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Fortuna Düsseldorf
Azzouzi: "Marco Kurz ist die ärmste Sau"

Reaktionen: "In der zweiten Halbzeit war es definitiv von allem zu wenig"
Reaktionen: "In der zweiten Halbzeit war es definitiv von allem zu wenig"
Düsseldorf. Nach der 0:1-Niederlage von Fortuna Düsseldorf beim SV Sandhausen fanden die Verantwortlichen deutliche Worte. Die Zukunft von Trainer Marco Kurz ist ungewiss.  Von Christoffer Kleindienst und Bernd Jolitz

Dass die Stimmung bei den Fortunen schlecht sein würde, war klar. Dass die Statements nach der Partien dann aber so extrem ausfielen, hatten wohl nur ganz Wenige vermutet. Paul Jäger, Interimsvorstandsvorsitzender der Düsseldorfer, schäumte in der Mixed Zone vor Wut. "Ich habe keine Lust mehr, etwas schön zu reden", begann er seine schonungslose Analyse: "Was einige von uns abgeliefert haben, ist ein Schlag ins Gesicht für die Fans." Diese Aussagen saßen, allerdings war Jäger mit seiner Abrechnung noch nicht fertig: "Ich habe in der zweiten Halbzeit eine Mannschaft gesehen, die beherzt gegen den Abstieg gespielt hat – und das war der SV Sandhausen."

Diese Einschätzung besaß er nicht exklusiv, auch Sportdirektor Rachid Azzouzi teilte kräftig gegen die Spieler aus. Auch für ihn war die Leistung nach der Pause nicht zu tolerieren. "Das war in der zweiten Halbzeit einfach von allem zu wenig. Wenn wir so auftreten, werden wir keine Chancen haben, die Klasse zu halten", sagte der 43-Jährige. Die Partie war keineswegs ansehnlich, es war ein zäher Kick – was anderes hätte man aber auch nicht erwarten können: Die Düsseldorfer hatten drei Partien in Folge verloren, Sandhausen gar vier. Diese Statistik ist nicht nur eine Erklärung für die schwache Leistung der Teams, explizit der Fortunen. Es zeigt auch, dass die Luft für Trainer Kurz nach nur sieben Spielen eng wird. 

User-Reaktionen: "Die ärmste Sau sind die Fans"

Seitdem er übernommen hat, ist das Team keineswegs stabiler geworden, es ist noch weiter in den Abstiegssumpf hineingeraten. Den Super-GAU, den Gang in die 3. Liga, werden die Düsseldorfer mit allen Mitteln verhindern wollen. Und so antwortete Azzouzi auf die Frage, ob der letzte Reiz im Abstiegskampf, der Trainerwechsel, auch noch gesetzt werden soll, nur: "Im Moment bin ich einfach nur brutalst enttäuscht. Marco Kurz ist für mich die ärmste Sau. Er bringt alles ein, aber die Mannschaft bringt es nicht auf den Platz." Kurz' Zukunft ist demnach offen. 

Der Trainer selber gab nach der Partie eine eher unglücklich Figur ab – seine Analyse fiel erstaunlich positiv aus: "Wir sind gut ins Spiel gekommen, hatten auch schon in der Anfangsphase unsere Möglichkeiten. Die erste Halbzeit war von uns in Ordnung, auch wenn wir kurz vor der Pause durch den verschossenen Elfmeter Glück hatten. Aus der Pause sind wir wieder gut gekommen, haben die erste Aktion, als Torwart Knaller hervorragend hält. Wir waren das bessere Team und wollten mehr Fußball spielen, doch in der zweiten Hälfte wurden dann fast nur noch lange Bälle geschlagen und es kam auf die zweiten Bälle an. Der entscheidende landet bei Sandhausen und wir geraten in Rückstand. Das ist bitter, aber wir müssen das Glück auch mehr erzwingen als über weite Strecken der Partie." Ob es in der kommenden Woche noch unter seiner Regie passiert, ist allerdings fraglich.

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