| 12.13 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Die Düsseldorfer Last-Minute-Wechsel

Fortuna Düsseldorf: Kaan Ayhan, ein weiterer Last-Minute-Wechsel
Angreifer Ranisav Jovanovic köpfte Fortuna in die 2. Bundesliga. FOTO: rpo, Falk Janning
Düsseldorf. Viele Vereine schlagen im Sommerschlussverkauf zu. Die einen Spieler sind Schnäppchen, andere Panikkäufe. Fortuna Düsseldorf verpflichtete mit Kaan Ayhan von Schalke 04 jetzt Verstärkung für die Abwehr, kurz bevor das Transferfenster zuknallte. Von Jan Dobrick

Seit 2008 gab es bei der Fortuna einige Last-Minute-Entscheidungen. Wir blicken zurück.

  • Ranisav Jovanovic (1. September 2008)

Jovanovic war ein Mann von Mainz 05, der Fortunas Torschuss-Schwäche beenden sollte. In vier Jahren erzielte er in Düsseldorf wettbewerbsübergreifend 23 Treffer. Das ist halbwegs in Ordnung, aber nicht berauschend. Egal. Ein Tor war besonders wichtig. Und nicht viele Düsseldorfer Angreifer können von sich behaupten, dass ein Treffer aus der jüngeren Vergangenheit derart in Erinnerung geblieben ist. Relegation 2012, 59. Minute: Thomas Bröker flankt, der eingewechselte Jovanovic köpft Fortuna in die Bundesliga. Raffael – jetzt bei Borussia Mönchengladbach, damals bei Hertha BSC – gelingt noch der Ausgleich, doch das reicht den Berlinern nicht.

  • Villyan Bijev (31. August 2011)

Der junge US-Amerikaner mit bulgarischer Abstammung wechselte erst von der kalifornischen Fußball-Akademie "Cal Odyssey" zum FC Liverpool, bevor er als 18-Jähriger in Düsseldorf aufschlug. Das gefiel vor allem Campino von den Toten Hosen (englischer Lieblings-Klub: Liverpool). Der Mittelstürmer spielte in der 2. Bundesliga gerade mal acht Minuten für Fortuna: beim 1:2 gegen Hansa Rostock. Das gefiel dem Musiker wahrscheinlich nicht so sehr. Für die zweite Mannschaft gelangen Bijev in 16 Spielen vier Treffer. Immerhin. Dann ging es zurück an die Anfield Road. Mittlerweile spielt er für die Portland Timbers 2 in der dritten amerikanischen Liga.

  • Aristide Bancé (2. September 2013)

Bei seinem Debüt gegen Drittligist Preußen Münster konnte Bancé direkt ein Tor feiern – in einem Testspiel. In 16 Begegnungen in der 2. Bundesliga war die Kurz-vor-knapp-Leihgabe des FC Augsburg schließlich zweimal für die Fortuna erfolgreich. Woran man sich sonst noch erinnern kann? 1. Bancé brach sich zu seiner Düsseldorfer Zeit im Play-off-Spiel der WM-Qualifikation zwischen Burkina Faso und Algerien den Unterarm. 2. Torhüter Fabian Giefer verkleidete sich an Karneval als Bancé – inklusive der ulkigen Pommes-Frisur.

  • Michael Liendl (31. Januar 2014)

In Deutschland nennen sie ihn "Alpen-Maradona". Der Österreicher mit dem feinen Fuß kam im Januar 2014 auf den letzten Drücker vom Wolfsberger AC und entwickelte sich unter Trainer Oliver Reck zum Führungsspieler. Frank Kramer war es, der schließlich keine Verwendung mehr für ihn hatte. Bis zu seinem Wechsel zu 1860 München im Sommer 2015 verpasste Liendl nur ein Pflichtspiel der Düsseldorfer. Als schon feststand, dass er gehen würde, stand er gegen den SC Freiburg nicht mehr im Kader. Insgesamt erzielte Liendl elf Tore für die Fortuna. Der offensive Mittelfeldspieler, der den Rheinländern erst in der vergangenen Woche einen Trainingsbesuch abstattete, wechselte mit einem "lachenden und einem weinenden Auge" zu den "Löwen".

  • Jonathan Tah (1. September 2014)

Es ist ein Glanzpunkt in der Düsseldorfer Transferhistorie: Die Fortuna-Verantwortlichen zauberten mit Tah einen hochveranlagten Innenverteidiger aus dem Hut. Damals reagierte der Klub auf die Eindrücke aus den ersten Spielen, in denen die Abwehr wackelte. Der 18 Jahre alte Leihspieler vom Hamburger SV fügte sich in Düsseldorf gut ein, auch wenn die Formkurve zwischenzeitlich ein paar Dellen bekam. Tah lernte daraus – und wurde wieder stärker. Der 1,92-Meter-Mann ist schnell, technisch versiert und robust. Das hat auch Joachim Löw bemerkt. Der Bundestrainer nominierte den Innenverteidiger, der mittlerweile für Bayer Leverkusen in der Champions League spielt, für die Europameisterschaft 2016. 

  • Nikola Djurdjic (1. Februar 2016)

Nikola Djurdjic war in der vergangenen Saison einer der Verlierer des Abstiegskampfs. Nicht, weil er schlecht spielte. Sondern, weil er keine Rolle spielte. Der Serbe, vom FC Augsburg ausgeliehen und mit Champions-League-Erfahrung – unter anderem gegen Real Madrid – ausgestattet, machte in zwölf Partien zwei magere Tore für Fortuna. Die letzten drei extrem wichtigen Begegnungen gegen den MSV Duisburg, den FSV Frankfurt und Eintracht Braunschweig war er verletzungsbedingt nicht mehr im Kader. Er folgte ein geräuschloser Abgang: erst zum FCA, von dort aus zu Partizan Belgrad.

Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Fortuna Düsseldorf: Kaan Ayhan, ein weiterer Last-Minute-Wechsel


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.