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| 16.54 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Tah muss noch viel lernen

Porträt : Jonathan Tah: Das deutsche Abwehrtalent
Porträt : Jonathan Tah: Das deutsche Abwehrtalent FOTO: Twitter Bayer Leverkusen
Düsseldorf. Es ist bisher eine Rückrunde zum Vergessen: Fortuna Düsseldorf stolpert geradezu dem Saisonende entgegen, selbst Leistungsträger aus der Hinrunde überzeugen nicht mehr. Bestes Beispiel ist dafür Jonathan Tah.  Von Christoffer Kleindienst

0:4 hat Fortuna Düsseldorf beim Tabellenletzten FC St. Pauli verloren. Zwar versagte das Team im Kollektiv, einige Spieler stachen bei der Niederlage jedoch noch einmal negativ heraus. Sei es Joel Pohjanpalo, der bereits nach 35 Minuten ausgewechselt wurde. Oder Bruno Soares: Der Brasilianer zeigte eine indisponierte Leistung, für ihn war in der Halbzeitpause Schluss. Und auch Jonathan Tah gehörte zu denen, die einen besonders rabenschwarzen Tag erwischt hatten.

Der hochtalentierte Innenverteidiger war an drei von vier Toren direkt beteiligt: Beim ersten Gegentreffer agierte er ein wenig pomadig, beim 0:2 prallte er mit Torhüter Michael Rensing zusammen und verursachte damit den entscheidenden Ballverlust. Seinen größten Fauxpas leistete er sich allerdings beim 0:3, als er seinen Gegenspieler Waldemar Sobota aus den Augen verlor, der Sekunden später aus sechs Metern vollkommen allein gelassen die frühe Vorentscheidung erzielte.

"Jona ist in der Zweiten Liga verschenkt"

Die Formkurve zeigt bei dem 19-Jährigen seit einigen Wochen nach unten. Dabei hatte alles so gut angefangen. Tah wurde überraschend vom kriselnden Bundesligisten Hamburger SV an die Fortuna ausgeliehen. "Als ich mitbekommen habe, dass er auf dem Markt ist, habe ich natürlich Dietmar Beiersdorfer angerufen und anschließend Christian Nerlinger. Ich hatte direkt das Gefühl, das könnte funktionieren", sagte Sportvorstand Helmut Schulte unserer Redaktion über den Transfer.

Der Innenverteidiger schlug ein wie eine Bombe, überzeugte bei den Düsseldorfern vom ersten Plfichtspieleinsatz an. Der 1,92 Meter große gebürtige Hamburger ist schnell, technisch versiert und dennoch robust. "Er wird sich gut entwickeln und bis jetzt scheint es so, als ob alle Beteiligten bei dieser Leihe profitieren werden", so Schulte in der Hinrunde. Tahs damaliger Cheftrainer OIiver Reck ließ sich sogar zum Satz hinreißen: "Jona ist in der Zweiten Liga verschenkt."

Tah muss sich noch weiterentwickeln

Dass der Junioren-Nationalspieler in der 2. Bundesliga doch noch viel lernen kann und muss, ist in den vergangenen Wochen und Monaten zu beobachten gewesen. Tah leistete sich immer wieder Fehler, diverse Schlampigkeiten, die ihn in Bedrängnis brachten. Gegen St. Pauli erwischte er einen besonders schlechten Tag, aber auch in Leipzig oder gegen Karlsruhe zeigte er ungewohnte Schwächen.  

Diese Fehltritte auf seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bei der Fortuna zu schieben, wäre nicht gerecht. Allerdings ist es offensichtlich, dass sich der 19-Jährige – bei allem vorhandenen Potenzial – noch weiterentwickeln muss. Er kann die Defensive bei der Fortuna noch nicht alleine führen. Der Youngster braucht vielmehr jemanden an seiner Seite, an dem er sich aufrichten und festhalten kann. Es ist kein Zufall, dass er zumeist schwache Leistungen zeigt, wenn das Team gesamt nicht überzeugt.

Jedoch sind solche Schwachstellen bei der Tah-Ausleihe kalkuliert. Der HSV-Youngster soll bei der Fortuna in der 2. Bundesliga Erfahrung als Stammspieler und möglicher Leistungsträger sammeln – mit all den üblichen Herausforderungen dieser Position. Noch sieben Saisonspiele hat Tah Zeit, in dieser Hinsicht in Düsseldorf dazuzulernen. Dann kehrt er in seine Heimat zum HSV zurück. Dort könnte jedoch noch ein Lehrjahr in der 2. Bundesliga auf ihn warten, das liegt allerdings nicht in seiner Hand.

 
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