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Fortuna Düsseldorf
Jetzt wird es Ernst

Fortuna Düsseldorf: Jetzt wird es Ernst
Dr. Reinhold Ernst hat viel zu tun in den kommenden Tagen und Wochen. FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf hat mit der Wahl Dr. Reinhold Ernsts zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden für keine Überraschung gesorgt. Dessen kommende Aufgaben haben es in sich: Es gilt, einen neuen Vorstandsvorsitzenden zu finden und die heikle Trainersuche als letzte Instanz abzunicken.  Von Christoffer Kleindienst

Die Vergangenheit zeigt, dass ein Aufsichtsrat am besten funktioniert, wenn man ihn gar nicht kennt. Nur selten sollte von diesem Gremium die Rede sein, ansonsten ist es zumeist negativ. In den vergangenen zwei Jahren waren vor allen Dingen die Aufsichtsräte des Hamburger SV und der Fortuna immer wieder in den Schlagzeilen. Letztes negatives Ausrufezeichen war der Alleingang zweier Fortuna-Aufsichtsräte, die sich öffentlich gegen die Entscheidung der Führungsriege bei der "Bild"-Flüchtlingsaktion positionierten. 

Diesbezüglich hat der Aufsichtsrat nun einen ersten Schritt in die richtige Richtung gemacht. Ernst wurde als neuer Vorsitzender des Gremiums gewählt. Der Partner bei der renommierten Wirtschaftskanzlei Hengeler Mueller ist jemand, der sich trotz seiner loyalen Arbeitsweise nicht in den Vordergrund drängt. Lediglich 2009, als er in seiner ersten Amtszeit als Aufsichtsratsvorsitzender überraschend zurücktrat, ging er in die Offensive.

"Ich stand im Zentrum vieler Auseinandersetzungen, wurde bei wichtigen Entscheidungen nicht informiert oder eingebunden und erlebte Neid, Missgunst sowie Widerstand in massiver Form. Mehr möchte ich dazu nicht sagen", kommentierte er seinen Schritt damals. Zuvor war er allerdings maßgeblich an der Lösung mit den Sportwelt-Schulden sowie der Einigung mit der Arena über den Mieterlass beteiligt.

Nun sitzt er dem Gremium wieder in einer kritischen Phase vor. Die wichtigste Aufgabe ist die Suche nach dem neuen Vorstandsvorsitzenden. Diverse prominente Namen wie Horst Heldt oder Michael Ballack wurden zwar schon in der Öffentlichkeit gehandelt, allerdings sind das nur gehaltlose Gerüchte. Fünf Topkandidaten stehen auf der Liste des Aufsichtsrats, Gespräche werden geführt. Wer letztlich an der Spitze der Fortuna stehen wird, ist offen. Allerdings ist zu erwarten, dass der Verein seinen Vorstand erweitert. 

Bei einer für die Fans noch wichtigeren Entscheidung ist Ernst auch involviert. Die Trainerentscheidung muss das von ihm geführte Gremium abnicken. Gerade bei dieser Personalie muss dem Verein endlich mal ein Glücksgriff gelingen, zu viele Coaches wurden in den vergangenen Jahren verschlissen. Die Skepsis bei den Anhängern wird groß sein, der Erfolg muss sich schnell einstellen.

Viel zu tun für den neuen Aufsichtsratsvorsitzenden also. Man kann nur hoffen, dass es dieses Mal für Ernst besser läuft, als vor rund sechs Jahren. "Ich freue mich auf die herausfordernde Aufgabe als Aufsichtsratsvorsitzender", sagte der Jurist nach der Wahl hoffnungsfroh. 

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