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Fortuna Düsseldorf
Pyro und Einlass-Chaos – Fortuna geht Vorfällen in Duisburg nach

Fortuna-Fans brennen in Duisburg Pyrotechnik ab
Fortuna-Fans brennen in Duisburg Pyrotechnik ab FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Der Verein arbeitet die Vorfälle am Arena-Eingang in Duisburg auf. Dort hatten sich kurz nach Anpfiff des Abstiegsgipfels zwischen dem MSV Duisburg und der Fortuna chaotische Szenen abgespielt. Ordner seien der Polizei zufolge von Düsseldorfer Fans überrannt worden. Zehn Menschen wurden verletzt. Von Jan Dobrick

"Wir beschäftigen uns mit den Vorfällen, werden sie aber nicht vorschnell beurteilen", teilte die Fortuna auf Anfrage unserer Redaktion mit. Für die Düsseldorfer war es ein schwarzer Abend. Und das nicht nur sportlich. Etwa 500 Anhänger sollen der Polizei zufolge Druck auf die Absperrgitter an der Schauinsland-Arena aufgebaut haben, um Einlasskontrollen zu umgehen. Sie brachen durch. Acht Fans, ein Polizist und eine Ordnerin verletzten sich bei den Tumulten.

Die Anhänger, die sich vor den Toren drängten, sollten einzeln in einer Schleuse kontrolliert werden. Das sorgte für Unruhe und Chaos. Als das Spiel längst lief, standen viele Fortuna-Fans immer noch vor der Arena. 

Die dort positionierten Ordner seien um 18.50 Uhr überrannt worden, teilte die Polizei mit. Sie sprach von einem "bewussten Massenansturm". Etwa 2000 Anhänger seien gezielt erst um 17.50 Uhr – Anpfiff war um 18.30 Uhr – geschlossen vom S-Bahnhof Schlenk zum Stadion aufgebrochen, obwohl ihnen über Lautsprecherdurchsagen frühzeitig mitgeteilt worden sei, dass es bei einer so großen Gruppe zu erheblichen Verzögerungen am Einlass kommen werde.

Funkel: "Das kostet den Verein viel Geld" 

Es kam zu den prophezeiten Verzögerungen, die Emotionen kochten hoch. Schlussendlich entschieden sich die Einsatzkräfte wegen des hohen Drucks, die Absperrungen zu öffnen. In dem Chaos setzten sie Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Darüber beschwerten sich zahlreiche Gästezuschauer in den Sozialen Netzwerken, posteten Fotos von Verletzungen. Sie sprachen von Panik, einem schlechten Einlass-Konzept. Ein Anhänger zeigte sein zerschmettertes Handy. Zwei Düsseldorfer Ultra-Gruppierungen bitten Fans daher um Gedächtnisprotokolle. Sie wollen die Vorfälle aufklären und dem Verein darlegen. 

Vor dem Stadion stellte die Polizei viele Bengalos, Rauchtöpfe und Knallkörper sicher. Trotzdem brannten die Fortuna-Fans auch während des "Straßenbahn-Derbys" Pyrotechnik ab. Der Verein muss mit einer empfindlichen Strafe rechnen. Schiedsrichter Benjamin Brand unterbrach die Partie in der zweiten Halbzeit kurzzeitig. Er deutete an, die Spieler in die Kabine zu schicken, sollte erneut Feuerwerk gezündet werden.

"Pyrotechnik darf nicht sein. Das kostet den Verein viel Geld", sagte Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel. "Unsere Haltung zu Pyrotechnik ist vollkommen klar: Wir verurteilen das und werden die Vorfälle aufarbeiten. Dennoch möchte ich ganz klar sagen, dass auch in Duisburg die Unterstützung wieder klasse war", ergänzte Vereinsboss Robert Schäfer. 

Polizei leitet 24 Strafverfahren ein 

Auch bei der Abreise der Fortuna-Fans gab es einen Zwischenfall. Am Bahnhof Schlenk, an dem vor der Partie schon Leuchtkörper gezündet wurden, setzten die Einsatzkräfte Wasserwerfer ein. Düsseldorfer Anhänger hätten eine Polizeiabsperrung durchbrechen wollen, hieß es von Seiten der Polizei. Außerdem sollen sie die Einsatzkräfte mit Flaschen beworfen haben. Insgesamt wurden 24 Strafverfahren eingeleitet.

Für einen weiteren Aufreger hatte eine technische Panne vor dem Spiel gesorgt: Eine Bahn, die Hunderte Düsseldorfer Anhänger zum Stadion bringen sollte, hatte einen Defekt. Keiner von ihnen erreichte seinen Platz rechtzeitig. 

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