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Fortuna Düsseldorf
Fortuna setzt Effenberg unter Druck

Fortunas Trainer seit 1950
Fortunas Trainer seit 1950
Düsseldorf/Paderborn. Falls die Fortuna heute beim SC Paderborn gewinnt, steht Stefan Effenberg vor dem Sturz. Erst im Oktober hatte der prominente Trainer seine Stelle in Ostwestfalen angetreten. Von Bernd Jolitz

Es ist ein außergewöhnliches Spiel, mit dem die 2. Fußball-Bundesliga heute Abend in die Winterpause geht. Zwei prominente Vertreter des deutschen Unterhauses kämpfen ab 20 Uhr darum, das verkorkste Jahr 2015 wenigstens halbwegs erträglich ausklingen zu lassen: der SC Paderborn, bis Mai sogar noch Erstligist, und sein Gast Fortuna Düsseldorf, im Mai mit großen Erwartungen unter Wunschtrainer Frank Kramer in die Saison gestartet.

An beiden Standorten herrscht Ernüchterung. Die Ostwestfalen sind nach dem Abstieg aus der Eliteklasse überhaupt noch nicht in Tritt gekommen, liegen auf Platz 16, von dem aus sie am Saisonende die Relegation gegen den Dritten der dritten Liga spielen müssten. Damit ist der SCP sogar noch drei Punkte schlechter als Fortuna, die mit ihrem 15. Rang freilich ebenfalls alles andere als zufrieden ist.

Beide Klubs haben auch schon zum letzten Mittel Trainerwechsel gegriffen, doch während die Düsseldorfer nach Kramers Beurlaubung derzeit auf Interimscoach Peter Hermann setzen und ihren neuen Chef noch suchen, wollte Paderborn das Glück gleich mit der ganz großen Lösung erzwingen. Im Oktober löste der frühere Nationalspieler Stefan Effenberg den erfolglosen Markus Gellhaus auf der Trainerbank ab. Was für ein Glamour in der ostwestfälischen Provinz - der "Tiger", Liebling der bunten Medien, sollte den vielleicht blassesten Außenseiter, der der Bundesliga je einen Besuch abgestattet hatte, wieder in die Spur setzen.

Der Erfolg dieser Unternehmung ist bislang extrem überschaubar. Zwar gewann der SCP die ersten beiden Partien unter "Effes" Regie, doch mit dem - seinerzeit noch augenzwinkernd hingenommenen - 1:7 bei Borussia Dortmund im DFB-Pokal gerieten die Blau-Schwarzen ins Rutschen. In den folgenden sechs Ligaspielen blieben sie sieglos, holten nur drei von 18 möglichen Punkten.

Doch nicht nur wegen dieser höchst bescheidenen Bilanz steht Effenberg heute gegen Fortuna massiv unter Druck. Nach dem 0:4 in Bochum suspendierte er in Mahir Saglik, Srdjan Lakic und SCP-Urgestein Daniel Brückner drei der bekanntesten Profis. Mutig und riskant zugleich: Sollte dieser radikale Schnitt nichts bewirken, steht der Trainer vor dem Sturz.

Solche Gedanken muss sich sein heutiges Gegenüber nicht machen - im Gegenteil. Nichts wäre Peter Hermann lieber, als wenn Fortuna noch vor Weihnachten einen neuen Chefcoach präsentierte. "Ich bin bald 64", betont er immer wieder, "und habe mich vor langer Zeit dafür entschieden, als Co-Trainer arbeiten zu wollen. Ich fange jetzt bestimmt nicht an, das zu ändern."

An seiner Startformation wird er indes einiges ändern müssen. Zwar kehrt Kapitän Karim Haggui nach seiner Gelb-Rot-Sperre zurück, dafür fällt dessen Vertreter Julian Koch wegen der fünften Gelben Karte aus. Zudem verletzte sich im Abschlusstraining Sercan Sararer bei einem Zweikampf mit Ihlas Bebou und trat die Busfahrt nach Ostwestfalen gar nicht erst an.

Da sich in Mathis Bolly ein möglicher Ersatz schon tags zuvor mit einer neuerlichen Oberschenkel-Blessur vorzeitig in die Ferien verabschiedete, spricht vieles für den Einsatz des 18-jährigen Emmanuel Iyoha auf dem linken Flügel. Auf der Sechser-Position könnte Christopher Avevor spielen - es wäre ein bemerkenswertes Zweitliga-Comeback nach seiner Knieverletzung vor fast genau einem Jahr.

Quelle: RP
 
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