein Debüt-Tor FOTO: Screenshot/Sky
Düsseldorf. Robin Bormuth macht in dieser Saison ziemlich viel richtig. Der 21-Jährige verteidigt unaufgeregt. Und gegen Hannover trägt er sich sogar in die Torschützenliste ein. Die Fans feiern den Shootingstar von Fortuna Düsseldorf. Von Jan Dobrick

Eigentlich hatten die Anhänger darauf gehofft, dass er von Beginn an auf dem Feld stehen würde: Bormuth, Fortunas Entdeckung der Saison, das Versprechen an die Zukunft. Neunmal spielte der Innenverteidiger bislang für den Zweitligisten, siebenmal gewannen die Rot-Weißen. Nur einmal, gegen Dresden, gab es nichts Zählbares, aber das ist zu verschmerzen.

Bormuth kommt für den verletzten Fink ins Spiel

Als er gegen Hannover 96 zur zweiten Halbzeit für den verletzten Oliver Fink eingewechselt wurde, strauchelten die Düsseldorfer bedenklich. Die 96er führten mit 1:0, sie machten im ersten Durchgang Druck, trafen die Latte. Kaan Ayhan und Axel Bellinghausen hatten zudem zwei Chancen der Gäste erst auf der Linie klären können. Das war nichts für schwache Nerven. Bormuth sollte den Hühnerhaufen beruhigen. Er begnügte sich nicht damit.

Nach 67 Minuten, es stand mittlerweile 1:2, scheuchte der Youngster Hannovers Abwehr auf. Einen Freistoß von Ayhan verlängerte Julian Koch mit dem Kopf. Bellinghausen fand mit einem verunglückten Torschuss Bormuth, der das Leder zum Ausgleich ins Hannover-Tor drückte – mit dem Fuß, nicht mit dem Kopf, eigentlich untypisch für einen Innenverteidiger mit 1,90 Metern Gardemaß. Die Hausherren brachen in frenetischen Torjubel aus. Und irgendwo in der Traube seiner Mitspieler freute sich auch der Torschütze. 

"Das Lächeln geht sicherlich wieder weg"

Der Treffer des Abwehrspielers war am 14. Spieltag der zweite nach einer Standardsituation, wenn man die drei Elfmeter, die Fortuna bisher verwandeln konnte, nicht einrechnet. Für das erste sorgte Bebou ebenfalls gegen Hannover mit dem zwischenzeitlichen 1:1 in Folge eines Einwurfs. Bormuth feierte sein Debüt-Tor aber nicht nur mit den Kollegen, er schickte einen Gruß Richtung Tribüne, winkte und grinste über beide Ohren.

 

"Es war mal was Neues, ein Tor zu schießen, das ist auch in der U23 nicht so häufig passiert. Das Lächeln geht sicherlich wieder weg, aber für ein Stündchen ist es bestimmt noch da", sagte der Fortune nach dem Schlusspfiff überglücklich. Genau genommen traf Bormuth für die Regionalliga-Reserve einmal: am 13. Februar 2016 beim 1:0 gegen den SV Rödinghausen. Bei der U23 bekam das Talent auch den Spitznamen "Franz" verpasst. Ein eleganter Pass mit dem Außenrist, früher das Markenzeichen von Franz Beckenbauer, war der Auslöser. Der gebürtige Hesse trägt den Namen mit Stolz.

In der Einzelkritik zum Hannover-Spiel bekam der Youngster eine 2-. Er fügte sich gut ein, war sofort hellwach. Obwohl Bormuth nur 45 Minuten mit von der Partie war, wählten ihn unsere Leser mit 39 Prozent der Stimmen zum "Spieler des Spiels". Bebou (31,1 Prozent) und Axel Bellinghausen (29,9 Prozent), der immerhin beide Treffer vorbereitete, landeten dahinter.

Nicht nur im Stadion, auch bei Twitter feierten die Fans den erfolgreichen Nachwuchs. "Beide Tore von eigenen Jugendspielern", postete ein Anhänger. "An Bormuth werden wir noch viel Freude haben", schrieb ein anderer. "Bormuth, bester Mann!", war zu lesen. Doch nicht nur auf dem Feld, auch bei den TV-Einnahmen profitieren die Düsseldorfer in Zukunft von Eigengewächsen wie Bormuth oder Bebou.

Fortuna profitiert finanziell, wenn sie junge Spieler einsetzt

Die nationalen Einnahmen, die ab der Saison 2017/18 für vier Spielzeiten auf 1,19 Milliarden Euro pro Saison steigen, werden von der DFL nämlich anhand eines neuen "Vier-Säulen-Prinzips" ausgeschüttet. Eingerechnet werden die Fünf-Jahres-Wertung getrennt nach Ligen, die Erfolge der vergangenen 20 Jahre, die Nachwuchsarbeit (!) und eine Wettbewerbswertung.

"Dadurch, dass wir bei Fortuna Düsseldorf in der aktuellen Saison deutlich mehr junge Spieler einsetzen, werden wir künftig davon profitieren, dass dieser Aspekt in den Verteilungsschlüssel aufgenommen wurde", erklärte Fortuna-Boss Robert Schäfer.

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