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| 11.56 Uhr

Trainer Funkel muss umbauen
Was bedeutet Ayhans Ausfall für Fortuna?

Die Aufreger der Nachspielzeit in Bildern
Die Aufreger der Nachspielzeit in Bildern FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Kaan Ayhan stand in allen Punktspielen von Fortuna in der Startelf, doch nun fällt er gesperrt aus. Möglicherweise ist der Abwehrchef sogar schwerer verletzt. Sein Fehlen bedeutet eine arge Schwächung für die Rot-Weißen. Von Falk Janning

Friedhelm Funkel ist ein Freund der Rotation, vertraute in dieser Saison noch keinmal in zwei Spielen in Folge der gleichen Elf. Ausgenommen von den freiwilligen Wechselspielen des Düsseldorfer Coaches sind bislang nur der eigentlich als Ersatztorwart eingeplante Raphael Wolf, Mittelfeldspieler Marcel Sobottka und Innenverteidiger Kaan Ayhan. Wolf ist seit der Verletzung von Stammkeeper Michael Rensing zwischen den Pfosten gesetzt und macht seine Sache bravourös.

Sobottka sowie Ayhan stehen derweil als einzige Feldspieler seit dem ersten Spieltag immer von Beginn an auf dem Platz. Für die anstehende Partie bei Bundesliga-Absteiger FC Ingolstadt (Sonntag, 19. November) muss Düsseldorfs Trainer nun allerdings auf eine Konstante verzichten: Ayhan ist wegen seiner Gelb-Roten Karte aus der Nachspielzeit beim 2:2 gegen den 1. FC Heidenheim gesperrt. Für Trainer Funkel bedeutet das, dass er nicht nur personell umbauen muss, sondern auch taktisch eingeschränkt sein könnte.

Funkel, der gerne zwischen Dreier- und Viererkette in der Abwehr wechselt, geht nämlich ohne seinen 22 Jahre alten Abwehrchef die taktische Variabilität flöten. Ayhan ist vor allem in der Dreierkette ein Fixpunkt in Fortunas Abwehrzentrum. Erst bei einem Pflichtspiel in dieser Saison musste Ayhan bislang passen: Wegen einer Gelb-Roten Karte in der ersten Runde in Bielefeld erlebte Düsseldorfs Abwehrchef das Pokal-Aus gegen Borussia Mönchengladbach nur von der Tribüne aus. In dieser Partie ließ Funkel seine Elf im 4-2-3-1 auflaufen, mit Niko Gießelmann, Robin Bormuth, André Hoffmann und Julian Schauerte in der Viererkette. Denkbar, dass Funkel in Ayhans Abwesenheit grundsätzlich auf dieses Quartett setzt, obwohl er auch noch die eine oder andere Variante aus dem Zylinder zaubern könnte.

Linksverteidiger Gießelmann spielte in der Vorbereitung schon häufiger in der Dreierkette, doch ohne Ayhan ist sie kaum vorstellbar. So dürften Bormuth und Hoffmann in Ingolstadt gesetzt sein und den Vorzug vor Abwehrformationen mit dem erfahrenen Adam Bodzek, der eigentlich gelernter Mittelfeldspieler ist, und dem talentierten U-Nationalspieler Gökhan Gül bekommen, die ebenfalls in der Mitte der Abwehrreihe agieren können.

Ayhan zeigt auf dem Platz Führungsstärke, glänzt mit seiner Übersicht und überdurchschnittlichen Zweikampf- und Passquoten. Ist die eigene Mannschaft im Ballbesitz, stellt er seine Spielmacher-Qualitäten unter Beweis, wagt den scharfen Pass in die Tiefe oder beruhigt das Spiel mit einem Querpass an die Außenlinie. Zwei Torvorlagen gehen auf sein Konto.

Bitter wäre für Fortuna, wenn Ayhan sogar noch länger ausfallen würde. Beim Spiel gegen Heidenheim war der frühere Schalker knapp 20 Minuten vor Schluss angeschlagen ausgewechselt worden. Am Montag reiste er trotzdem zur türkischen Nationalmannschaft nach Istanbul, obwohl die Art der Verletzung noch unklar war.

Wie schwer die Verletzung tatsächlich verletzt ist, das wollen die Türken mit Hilfe eines MRT herausfinden und das Ergebnis den Düsseldorfern mitteilen. Ist es wirklich ein Riss des Syndesmosebandes, wie der Spieler selbst vermutete, dann müssen die Düsseldorfer bis zum Jahresende ohne ihren Abwehrchef auskommen. Und sind leichter für den Gegner auszurechnen.

 
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