| 15.10 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Die ärmste Sau im Fortuna-Dress

Porträt: Michael Rensing: Über Köln und Leverkusen zu Fortuna Düsseldorf
Porträt: Michael Rensing: Über Köln und Leverkusen zu Fortuna Düsseldorf FOTO: rpo, Falk Janning
Düsseldorf. Michael Rensing zeigt Spieltag für Spieltag gute Leistungen, das Resultat ist dennoch ernüchternd. Die Fortuna konnte 19 von 25 Spielen nicht gewinnen, häufig bewahrte der Keeper sein Team vor höheren Niederlagen. Von Christoffer Kleindienst

Es gab diesen einen Moment, da hatte auch Rensing die Schnauze voll. Am 14. Spieltag der aktuellen Zweitliga-Saison verlor die Fortuna mit einer hanebüchen schlechten Leistung beim FC St. Pauli 0:4, da stapfte der Keeper nach dem Schlusspfiff einfach vom Platz. Den obligatorischen Spielerkreis nach der Partie ignorierte er, schnurstracks ging es für ihn in die Katakomben des Millerntor-Stadions. Ob es daran lag, dass vier Gegentreffer nun doch einfach zu viel für einen Torwart sind, Lennart Thy gleich alle Tore erzielte oder die vergangene Auswärtspartie in Hamburg auch 0:4 endete – man weiß es nicht. 

"Ich sage heute mal besser gar nichts", war der einzige Satz, den Journalisten ihm in der Mixed Zone entlocken konnten. Kerem Demirbay, der schon während der Partie von Rensing angegangen wurde, sagte später nur: "Ich nehme es nicht persönlich, wenn ich geschubst werde. Es ist absolut richtig, dass er nach vier Gegentoren auch mal verrückt spielt und so reagiert." Verständnis konnte irgendwie jeder für den vollends entnervten Keeper aufbringen. Umd wenn man schonmal so viel Empathie mit Rensing hegt, fragt man sich allerdings auch, warum er in den vergangenen Wochen die Ruhe bewahrte. 

Die Düsseldorfer Verteidigung ist zwar gut, die Mannschaft funktioniert aber regelmäßig nicht. Und so haben die Fortunen zwar einen akzeptablen Wert hinsichtlich der Gegentreffer (34), das Team kassiert aber dennoch fast immer welche. Lediglich fünf Mal blieb Rensing in dieser Saison ohne Gegentor – dabei zeigt er regelmäßig überduchschnittliche Leistungen. In der aktuellen Spielzeit leistete er sich bisher nur einen echten Patzer, ansonsten war auf ihn Verlass. Bereits sechs Mal wurde er von unseren Usern zum Spieler des Spiels gewählt, kein anderer Spieler wurde so häufig ausgezeichnet.

Auch gegen den KSC zeigte er mehrmals seine Klasse: Er vereitelte gleich mehrfach Großchancen von Stürmer Dimitris Diamantakos, der nicht anders konnte, als mit Rensing nach einer weiteren Parade in der zweiten Halbzeit abzuklatschen. Das Lied war dennoch wieder dasselbe. Wenig später wurde Hiroki Yamada im Strafraum sträflich allein gelassen, der Japaner ließ dem Torwart keine Chance. "Wir hatten uns durch die vier Punkte aus den Spielen in Freiburg und gegen Nürnberg eigentlich ein wenig herausgearbeitet, nun stecken wir mehr denn je mittendrin. Dass es ein weiter Weg werden würde, ist uns schon lange klar. Wir hatten heute richtig gute Möglichkeiten. Zum einen hatten wir kein Glück, zum anderen hat der Torwart sehr gut gehalten", zollte Rensing nach der Partie seinem Gegenüber Respekt. 

 

Über ihn selber wurde nur wenig gesprochen. Immerhin honorieren die Fans seine Leistung und werden ihn wohl erneut zum Spieler des Spiels wählen. Gut möglich, dass Rensing die beste Saison seine Karriere spielt. Es wäre umso tragischer, wenn sein Team das nicht ausnutzen und nicht immerhin die Klasse halten könnte.

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