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Fortuna Düsseldorf
Fortuna trennt sich von Veteranen

Fortuna Düsseldorf: Nach Goran Vucic muss auch Ilja Ludenberg gehen
Ilja Ludenberg wird ab Sommer nicht mehr für die Scoutingabteilung der Fortuna arbeiten. FOTO: rpo, Falk Janning
Düsseldorf. Ein langjähriger Angestellter nach dem anderen verschwindet von der Gehaltsliste des Fußball-Zweitligisten. So auch in der Scouting-Abteilung: Nach Goran Vucic muss im Sommer auch Ilja Ludenberg gehen. Von Bernd Jolitz

Bei Fortunas Fans ist Ilja Ludenberg ausgesprochen beliebt. Als Stadionsprecher gehört er nicht zu jenen Marktschreiern, die echten Fußballfreunden mit "Danke-Bitte"-Mätzchen gehörig auf den Zünder gehen, sondern überzeugt durch kompetent dargebrachte Informationen. Erst kürzlich feierte der 46-Jährige sein zehnjähriges Jubiläum an Fortunas Stadionmikrofon.

Ob noch weitere Jahre hinzukommen, ist jedoch äußerst fraglich. Die Moderation der Düsseldorfer Spiele, die Ludenberg gemeinsam mit Andre Scheidt über die Bühne bringt, ist schließlich nur ein Nebenjob. Die Mehrzahl seiner Brötchen verdient sich der gelernte Dachdeckermeister als Mitarbeiter von Fortunas Scouting-Abteilung – ein Job, für den er als langjähriger Teammanager von Fortunas zweiter Mannschaft qualifiziert ist.

Offensichtlich jedoch genügt Sportvorstand Helmut Schulte diese Qualifikation nicht mehr. Wie unsere Redaktion erfuhr, wird Ludenbergs Vertrag als Scout, der zum 30. Juni ausläuft, nicht verlängert. Mehr noch: Schulte teilte dem gebürtigen Düsseldorfer mit, dass er bei fortlaufender Gehaltszahlung mit sofortiger Wirkung freigestellt sei. Ludenberg möchte zu dem Thema gar nicht viel sagen, erst auf Anfrage unserer Redaktion antwortet er: "Es soll eine Mitteilung Fortunas veröffentlicht werden, aber wenn Sie mich konkret fragen, kann ich Sie ja nicht anlügen."

Noch ist nicht klar, wie lange Ludenberg als Stadionsprecher weitermachen wird. "Die eine Funktion ist nicht an die andere gekoppelt", erklärt er. "Die Moderation ist jedoch nur ein geringfügiger Nebenjob. Ob ich die Zeit und die Möglichkeit habe, ihn weiter auszuüben, hängt davon ab, was ich hauptberuflich ab 1. Juli tun werde."

Scouting-Abteilung besteht nur noch aus drei Mann

Auffällig ist, dass ein Fortuna-Urgestein nach dem anderen seinen Job beim Zweitligisten verliert, seit Schulte am 1. Januar 2014 sein Amt antrat. Den Anfang machte der langjährige Co-Trainer Uwe Klein, der inzwischen Sportdirektor bei Hansa Rostock ist. Es folgte zum Jahreswechsel Goran Vucic, der früher die zweite Mannschaft trainierte und später als Scout arbeitete – heimlich, still und leise lief sein Vertrag aus. Somit besteht die Scouting-Abteilung nur noch aus Schultes Vertrautem Stefan Studer, Mark Ulshöfer (dessen Vertrag Schultes Vorgänger Wolf Werner kurz vor seinem Ausscheiden um zwei Jahre verlängerte) und Videospezialist Philipp Grobelny – wenig für einen Klub mit den Ambitionen Fortunas.

"Es sind Geschäfts-Entscheidungen, die wir im Vorstand getroffen haben", erklärt dazu der Klubvorsitzende Dirk Kall. "Leicht gefallen sind sie uns sicher nicht, denn alle Betroffenen sind langjährig verdiente Mitarbeiter mit großem Fortuna-Herz. Im Zuge der Weiterentwicklung des Vereins, den wir professionell aufstellen wollen, bitten wir aber, die Entscheidungen zu respektieren."

Aus dem Aufsichtsrat verlautet, dass längst nicht jeder mit dieser Personalpolitik glücklich ist. Auch viele Anhänger fürchten, dass der vor nicht allzu langer Zeit noch als sehr volksnah gelobte Klub sein Herz und seine Seele verliert, wenn – wie in Ludenbergs Fall – 18 Jahre engagierte Mitarbeit im Verein und Verwurzelung in der Stadt nichts mehr zählen. Gemessen wird letztlich am Erfolg. Der Haken für die aktuelle Führung ist, dass der zur Stunde in der Tabelle ebenso ausbleibt wie bei der Trainersuche.

Quelle: RP
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