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Fortuna Düsseldorf
Koch trifft auf seinen alten Sechser-Partner

Fortuna Düsseldorf: Julian Koch trifft auf Partner Michael Liendl
Zumindest für ein paar Wochen waren sie Teamkollegen: Julian koch (l.) und Michael Liendl. FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Beim Spiel gegen 1860 München am kommenden Sonntag (13.30 Uhr/Live-Ticker) wird Fortuna Düsseldorfs Julian Koch einen speziellen Auftrag haben: Er wird dafür zuständig sein, Löwen-Spielmacher Michael Liendl zu bewachen. Vor rund einem Monat spielten sie noch nebeneinander im defensiven Mittelfeld. Dann wechselte Liendl nach München. Von Christoffer Kleindienst

Am vergangenen Spieltag gab es zwei personelle Überraschungen, die auch Fortunas Fans aufhorchen ließen – und doch gar nichts miteinander zu tun hatten. Einerseits feierte Liendls sein Debüt für 1860 München. Für rund anderthalb Jahre spielte der Österreicher für die Fortuna, recht überraschend kam dann kurz vor Transferfrist sein Wechsel in den Süden des Landes. Gegen den Spitzenreiter VfL Bochum durfte der Spielmacher von Anfang an auflaufen. Düsseldorfer Anhänger dürften immerhin zufrieden gewesen sein, dass der Neu-Löwe zwar ein ordentliches, aber kein grandioses Spiel machte.

Liendl im 1860-Trikot war ebenso ungewohnt für die Fortuna-Fans wie Kochs Blitz-Comeback für Düsseldorf. Der Co-Kapitän lief rund eine Woche nach einer Verletzung im Sprunggelenk gegen den 1. FC Nürnberg von Beginn an auf. "Ich gehe derzeit davon aus, dass Julian in zwei bis vier Wochen wieder mit von der Partie ist", hatte Teamarzt Ulf Blecker zuvor noch gesagt. 

Fortuna trainiert nach dem Testspiel-Sieg FOTO: Falk Janning

Von Teamkollegen zu direkten Gegenspielern

Vor rund einem Monat  bildeten Koch und Liendl noch die Doppel-Sechs in einem fragilen Gebilde mitten im Umbruch beim Zweitliga-Schlusslicht. Liendls Wechsel ist nur ein weiterer Beweis, wie schnelllelbig das Fußballgeschäft mittlerweile ist. 

Beim Duell zwischen Fortuna und 1860 treffen Koch und Liendl nun direkt aufeinander. Als Sechser wird sich Koch mit um den neuen "Löwen"-Spielmacher kümmern. Koch ist sowohl zweikampf- als auch spielstark. Liendl hingegen der klassische Regisseur: Er fordert die Bälle, will die Anspielstation des Teams sein. Unter Kramer gab es zu Beginn der Saison diese Position allerdings gar nicht. Der Coach ließ mit einem 4-4-2-System spielen, über die Außen sollte der Ball nach vorne getragen werden. 

Begatal-Auswahl - Fortuna 0:12 FOTO: Falk Janning

Was also tun mit dem Österreicher, der bis dato kein Spiel bei der Fortuna verpasst hatte? Kramer versuchte es mit ihm im defensiven Mittelfeld, später durfte er als hängende Spitze auflaufen. Beides passte nicht wirklich zu Liendls Spielweise. Der Wechsel zu den "Löwen" ein Jahr vor dem Ende seines Vertrags bei der Fortuna war schließlich folgerichtig. Der Verein kassierte noch eine Ablösesumme, in Kerem Demirbay wurde ein Spieler vom Hamburger SV ausgeliehen, der auf der Sechs, Acht und Zehn spielen kann – und somit deutlich besser in Kramers System passt. 

Liendl hat sich derweil in München schon eingewöhnt, ganz zufrieden mit dem Mannschaftsgefüge ist er allerdings noch nicht. "Ich bin hier zu einer Mannschaft mit guten Spielern gestoßen, aber es hilft nix. Es fehlt noch das gewisse Etwas, nämlich die Feinabstimmung", so der Österreicher in der "tz": "Denn in den nächsten Wochen müssen wir einfach punkten". Und so könnte es am kommenden Sonntag, wenn die Fortuna auf die Löwen trifft, zum allseits bekannten Fußball-Motto kommen: 'Profi schießt Ex-Verein noch weiter in die Krise.'

Liendl ist derweil schon früher nach Düsseldorfer gereist, wenn auch nur für einen Kurz-Besuch. Seine Ehefrau Ines brachte in der Nacht zu Dienstag in Düsseldorf Sohn Ben zur Welt. Fortunas Fans werden hoffen, dass es das einzige Erfolgserlebnis des Österreichers in Düsseldorf bleiben wird.

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