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Fortuna Düsseldorf
Jetzt schlägt Finks Stunde

Das ist Oliver Fink
Das ist Oliver Fink FOTO: dpa, Daniel Karmann
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf muss in den kommenden Wochen auf Axel Bellinghausen verzichten. Eben das könnte Oliver Finks Chance sein, der nach seiner Verletzung nur wenig Einsatzzeit bekam. Von Christoffer Kleindienst

Wenn man die Quintessenz der Aussagen von Frank Kramer aus der Pressekonferenz vor dem Spiel der Fortuna beim 1. FC Kaiserslautern (Freitag, 18.30 Uhr/Live-Ticker) finden wollte, wäre sie schnell entdeckt: Grundtugenden sind es, die jetzt nur noch zählen: "Wir müssen uns sagen: 'Lasst uns dieser Situation stellen.' Natürlich dürfen wir auch nicht das Fußballspielen vergessen. Aber mit den Grundtugenden und gemeinsam als Mannschaft kann man sich da herausarbeiten. Darum geht es gerade nur: Wir müssen uns da rausarbeiten. Und das ist ein steiniger Weg. Ganz klar." 

Anders gesagt: Die Fortuna ist in einer schwierigen Situation, aus der sie möglichst schnell herausfinden muss. In den kommenden Wochen folgen zwar Spiele gegen den wiedererstarkten 1. FC Kaiserslautern, Norbert Meiers Arminia Bielefeld, Aufstiegsaspirant RB Leipzig und den 1. FC Nürnberg in der zweiten Runde des DFB-Pokals – Niederlagen sollte Kramers Team tunlichst vermeiden. Ansonsten könnte es bei der Fortuna bald lichterloh brennen.

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Bellinghausens Ausfall ist Finks Chance

Ausgerechnet in dieser heiklen Siutation fällt nun Bellinghausen aus. Eben jener Spieler, der die vom Coach geforderten Tugenden besser verkörpert, als jeder andere Akteur im Kader. Aber bekannterweise ist des einen Leid ja des anderen Freud. Durch Bellinghausens Ausfall hat Teamkollege Fink beste Chancen, in die Startelf zu rücken.

Diese Personalien scheinen auf den ersten Blick gar nicht zueinander zu passen, tun sie aber. Aufgrund von Bellinghausens Ausfall ist die linke Außenverteidigerposition verwaist. Für Fabian Holthaus dürfte ein Startelfdebüt noch zu früh kommen, Lukas Schmitz ist somit der geeigneteste Spieler für diese Position. Allerdings wurde der Ex-Schalker in den vergangenen Wochen von Kramer immer wieder im defensiven Mittelfeld aufgeboten. Und damit kommt Fink ins Spiel.

Spielerstatistiken von Fortuna Düsseldorf FOTO: Christof Wolff

"Finki ist auf der Sechser-Position eine Option. Er hat jetzt auch wieder die Physis", erklärte Kramer zwei Tage vor dem Spiel gegen Kaiserslautern. Mit Verzögerung nannte er auch die restlichen Sechser-Alternativen: "Auch Marcel Sobottka könnte spielen, ebenso Kerem Demirbay als offensiver Sechser. Natürlich kann auch Adam Bodzek da spielen. Wir haben also genügend Möglichkeiten."

Dass Fink in Kramers "Plan A" eine Rolle in der Startelf spielt, ist nicht zu verkennen. Es gibt aber sicherlich angenehmere Zeitpunkte, um die Mannschaft zu unterstützen – allerdings ist es wohl auch die einzige Chance für Routinier Fink. Nach seinem Kreuzbandriss konnte sich der 33-Jährige 2014 wieder in die Mannschaft kämpfen. Er schaffte es sogar, die Fortuna-Verantwortlichen zu überzeugen, seinen auslaufenden Vertrag um ein weiteres Jahr zu verlängern.

Unter Kramer verletzte er sich aber im ersten Testspiel in der Vorbereitung – und war seitdem unter dem neuen Chefcoach nicht mehr gesetzt. Selbst ein Platz im Kader war ihm nicht mehr sicher. "Der einzige Grund, warum Olli in Berlin nicht im Kader stand, ist seine Verletzung in der Vorbereitung", erklärte Kramer nach dem ersten Spieltag: "Diese Phase war ohnehin sehr kurz, und er hat noch die Hälfte davon verpasst. Wir müssen ihn erst noch in die körperliche Verfassung bringen, die er für sein Spiel braucht."

In den Wochen danach kam er aber auch nur zu sporadischen Einätzen, 21 Spielminuten sammelte er an den neun Spieltagen bisher. Nun scheint seine Zeit gekommen. So schwer die Aufgabe auch sein mag: Mit guten Leistungen könnte er sich sogar seinen Stammplatz zurückkämpfen.

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