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Fortuna Düsseldorf
Kurz hat Fortunas Probleme erkannt

Kurz kann großen Kader beim Training begrüßen
Kurz kann großen Kader beim Training begrüßen FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Das Testspiel in Aachen zeigte, wo noch besonders viel Arbeit auf den neuen Trainer wartet. Beim 5:3-Sieg wackelte die Defensive bedenklich, während es im Angriff schon viel versprechende Ansätze zu sehen gab. Von Bernd Jolitz

Marco Kurz nimmt kein Blatt vor den Mund. Er kommt nicht mit branchenüblichen Floskeln daher, sondern analysiert selbst ein Testspiel bei einem Viertligisten so, als ginge es bereits um Punkte für den Verbleib in der 2. Bundesliga. "Wir müssen von einer schwachen ersten Hälfte sprechen", sagt er im Rückblick auf den 5:3-Sieg bei Alemannia Aachen am Mittwochabend. "Wir waren schlecht gestaffelt, haben den Gegner immer wieder eingeladen, in unsere Schnittstellen zu spielen, und haben große individuelle Fehler gemacht."

Klare Worte, angebrachte Worte. Kurz hatte vor der Pause in der Vierer-Abwehrkette und im Tor die vermeintliche Zweitbesetzung ins Rennen geschickt - und niemand davon konnte sich als Alternative für das etablierte Abwehr-Quintett anbieten. Das ist es, was Kurz mit seinem Kommentar meint: "Vorbereitungsspiele dienen einem Trainer dazu, Eindrücke zu bekommen, von Spielern wie von Formationen. Auch weniger positive Eindrücke sind dabei wichtig für einen Trainer."

Erst recht, wenn das Transferfenster noch geöffnet ist, so wie jetzt bis zum 1. Februar. Denn Kurz weiß ebenso wie Sportdirektor Rachid Azzouzi, dass Fortuna einen zweiten Anzug benötigt: Mit einer Abwehrformation allein kann man die verbleibenden 15 Saisonspiele nicht erfolgreich bestreiten. Torhüter Lars Unnerstall sowie die Außenverteidiger Kevin Akpoguma und Fabian Holthaus haben ihr Standing in Aachen gewiss nicht verbessert, nach ordentlichem Beginn geriet auch Innenverteidiger Christian Strohdiek aus der Spur. Bestätigt sich dieser Trend, wird Azzouzi auch in Sachen Defensive noch einmal den Markt untersuchen müssen.

Für den Angriff muss er das ohnehin tun – doch dort gab es in Aachen wenigstens positive Ansätze zu sehen. "Wir hatten gute Aktionen und gute Chancen", fasst Marco Kurz zusammen. "Mir war es wichtig, dass unsere Aktionen durchgespielt werden und die Positionen besetzt sind. Es war eine flüssige, lebendige zweite Hälfte, auch wenn das dritte Gegentor wieder zu einfach fiel."

Für den Fluss war zum einen das spritzige Duo auf der Doppel-Sechs, bestehend aus Christopher Avevor und Christian Gartner, verantwortlich, insbesondere jedoch die Flügelzange aus dem eigenen Nachwuchs. Ihlas Bebou sprühte auf dem rechten Flügel vor Einsatzfreude, Emmanuel Iyoha nutzte links erneut die Chance, auf sich aufmerksam zu machen. Hier entsteht aus den eigenen Reihen Druck auf die scheinbar etablierten Profis – Mike van Duinen, Joel Pohjanpalo und vor allem der wieder einmal enttäuschende Didier Ya Konan müssen ihr Engagement erhöhen.

Lichtblicke in der Offensive gibt es also, doch ob es ohne Verstärkungen von außen reichen wird, bleibt fraglich. Die Hoffnung, Charlison Benschops Rückkehr aus Hannover zu bewerkstelligen, lebt weiter.

Quelle: RP
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