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Fortuna Düsseldorf
Kurz soll Fortuna in bessere Zeiten führen

Fortuna trainiert an Altweiber im strömenden Regen
Fortuna trainiert an Altweiber im strömenden Regen FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Mit dem neuen Cheftrainer wollen die Düsseldorfer möglichst schnell die Abstiegszone der 2. Fußball-Bundesliga verlassen. Am Samstag starten sie mit dem Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim in die Rest-Rückrunde. Von Bernd Jolitz

Es ist eine Aufgabe, die eines Herkules würdig wäre. Dabei hat der Mann, der sie angehen muss, gar nicht die Statur eines Sagenhelden. Marco Kurz, der als einer der "Eurofighter" 1997 mit dem FC Schalke 04 den Uefa-Pokal gewann, misst 1,85 Meter und ist auch knapp ein Dutzend Jahre nach seinem Karriere-Ende als Fußball-Profi ganz dicht an seinem Kampfgewicht von 76 Kilo. Seit dem 23. Dezember ist er neuer Cheftrainer des Fußball-Zweitligisten Fortuna Düsseldorf – und will den Traditionsklub nun in bessere Zeiten führen.

Es ist keinen Tag zu früh dafür, denn Fortuna steckt in einer extrem schwierigen Phase. In der 2. Liga steht sie nach 19 Spieltagen auf dem 15. Tabellenplatz, nur sechs Punkte von einem direkten Abstiegsrang entfernt, nur drei sogar vom Relegationsplatz 16, den derzeit Bundesliga-Absteiger SC Paderborn belegt.

Hinzu kommt, dass die Vereinsführung in der Öffentlichkeit eine unglückliche Figur abgibt, da der Aufsichtsrat nach der Demission des Vorstandsvorsitzenden Dirk Kall Anfang Oktober mehr als ein Vierteljahr benötigte, um einen Nachfolger für ihn zu finden.

In diesem schwierigen Umfeld muss Kurz die Düsseldorfer zurück in die Erfolgsspur führen. Leicht wird das nicht, da die ersten Eindrücke seit dem Beginn der Vorbereitung auf die Rest-Rückrunde zeigten, dass Fortuna ihre größte Schwäche – das Verwerten von Torchancen – wohl nicht so bald beilegen wird. Der neue Chefcoach spricht seinen Spielern in dieser Hinsicht allerdings Mut zu: "Ich wäre weitaus stärker beunruhigt, wenn wir uns diese Chancen gar nicht erst erarbeiten würden."

Der erste Gegner im Pflichtspielprogramm des Jahres 2016 ist nicht eben dafür bekannt, seinen Kontrahenten allzu viele Tormöglichkeiten zu gestatten. Der 1. FC Heidenheim, im Frühjahr 2014 erstmals in die 2. Bundesliga aufgestiegen und am Samstag ab 13 Uhr Gast in der Düsseldorfer Arena, stellt eine ausgesprochen geerdete Truppe, deren ganz große Stärke der Zusammenhalt ist. Und die Kontinuität: Sowohl Trainer Frank Schmidt als auch Kapitän Marc Schnatterer sind mit Verträgen bis Juni 2020 ausgestattet. Gerade die krisengeschüttelten Fortunen können von so viel Harmonie nur träumen.

Sportdirektor Rachid Azzouzi und Marco Kurz gehen den langgezogenen Endspurt im Kampf um den Klassenerhalt mit einem gegenüber dem alten Jahr kaum veränderten Kader an. Neu an Bord sind freilich der griechische Flügelspieler Charalampos Mavrias vom englischen Premier-League-Klub AFC Sunderland und Stürmer Nikola Djurdjic vom Bundesligisten FC Augsburg. Dazu kam noch der 18-jährige Mittelfeldakteur Justin Toshiki Kinjo vom TSV 1860 München, wobei der Japaner eher ein Perspektivspieler für die Zukunft ist.

Nicht mehr dabei sind dafür Stürmer Mike van Duinen (ausgeliehen an Roda Kerkrade) sowie Linksverteidiger Fabian Holthaus, der bis zum Saisonende an den Drittligisten Dynamo Dresden ausgeliehen wurde. "Fabian soll dort Spielpraxis sammeln", erklärt Azzouzi. "Wir haben aber ganz bewusst keine Kaufoption vereinbart, denn er wird im Juni auf jeden Fall zu uns zurückkehren."

Beim 21-jährigen Mavrias dagegen ließ Azzouzi eine Kaufoption in den Leihvertrag mit Sunderland hineinschreiben. Der fünfmalige griechische Nationalspieler galt noch vor drei Jahren als größtes Talent seines Landes, ehe es nach dem Wechsel auf die Insel und zwei Trainerwechseln beim AFC etwas stiller um ihn wurde. Jetzt will der Offensivmann bei Fortuna noch einmal richtig angreifen. Ebenso wie Djurdjic, der bis zum Jahresende an Malmö FF ausgeliehen war und für die Schweden sogar sechsmal in der Champions League zum Einsatz kam – gegen Real Madrid, Paris St. Germain und Schachtjor Donezk. Die bislang so sturmschwachen Düsseldorfer können die Verstärkungen dringend gebrauchen.

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