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Fortuna Düsseldorf
Pohjanpalo ist ein Bauernopfer

Fotos: Pohjanpalo trainiert mit der U23 der Fortuna
Fotos: Pohjanpalo trainiert mit der U23 der Fortuna FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf steckt mitten im Abstiegskampf, nun folgte auch eine allseits beliebte Personalentscheidung bei kriselnden Vereinen: Ein Profi wurde suspendiert, Joel Pohjanpalo hat es aus "disziplinarischen Gründen" getroffen. Seine Leistungen auf dem Platz spielen dabei auch eine Rolle. Von Christoffer Kleindienst

Über den SC Paderborn konnte man sich selbst in Düsseldorf noch jüngst köstlich amüsieren: Der Zweitligist suspendierte innerhalb kürzester Zeit gleich vier Spieler, außerdem konnte der Klub offenbar nicht mehr gewinnen - die Entlassung von Trainer Stefan Effenberg war dann nur noch eine logische Folge. Kurz danach musste auch Manager Michael Born gehen. Spätestens seit Montagnachmittag können die Fortunen aber nicht mehr die Augen vor der Realität verschließen, ihr Verein liefert in der Öffentlichkeit ein ähnlich blamables Bild ab.

Die Düsseldorfer präsentierten in den vergangenen 32 Monaten Jahren gleich acht neue Trainer, selbst im Vorstand herrscht Fluktuation wie in kaum einem anderen Klub – von Erfolglosigkeit können die Fortunen seit nunmehr über zwölf Monaten ein Liedchen singen. Die Suspendierung Pohjanpalos ist der letzte Beweis, dass der Klub im Chaos gelandet ist.

Aus "disziplinarischen Gründen" wurde der Finne für eine Woche freigestellt. Er wird in diesem Zeitraum nicht am Trainings- und Spielbetrieb der Profis teilnehmen, zudem erhält der 21- Jährige eine "Geldstrafe in empfindlicher Höhe". Der Grund ist sein ausschweifender Besuch im Nachtclub "Rudas Studios" am Freitagabend - nach der Niederlage gegen den Karlsruher SC.

Bilder: Fortuna-Fans rollen Spruchband beim Training aus FOTO: Falk Janning

Der PR-Gag der Disco, noch in der Nacht zu Samstag wurde ein "temporäres Hausverbot" (das aber doch nicht ernst gemeint war) gegen die Fortuna-Profis ausgesprochen, ging für den Nachtclub auf – für Pohjanpalo war es der Super-GAU. Die dadurch entstanden Recherchen ergaben nämlich überhaupt, dass der Finne nach dem KSC-Spiel dort war.

Die Intention der Fortuna ist deutlich - sie will ein klares Zeichen setzen: Uns steht das Wasser bis zum Halse, jeder, der in dieser Situation der Fortuna in welcher Art und Weise auch immer schadet und das Ziel Klassenerhalt gefährdet, ist ersetzbar. Dennoch ist Pohjanpalo ein Bauernopfer, denn der 21-Jährige ist bekannt für seinen Faible für Partys – sei es nun wie am Freitag im Düsseldorfer Hafen oder wahlweise auch in Oberkassler Bars.

Fotos: Fortuna trainiert auf Kunstrasen FOTO: Falk Janning

Dessen sportliche Krise spielt auch mit in die Causa hinein. Gegen den KSC saß er nur auf der Bank, er blieb ohne Einsatz. Überraschend war das nicht, zum Rest-Rückrundenauftakt gegen den 1. FC Heidenheim war er das letzte Mal in der Startelf. Die komplette Saison 15/16 ist für ihn eine einzige Enttäuschung, der Stürmer traf nur ein Mal das gegnerische Tor.

Es ist äußerst fraglich, ob Leistungsträger wie Kerem Demirbay oder Michael Rensing eine ähnliche Bestrafung bekommen hätten. Sie können derzeit den Unterschied ausmachen im Abstiegskampf der Fortunen in der 2. Bundesliga. Pohjanpalo nicht – seine dumme Aktion am Freitagabend war ein Steilpass für die Düsseldorfer Verantwortlichen.

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