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Fortuna Düsseldorf
"Kein Freiwild mehr für Schalke oder Dortmund"

Fortuna Düsseldorf: "Kein Freiwild mehr für Schalke oder Dortmund"
Frank Schaefer ist Leiter des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) sowie Sportlicher Leiter des Leistungs- und Übergangsbereiches. FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Ende 2018 soll das neue Nachwuchsleistungszentrum von Fortuna Düsseldorf am Flinger Broich stehen. Für Frank Schaefer und Erich Rutemöller ist es zentraler Bestandteil der weiteren Professionalisierung. Von Thomas Schulze

Seit sechs Wochen ist Frank Schaefer jetzt für die Fortuna tätig – als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) sowie Sportlicher Leiter des Leistungs- und Übergangsbereiches. Die ersten Eindrücke des Kölners sind natürlich positiv. Er sei herzlich aufgenommen und nur selten auf seine Kölner Herkunft angesprochen worden. Beeindruckt habe ihn die hohe Identifikation der Mitarbeiter mit der Fortuna. Er bekleide eine der komplexesten Positionen im Verein. "Es ist eine gute Basis gelegt im Rahmen der Möglichkeiten, die Fortuna hat", urteilt der 53-Jährige. "Jetzt geht es darum, den Verein infrastrukturell und personell weiterzuentwickeln."

Was die Infrastruktur betrifft, schlägt der Verein im kommenden Jahr ein neues Kapitel auf. Dann beginnt der Bau des neuen Nachwuchsleistungszentrums am Flinger Broich, das Ende 2018 fertig gestellt sein soll. "Es wird toll", verspricht Schaefer. Ein Verein stehe heute auf drei Säulen: Profis, Scouting und NLZ. "Die Nachwuchsarbeit ist heute extrem professionalisiert. Das hat nichts mehr mit einem Nachwuchstrainer oder -leiter von früher zu tun." Fortuna werde auch in absehbarer Zukunft den Champions-League-Klubs Dortmund, Schalke oder Mönchengladbach nicht Paroli bieten können. "Aber wir wollen auch nicht mehr Freiwild für sie sein, wo sie sich bedienen und uns Spieler wegholen können." Um das zu verhindern, müsse Fortuna einen speziellen, einen eigenen Weg gehen. Schaefer markiert diesen an drei Punkten: "Erstens wollen wir mehr Spieler halten. Es gibt keinen Grund, zu gehen. Wir werden nicht alle halten können; wir können nicht den Krieg gewinnen, aber Schlachten. Zweitens wollen wir körperlich schwächere Spieler weiterentwickeln und dabei Geduld haben. Denn drittens gehören zu einigen Zentren überdimensionale Internate, zum Beispiel in Leipzig mit 70, 80 Spielern. Die werden welche abgeben, und wir können einige aufnehmen und ihnen anbieten, auf dem zweiten Bildungsweg Profi zu werden."

Dass ausgerechnet in dieser Phase die zweite Mannschaft in der Regionalliga auf einem Abstiegsplatz steht, passt da natürlich nicht ins Konzept. "Das ist keine schöne Situation", sagt Erich Rutemöller, Vorstand Sport. "Der Abstand ist schon groß." Und da man davon ausgehen muss, dass Schalke und Köln einen Abstieg verhindern werden, so berägt der Rückstand auf den SC Verl satte zehn Zähler. Schaefer appelliert: "Das ist nicht unmöglich, aber sehr schwer. Aber wir müssen das Bestmögliche tun. Aufgeben und resignieren darf es nicht geben. Wir müssen so weit oben wie möglich landen, denn man weiß nicht, wer aufsteigt oder vielleicht Insolvenz anmelden muss." Aber auch ein Abstieg werde Fortuna nicht aus der Bahn werfen: "Ein Jahr in der Niederrheinliga geht nicht an die Substanz des Nachwuchsbereiches."

Ein Trainerwechsel kommt indes nicht infrage. "Wir werden alles tun, um Taskin zu helfen", sagt Erich Rutemöller. "Die Trainerfrage stellt sich nicht. Er steht außer Frage. Er hat bewiesen, dass er es kann." Vielmehr sei die Misere dem Weg geschuldet, junge Spieler in der ersten Mannschaft einzubauen. Das könne die zweite nicht kompensieren.

Quelle: RP
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