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Fortuna Düsseldorf
Fall Demirbay: Fortuna will DFB-Exempel nicht hinnehmen

Twitter-Reaktionen: "Man kann es auch übertreiben"
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Düsseldorf. Der Deutsche Fußball-Bund will Fortuna Düsseldorfs Kerem Demirbay für maximal fünf Spiele sperren. Der Profi hatte Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus beleidigt. Für den Verein ist die Entscheidung nicht nachzuvollziehen. Von Christoffer Kleindienst

Das kam dann doch überraschend. So überraschend, dass ein Raunen durch den Pressekonferenzraum in der Arena ging. "Wir haben gestern Abend Bescheid bekommen, dass Kerem Demirbay zusätzlich zu seiner Sperre aufgrund seiner Gelb-Roten-Karte noch weitere fünf Spiele gesperrt werden soll. Dabei sind zwei Spiele auf Bewährung ausgelegt", erklärte Rachid Azzouzi ruhig. 

 

Eine deftige Bestrafung hatte man schon erahnen können, als kurz nach dem Spiel der Fortuna beim FSV Frankfurt bekannt wurde, was Demirbay Referee Steinhaus nach seinem Platzverweis gesagt hatte. "Frauen haben im Fußball nichts verloren", waren seine Worte gewesen. Zuvor hatte er seine zweite Gelbe Karte im Spiel gesehen. Aussagen unter der Gürtellinie fallen zuhauf auf dem Fußballplatz. Im Jahr 2015 war aber klar, dass ein frauenfeindlicher Spruch Konsequenzen haben wird. 

Im Einzelnen sehen die nach der ersten Ermittlung des DFB-Kontrollausschusses wie folgt aus: Demirbay wird definitiv ein Spiel aufgrund seines Platzverweises fehlen. Im kommenden Spiel gegen Eintracht Braunschweig ist er entsprechend nicht dabei. Bei der Fünf-Spiele-Sperre würde Demirbay auf jeden Fall drei Partien fehlen, die anderen zwei Spiele sind auf Bewährung ausgelegt - sprich: Wenn sich der Profi im Laufe eines Jahres ähnliche Vergehen erlauben würde, träte auch diese Sperre in Kraft.

User-Reaktionen: "Demirbay zeigt mehr Anstand als so manch' anderer "Held" seiner Zunft"

Dem Verein wurde das Ergebnis des Kontrollausschusses vorgelegt, die Fortuna nahm es wenig überraschend nicht an: "Man muss jetzt auch mal die Kirche im Dorf lassen. Jeder hat mal einen doofen Spruch gesagt. Er hat sich sofort entschuldigt und wir stehen alle hinter Kerem. Er ist ein feiner Kerl", sagte Azzouzi, der noch anfügte: "Wenn man jemand mit Vorsatz im Spiel die Beine bricht oder ähnliches, dann musst du solch heftige Strafen geben. Aber bei einem Spieler, der etwas sagt und vorher nie auffällig war, kann ich das nicht nachvollziehen."

Der Fall wird somit wieder neu aufgerollt, im Fall der Fälle könnte das Ergebnis sogar noch heftiger ausfallen. Das sei dem Verein klar, sagte der Sportdirektor: "Aber wenn man einen Spieler für fünf Spieler sperrt - was soll denn dann noch kommen?" Der Kontrollausschuss wird sich nun erneut des Falles annehmen und in den kommenden Tagen eine Entscheidung treffen. Die Fortuna hofft dann auf eine positive Überraschung.

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