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Fortuna Düsseldorf
Kurz weist verblüffende Parallelen zu Meier auf

Das ist Marco Kurz
Das ist Marco Kurz FOTO: dpa, Fredrik von Erichsen
Düsseldorf. Vita und Profil von Fortunas neuem Trainer Marco Kurz und dem früheren Düsseldorfer Trainer Norbert Meier ähneln einander: Beide feierten als Spieler Titel und als Trainer Aufstiege, aber beide hatten auch einen Karriereknick. Von Thomas Schulze

Die einen sagen, gut Ding braucht Weile; die anderen sprechen von mangelnder Professionalität. Während Branchenprimus Bayern München in einem Atemzug die Trennung von Pep Guardiola bekanntgab und in Carlo Ancelotti den Nachfolger präsentierte, benötigte Fortuna exakt einen Monat, um in Marco Kurz den Nachfolger des beurlaubten Frank Kramer vorzustellen.

Azzouzi: "Viele Möglichkeiten geprüft"

"Wir haben bei der Auswahl unseres neuen Cheftrainers bewusst Zeit investiert und dabei viele Möglichkeiten geprüft, weil es für unseren Verein eine extrem wichtige, aber auch wegweisende Entscheidung ist", erklärte Rachid Azzouzi. Dass der Sportdirektor gespürt hat, dass Kurz "nach seiner Pause auf die neue Aufgabe bei der Fortuna brennt", ist selbstverständlich. Auch der ehemalige Vorstandsvorsitzende Dirk Kall hatte bei Frank Kramer das Feuer in den Augen gesehen. Und Paul Jäger war im Sommer von der Wahl Kramer überzeugt und ist es nun von Kurz.

Weitaus entscheidender könnte sein, dass Azzouzi und der kommissarische Vorstandsvorsitzende Paul Jäger einen Mann gesucht haben, dessen Vita und Profil dem Trainer ziemlich ähneln, der als letzter in Düsseldorf erfolgreich gearbeitet hat: Norbert Meier.

Meier ist 57 Jahre alt. Er absolvierte 331 Bundesligaspiele für Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach, in denen der ehemalige Stürmer 84 Tore schoss. 1988 wurde er mit Bremen Deutscher Meister unter Trainer Otto Rehhagel. Als Trainer feierte er mit seinen Mannschaften vier Mal einen Aufstieg: 2005 führte er den MSV Duisburg in die Bundesliga, 2009 Fortuna Düsseldorf in die zweite und 2012 in die erste Liga und 2015 Arminia Bielefeld in die zweite Liga. Von zwei Rückschlägen blieb er nicht verschont. 2005 sorgte er in Duisburg für negative Schlagzeilen, als er dem Kölner Albert Streit einen Kopfstoß versetzte und 2013 konnte er nach privaten Turbulenzen den Abstieg der Fortuna nicht mehr verhindern.

Kurz ist 46 Jahre alt. Er absolvierte 300 Bundesligaspiele für den VfB Stuttgart, 1. FC Nürnberg, Borussia Dortmund, Schalke 04 und 1860 München, in denen der Abwehrspieler fünf Tore erzielte. 1995 wurde er mit Borussia Dortmund Deutscher Meister unter Trainer Ottmar Hitzfeld und gewann 1997 mit Schalke 04 den Uefa-Pokal unter Trainer Huub Stevens. Als Trainer arbeitete er für 1860 München, den 1. FC Kaiserslautern, 1899 Hoffenheim und den FC Ingolstadt. Seinen größten Erfolg feierte er 2010, als er den Pfälzer Traditionsverein in die Bundesliga führte und dort auf Anhieb Siebter wurde. Ein Karriereknick bedeuteten seine beiden jeweils nur drei Monate währenden Kurz-Engagements in Hoffenheim und Ingolstadt.

Marco Kurz passte – wie Mike Büskens – ideal nach Schalke, weil er Fußball voller Leidenschaft arbeitete und dabei ein großes Kämpferherz bewies. Stevens schätzte Kurz' Disziplin und Kopfballstärke. Er verkörpert diese Art Fußball und fordert sie ab dem 7. Januar von seiner Mannschaft ein: "Wir werden die nächsten Wochen und Monate mit Freude und Engagement daran arbeiten, den Zuschauern leidenschaftlichen und ehrlichen Fußball zu bieten."

Quelle: RP
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