| 07.18 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Funkels Lieblingsschüler

Porträt: Kevin Akpoguma: Mega-Talent aus Hoffenheim
Porträt: Kevin Akpoguma: Mega-Talent aus Hoffenheim FOTO: Christof Wolff
Düsseldorf. Kevin Akpoguma ist zweikampfstark, schnell und einer der Lieblinge von Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel. Der Innenverteidiger hat sich in Düsseldorf zur zentralen Figur in der Abwehr entwickelt. Das zeichnete sich nicht ab, als er in der vergangenen Saison zeitweise zwischen Bank und Tribüne pendelte. Von Jan Dobrick

Akpoguma entzaubert momentan mit einer Selbstverständlichkeit die gegnerischen Angreifer, dass man sich unweigerlich fragt, warum er unter Frank Kramer und Marco Kurz so häufig beim kläglichen Verteidigen zusehen musste. Der junge Mann, der im Sommer 2015 extra an den Rhein gewechselt war, um Spielpraxis zu bekommen, muss sich in einem falschen Film gewähnt haben. Funkel allerdings, der sah den 21-Jährigen, der in der Warteschlange schlummerte, nach dem Casting für eine Hauptrolle vor. Und der U19-Europameister füllt diese mittlerweile preisverdächtig aus.

Akpoguma wird häufiger gefoult, als er Foul spielt

Mit 3:0 gewann die Fortuna ihr Pokalspiel in Rostock. Marcel Sobottka erzielte zwei Treffer, Torwart Michael Rensing zeigte spektakulär, was er kann. Und Innenverteidiger Akpoguma war an der Ostsee der Fels in der Brandung, er hielt gemeinsam mit Alexander Madlung den ganzen Laden zusammen. Akpoguma sorgt dafür, dass Rensing auch während eines Spiels Verschnaufpausen bekommt. Die gab es für den an Dauerbeschuss gewöhnten Keeper lange nicht, weil die Defensive einen fundamentalen Konstruktionsfehler hatte.

Ein Blick auf die Zahlen reicht aus, um zu zeigen, wie wichtig die Leihgabe von Bundesligist 1899 Hoffenheim für die Fortuna ist: Akpoguma gewinnt im Schnitt 64,3 Prozent seiner Zweikämpfe, 78 Prozent seiner Pässe kommen an. Er wird häufiger gefoult, als er selbst zu unlauteren Mitteln greift, ist flink genug, um brenzlige Situationen sauber zu lösen. Seine Aktionen sind sicher, abgeklärt und klar. Das Zusammenspiel mit Madlung funktioniert hervorragend. Der eine ist schnell auf den Beinen, der andere immens kopfballstark.

"Das Glück haben wir durch Kampf und Willenskraft auf unsere Seite gebracht"

Beim 1:0 gegen den VfB Stuttgart konnte Akpoguma sogar 83 Prozent seiner Zweikämpfe gewinnen. "Das Glück haben wir durch Kampf und Willenskraft auf unsere Seite gebracht", sagte er nach dem Spiel – und stellte fest: "Wir haben schon früh in der Saison gezeigt, wie es gehen kann und dass wir auch gegen große Mannschaften bestehen können." Der Youngster ist das beste Beispiel für das gestiegene Selbstvertrauen bei der Fortuna. Er blüht auf, übererfüllt seine Aufgabe. Und der Dank gilt dem Trainer, der den vielseitig Verwendbaren von der rechten Abwehrseite zurück ins Zentrum beorderte – und in den Mannschaftsrat.

Akpoguma bringt sich auch neben dem Platz ein. Er hilft den jüngeren Teamkollegen, spielt neben dem Innenverteidiger noch den Vermittler. Bis Ende Juni 2017 hat er noch einen Vertrag in Düsseldorf. Die Hoffnung, die Akpoguma mit sich trägt, hat also ein Ablaufdatum. Allerdings stellte der deutsche U21-Nationalspieler im Trainingslager in Maria Alm die Frage in den Raum: "Wer weiß, ob ich nicht sogar bei Fortuna bleibe?"

Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Fortuna Düsseldorf: Kevin Akpoguma ist der Liebling von Friedhelm Funkel


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.