| 15.02 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Pohjanpalo: Alles hat ein Ende

Pohjanpalo trifft aus fast 25 Metern zur 1:0-Führung
Pohjanpalo trifft aus fast 25 Metern zur 1:0-Führung FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. 20 Pflichtspiele lang hatte Joel Pohjanpalo kein Tor mehr für Fortuna Düsseldorf erzielt, gegen Eintracht Braunschweig traf der Stürmer zum entscheidenden 1:0.  Von Christoffer Kleindienst

Wenn über einen Stürmer im Fußball in Minuten gesprochen wird, ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. So war es auch bei Pohjanpalo: 1116 Minuten war der Finne in Pflichtpartien für die Fortuna bereits ergebnislos auf der Jagd nach einem Tor gewesen. Erst als er gegen Braunschweig aus rund 25 Metern sein Glück versuchte, schlug das Spielgerät mal wieder im gegnerischen Tor ein. 

Der Jubel fiel überraschend dezent aus, seine Mitspieler zeigten da schon mehr Emotionen. Möglicherweise war es aber auch eine latente Unsicherheit: Das Gefühl, dass dieser Moment zu schön ist, um wirklich wahr zu sein. Erst später meldete er sich zu Wort – via Instagram und Twitter: "Ein fantastischer Kampf von dem ganzen Team!"

 

Fantastic fight from the whole team! #f95 #2bl

Ein von Joel Pohjanpalo (@jpohjanpalo) gepostetes Foto am

Allerdings war er da ein wenig zu bescheiden, denn Pohjanpalo war der überragende Spieler auf dem Platz. Er schoss das Tor des Tages, stopfte sowohl in der Offensive als auch in der Defensive Lücken, zeigte Einsatzwillen bis zum stehenden K.o. kurz vor Schluss und bereitete eine zweite Großchance der Fortuna vor. Dass er diese Leistung trotz offensichtlich fehlenden Selbstvertrauens zustande brachte, imponierte auch Interimstrainer Peter Hermann: "Es hat mich sehr für ihn gefreut. Man muss immer locker bleiben, aber bei einem Stürmer ist es ganz klar, dass man verkrampft, wenn die Tore ausbleiben. Das war bei Joel selbst im Training so. Ich hoffe, das Tor gibt ihm nun ein wenig Ruhe."

Nicht nur der Coach zollte dem Finnen Respekt. "'Jolle' (Pohjanpalo, Anm. d. Red.) hat sich in den letzten Wochen und Monaten nie hängen lassen, im Training immer super gearbeitet und sich heute belohnt", erklärte Sportdirektor Rachid Azzouzi: "In der Nationalmannschaft hat er regelmäßig getroffen und heute hat er bewiesen, dass er auch für uns in wichtigen Spielen treffen kann."

Fortunen bejubeln Arbeitssieg gegen Braunschweig FOTO: Falk Janning

Fakt ist, dass er mit solchen Leistungen auch ein Kandidat für die Startelf wäre – trotz namhafter Konkurrenz. Didier Ya Konan traf bisher auch nur vier Mal, zudem kommt er mit der defensiven Spielweise der Fortuna nicht zurecht. Pohjanpalo hingegen kann lange Bälle festmachen und verfügt über einen umgemein starken Abschluss, auch außerhalb des Strafraums. Gegen Union Berlin wäre es fahrlässig, auf den Youngster zu verzichten. 

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