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| 15.39 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Düsseldorf kennt ganz andere Sieglos-Serien

Die Bilanz der Fortuna-Trainer seit 2003
Die Bilanz der Fortuna-Trainer seit 2003 FOTO: dpa, bt gfh
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf hat seit dem 20. November nicht mehr gewonnen. Sieben Spiele wartet der Zweitligist nun auf einen Erfolg – jetzt geht's nach Fürth. Es ist nicht lange her, da erlebten die Flingerner viel längere Durststrecken. Von Jan Dobrick

Es gibt Serien im Fußball, die lesen sich mit Schrecken. Der SC Tasmania 1900 Berlin spielte in seiner Vereinsgeschichte nur eine einzige Bundesligasaison, die blieb aber in Erinnerung: 15 Tore geschossen, 108 gefangen, zehn Punkte, 31 Spiele in Folge ohne Sieg – die Spielzeit 1965/66 war ein sportliches Fiasko.

Fortuna ist in dieser Saison weit davon weg, für andere Klubs den angeknockten Sparringspartner zu spielen. Im Prinzip ist es ganz ordentlich, was Trainer Friedhelm Funkel mit seiner Mannschaft anstellt: 20 Spiele, 26 Punkte, Platz zehn, neun Zähler Abstand zum Tabellenkeller, mehr wollte der Verein erst mal gar nicht.

Wer Fortuna begleitet, der kennt solche Serien

Sorgen macht sich der eine oder andere aber trotzdem, denn der letzte Sieg ist ganz schön lange her. Im November 2016 gab's ein mehr oder weniger glückliches 1:0 auf St. Pauli. Obwohl, was heißt eigentlich ganz schön lange her? Wer Fortuna begleitet, der kennt solche Serien und kann sie einordnen. Ein Rückblick.

So könnte Fortuna in Fürth spielen

Man spricht ja gerne von den guten alten 90ern. Auch die Fortunen hatten anno dazumal Grund zum Jubeln. In der Oberliga-Saison 93/94 etwa feierte man 15 Siege in Folge – gegen Germania Teveren, Schwarz-Weiß Essen oder den FV Bad Honnef. Andere Serien dagegen lassen erahnen, wie schlecht den Fans die Bratwurst zwischenzeitlich geschmeckt haben muss.

Eine Spielzeit mit drei extremen Formtiefs

Ein paar Beispiele gefällig? Bundesliga-Saison 1991/92, sechs Niederlagen zum Start, später 19 Spiele hintereinander sieglos, Abstieg. Wäre damals schon getwittert worden, hätte Tasmania garantiert mit einem ganzen Schwung Emojis Mitleid bekundet. 1992/93 warteten die Rot-Weißen in der 2. Bundesliga bis zum 9. Spieltag auf einen Erfolg, 1997/98 immerhin bis zum 8. Spieltag.

Zurückhaltung übten die Gegner auch in der Zweitliga-Spielzeit 1998/99 nicht. Da hatte Fortuna gleich drei eklatante Formtiefs: neun Spiele kein Sieg, kurz halbwegs gefangen, zehn Spiele kein Sieg, ein Ausreißer, sechs Spiele kein Sieg – ab in die Regionalliga. Schlimmer geht's also immer. Sieben Spiele ohne Erfolg hören sich plötzlich gar nicht mehr so schlimm an.

Fortuna macht sich auf den Weg nach Fürth FOTO: Falk Janning

Auch in der Aufstiegssaison 2011/12 gab es eine Durstrecke

Letztmals klagte der Klub übrigens in der Bundesliga-Saison 2012/13 über eine Sieben-Spiele-Durstrecke, vom 6. bis zum 12. Spieltag. Vom 23. bis zum 34. Spieltag fuhren die Rheinländer dann in zwölf Partien keinen Sieg mehr ein, es ging zurück in die Zweitklassigkeit. Was vielleicht Mut macht: Sogar in der Aufstiegssaison 2011/12, als man anfänglich 18 Spiele hintereinander nicht verlor, konnte Fortuna zwischendurch sechs Begegnungen in Folge nicht gewinnen. Manchmal ist es einfach wie verhext.

Trainer Funkel, der auf Statistiken ohnehin nicht viel gibt, ist vor dem Samstagsspiel bei der SpVgg Greuther Fürth (13 Uhr/Live-Ticker) sicher, einen Gegenzauber in der Tasche zu haben. "Die Jungs hadern nicht, sie arbeiten daran, wieder zu gewinnen. Dafür müssen wir von der ersten Sekunde an auf dem Platz sein", sagt der 63-Jährige: "Ein Sieg würde uns allen gut tun."

 
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