| 07.01 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Die Startelf nimmt Konturen an

Testspiel: Fortuna - Ipswich Town
Testspiel: Fortuna - Ipswich Town FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Beim 4:3 gegen Ipswich Town überwogen deutlich die positiven Aspekte. Gestützt auf ein starkes Mittelfeld überzeugten die Düsseldorfer ihre Fans. Fast alle, die am Freitag die Partie begannen, werden auch in Berlin erste Wahl sein. Von Bernd Jolitz

Fortuna hatte komplett auf Feiermodus umgestellt. Sieben Treffer im Testspiel vor ausverkauftem Haus gegen die alten Freunde von Ipswich Town (4:3), anschließend eine stimmungsvolle Fanparty mit 1500 Teilnehmern aus beiden Lagern im Stahlwerk, gestern dann noch die Saisoneröffnung rund um die Esprit-Arena - an diesem Wochenende schüttelte der Fußball-Zweitligist die missratene vergangene Saison aus den Kleidern.

Vor allem Ulli Münsterberg, dem engagierten und fleißigen Cheforganisator, und seinem Team war es zu gönnen, dass der Besuch der Fanfreunde aus England zur runden Sache wurde. Und so war ihm schon ein wenig die Rührung anzumerken, als fast alle unter den 5700 im Paul-Janes-Stadion fröhlich schunkelnd gemeinsam die Beatles-Hymne "Hey Jude" schmetterten.

Fortuna-Profis feiern mit Fans den Familientag FOTO: Falk Janning

Auf das Sportliche hatte Münsterberg natürlich keinen Einfluss. Umso erfreulicher, dass schließlich auch dieser Sektor überwiegend mit dem Etikett "vielversprechend" versehen werden durfte. "Das war ein Offensivspektakel", fasste Fortunas Cheftrainer Frank Kramer zusammen. "Schön für die Fans, und wir sollten nie vergessen, dass wir das vor allem für die Fans machen."

Natürlich passte gegen Ipswich noch nicht alles. Die drei Gegentreffer hatten schon etwas von Slapstick, da war neben dem persönlichen Fauxpas von Torhüter Lars Unnerstall auch deutlich zu merken, dass drei Viertel der Viererkette neu bei Fortuna sind. Und vorn verpassten Didier Ya Konan, Sercan Sararer und Joel Pohjanpalo so viele Gelegenheiten, dass - angesichts von vier tatsächlich erzielten Treffern - ein Rekordergebnis möglich gewesen wäre. "Wir haben schon noch ein paar Arbeitsaufträge erhalten", beschrieb das Kramer.

Fortuna feiert Fanparty im Stahlwerk FOTO: Falk Janning

Das Lächeln, das der Trainer dabei im Gesicht trug, zeigte jedoch, dass auch er seine Truppe auf dem richtigen Weg sieht. "Klar hätten wir mehr Tore machen müssen, aber man hat in unserer Offensive einen deutlichen Fortschritt gesehen", analysierte der 43-Jährige. "Wir hatten sehr viele klar herausgespielte Chancen." Dies vor allem, weil Fortuna sich auf ein sehr gut aufgelegtes Mittelfeld stützen konnte. Michael Liendl deutete endlich wieder einmal jene Qualitäten an, die ihn zu Beginn seiner Düsseldorfer Zeit ausgezeichnet hatten, an seiner Seite in der Doppel-Sechs zeigte Julian Koch ein nahezu perfektes Spiel. Auf den Außenpositionen marschierten Mathis Bolly und Sercan Sararer, als gäbe es kein Morgen mehr. "Ich glaube, Mathis hat in seiner Euphorie 25 Sprints angezogen", sagte Kramer. "Da habe ich ihn lieber zur Pause rausgenommen, denn wir wollen uns seine Stärken noch ein wenig länger erhalten."

Ansonsten wechselte der Trainer freilich sehr spät: ein klares Indiz dafür, dass er seiner potentiellen Startformation für den Saisonauftakt am 26. Juli bei Union Berlin nähergekommen ist. Zwar mahnte Kramer pflichtgemäß: "In einer Woche kann noch viel passieren." Er fügte jedoch an, dass "man irgendwann die gewisse Wettkampfhärte" brauche, die Profis sich nur aneignen könnten, wenn sie 60 Minuten oder länger spielen. Für all die, die gegen Ipswich erst spät mitmischen durften, bedeutet das noch nicht das Ende aller Hoffnungen. Die Startelf vom Freitag, immerhin mit sechs Zugängen, dürfte aber zu großen Teilen auch jene sein, die in die Alte Försterei einlaufen wird.

Fortunas Traditionsmannschaft siegt bei Comeback FOTO: Falk Janning

****

Möchten Sie keine Fortuna-News verpassen? Dann folgen Sie unserer Fortuna-News-Seite auf Facebook!

 
 
Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Fortuna Düsseldorf kommt ihrer Startelf näher


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.