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Fortuna Düsseldorf
Der Garant für den Klassenerhalt

Porträt in Bildern: Das ist Julian Koch
Porträt in Bildern: Das ist Julian Koch FOTO: Falk Janning
Düsseldorf . Julian Koch ist gut darin, Abstiege zu vermeiden. Mit Duisburg und St. Pauli gelang es dem 25-Jährigen. Und auch bei der Fortuna sieht es mittlerweile deutlich besser aus.  Von Jan Dobrick

Julian Koch geht dahin, wo es wehtut. Der 25-Jährige ist gelernter Abstiegskämpfer. Oder noch ein wenig positiver ausgedrückt: ein Rettungsexperte. Denn so richtig weh hat es eigentlich noch nie getan. 2013 hielt Koch mit dem MSV Duisburg die Klasse, 2015 mit dem FC St. Pauli. Und jetzt ist er auch mit der Fortuna auf dem besten Weg zum Happy End. "Ich bin froh, wenn wir es geschafft haben. Der zweite Abstiegskampf in Folge zehrt an den Nerven", sagt Koch. Eine masochistische Ader, wie man vielleicht vermuten könnte, hat er also nicht. Wenn bei ihm im Saison-Endspurt Tränen flossen, dann waren es Freudentränen. 

Der gelernte Mittelfeldspieler freut sich auf die Sommerpause. Er will einen Schlussstrich unter eine Spielzeit ziehen, die für ihn gut anfing und womöglich auch gut endet. Aber alles das, was dazwischen passierte, war ziemlich mau, um es vorsichtig auszudrücken. Trainer Frank Kramer machte ihn stark, suchte ihn sich als stellvertretenden Kapitän aus. Dann kam Marco Kurz. Und Koch, der lediglich ein Pflichtspiel vor der Winterpause wegen einer Gelbsperre verpasst hatte, saß sich den Hintern auf der Bank platt. Er war der Verlierer des Trainerwechsels. Auch, weil er auf dem Platz Fehler machte. 1865 Spielminuten in 24 Einsätzen, davon 21 von Beginn an: Das ist für einen Führungsspieler nicht abgrundtief peinlich. Aber ein Grund, sich zufrieden zurückzulehnen, ist es sicherlich auch nicht.

"Es herrscht Erleichterung, aber keine Freude" 

Mies gelaunt wirkte Koch in der zweiten Reihe nie, obwohl in so einer Konstellation eine Menge Sprengstoff steckt. Doch Koch stänkerte nicht. Er sorgte nicht für noch schlechtere Stimmung, was bei so einer bitteren Spielzeit in manchen Phasen auch eine Kunst gewesen wäre. Die Revolte blieb aus. "Erfahrene Spieler sind im Abstiegskampf besonders wichtig, weil sie die nötige Ruhe ausstrahlen", sagt er. Und Friedhelm Funkel setzte auf die Routiniers. Oliver Fink und Adam Bodzek nahmen wieder ihre Positionen auf dem Feld ein. Und auch Koch, Garant für Nichtabstiege, kehrte am vergangenen Sonntag beim 1:0-Sieg gegen den FSV Frankfurt zurück.

Er sprang für den grippekranken Julian Schauerte auf der rechten Abwehrseite ein. Das sei zwar nicht seine bevorzugte Position, sagt der Mittelfeldmann, "aber wichtig ist es, überhaupt wieder aufzulaufen". Und noch besser: Funkel bescheinigte ihm eine gute Leistung. "Ich konnte zeigen, warum ich hier spiele", sagt Koch, der auf einen Einsatz in Braunschweig hofft. Schauerte hat sich allerdings wieder erholt und steht Funkel zur Verfügung. Nach dem so wichtigen Sieg gegen den Mitkonkurrenten ist bei den Düsseldorfern ein wenig Druck vom Kessel. "Es herrscht pure Erleichterung, aber keine richtige Freude", betont Koch, "denn Duisburg hat noch eine kleine Chance, uns abzufangen." Dass diese Chance klein ist, darf man ihm glauben. Koch ist schließlich Rettungsexperte. Er hofft, ab Sommer eine ruhige Saison mit Fortuna spielen zu können.  

 

 

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