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Fortuna Düsseldorf
Spannendes Rennen ums Fortuna-Tor

Fortuna Düsseldorf: Michael Rensing oder Lars Unnerstall?
FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorfs Team für den Saisonstart der 2. Bundesliga steht nahezu. Zehn von elf Positionen scheinen vergeben – lediglich die Torwartposition wirft vor dem Auswärtsspiel bei Union Berlin noch Fragen auf.  Von Christoffer Kleindienst

Wie sich die Zeiten doch ändern können. Als Oliver Reck noch Cheftrainer war, sagte er, dass es keine echte Nummer Eins bei ihm gebe. Lars Unnerstall und Michael Rensing seien gleichwertig – und dennoch spielte Rensing fast immer, wenn er fit war. Vor einigen Wochen erklärte der neue Fortuna-Coach Frank Kramer, er würde eine klare Hierarchie im Tor bevorzugen. Wenige Tage vor dem Start der neuen Saison ist aber noch nicht sicher, wem Kramer schließlich das Vertrauen schenken wird. 

Dabei waren sich eigentlich alle Außenstehenden sicher, dass Kramer es nicht wirklich ernst meinte, als er Mitte Juni sagte: "Wir haben zwei hervorragende Torhüter, und beide haben die gleiche Chance, sich zu empfehlen." Rensing war einer der wenigen Spieler, die in der Katastrophen-Rückrunde 2015 gute Leistungen zeigte und so auch unter Interimstrainer Taskin Aksoy gesetzt war. Unnerstall zeigte bei seinen sporadischen Einsätzen keine eklatanten Schwächen, den ein oder anderen kleinen Fauxpas leistete er sich allerdings.

Beide Keeper patzten in der Vorbereitung

Demnach schien die Sache auch unter Kramer klar zu sein. Ist sie aber nicht. Neun Testspiele absolvierte die Fortuna in der Vorbereitung, sowohl Rensing als auch Unnerstall durften jeweils exakt 360 Spielminuten auf dem Spielfeld verbringen. Zwei Halbzeiten lang durfte der dritte Mann, Tim Wiesner, das Düsseldorfer Tor hüten.

So wirklich auszeichnen konnten sich die beiden Kandidaten um den Stammplatz im Kasten jedoch nicht, 13 Gegentreffer kassierte die Fortuna in diesen Spielen. Auch wenn die Schuld daran vermehrt bei den Vorderleuten gesucht werden musste, leisteten sich beide Torleute jeweils einen folgenschweren Patzer.

Rensing sah beim ersten Treffer im Spiel gegen den niederländischen Topklub Feyenoord Rotterdam nicht gut aus. Der Schuss war zwar platziert, unhaltbar war er aber nicht. Aufsehenerregender patzte allerdings Unnerstall, der beim Auftakt des "Fortuna-Triples" in der Partie gegen Ipswich Town einen Steilpass falsch einschätzte: Er kam heraus, der Stürmer war aber deutlich früher am Ball und lupfte das Spielgerät ins Tor. 

Rensing macht sich bemerkbar

Eigentlich hat Unnerstall beim Rauslaufen Vorteile gegenüber Rensing, der Teamkollege ist allerdings auf der Linie deutlich stärker. Zudem kommuniziert der ehemalige Bayern-Profi mehr, er macht sich auf dem Platz bemerkbar. "Das kenn echt nicht sein, dass du den Kerl nicht einfach viel früher foulst. Das ist viel zu lieb!", schimpfte er nach dem sehenswerten Freistoßtor von Viktoria Köln am Montag lautstark in Richtung Feldspieler. 

Das teaminterne Duell auf Augenhöhe wird Kramer in den kommenden Tagen, also kurz vor dem Saisonstart, mit einem klaren Sieger beenden. "Bevor wir irgendetwas verkünden werden wir mit den Jungs selber sprechen", so der Coach.

Es ist eine Situation, die Rensing nur zu gut kennt. Seit seiner Premierensaison bei der Fortuna muss er um den Stammplatz kämpfen. Seine Bilanz ist ausgeglichen: In der Saison 2013/14 verlor er das Duell gegen Fabian Giefer, es kam zum Eklat: Rensing verließ wenige Stunden vor dem ersten Saisonspiel gefrustet die Umkleidekabine. Immerhin dürfte klar sein, dass Rensing so etwas nicht nochmal passiert wird.

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