Fortuna Düsseldorf - News zu F95
| 07.36 Uhr

Fortuna Düsseldorf
Noch zu viele Baustellen für den Aufstieg

Fortuna Düsseldorf: Noch zu viele Baustellen für den Aufstieg
Fortuna sucht noch nach einem Backup für Rechtsverteidiger Julian Schauerte (li.). FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Das Ziel von Fortuna Düsseldorf für die Saison 2017/18 ist klar formuliert: Mindestens Platz sechs soll es in der 2. Bundesliga werden, man will am Aufstieg schnuppern. Dafür wurden bislang vier neue Spieler verpflichtet. Für einen Spitzenplatz sollte Fortuna aber noch nachlegen. Von Jan Dobrick

Es ist mutig, vom Aufstieg in die Bundesliga zu sprechen, wenn man gerade erst mit Mühe und Not den Absturz in die Drittklassigkeit vermieden hat. Doch Trainer Friedhelm Funkel tat es – und muss sich nun daran messen lassen: "Wenn es gelingt, die jungen Spieler zu halten, dazu vier oder fünf gute Leute dazuzuholen, dann kann auch unser Anspruch sein, nächstes Jahr aufzusteigen", sagte der Chefcoach unserer Redaktion Mitte Mai, während Vereinsboss Robert Schäfer von Platz sechs als Minimalziel sprach.

Seitdem ist einiges passiert. Die Innenverteidiger Kevin Akpoguma und Alexander Madlung haben den Klub verlassen. Mittelfeldmann Christian Gartner, der am 34. Spieltag das entscheidende 1:0 gegen Aue schoss, ist ebenfalls nicht mehr da. Für Flügelflitzer Arianit Ferati führte der Weg ins Erzgebirge, Ersatztorwart Lars Unnerstall schloss sich VVV Venlo an, was sicherlich zu verschmerzen ist.

Auf der Habenseite stehen etwa Angreifer Rouwen Hennings und Verteidiger André Hoffmann, die nicht wirklich neu sind. Hennings konnte nach einjähriger Leihe ablösefrei vom FC Burnley verpflichtet werden. Bei Hoffmann, aus Hannover geliehen, wurde die Kaufoption gezogen. Zudem kamen bislang Florian Neuhaus (Mittelfeld), Niko Gießelmann (Linksverteidiger), Davor Lovren (Flügelspieler) und Raphael Wolf (Ersatzkeeper).

Doch reicht das schon, um in der 2. Bundesliga ganz oben mitzuspielen? Nein, eher nicht. Eine Übersicht über die personellen Baustellen.

  • Angriff

Seit Freitag ist klar: Fortuna geht mit Rouwen Hennings als Mittelstürmer Nummer eins in die neue Saison. Der FC Burnley wollte ihn nicht mehr, in Düsseldorf kann man den 29-Jährigen gut gebrauchen. Hennings, der in der Saison 2016/17 neunmal traf, ist ein zuverlässiger Zweitliga-Stürmer, keine Frage. Aber ein Top-Team benötigt treffsichere Alternativen, falls Hennings eine Flaute hat – oder sich verletzt.

Und eine wirkliche Alternative gibt es im Kader nicht. Deshalb soll Havard Nielsen kommen. Eine Verpflichtung wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Doch der Norweger hat auch keine eingebaute Torgarantie. Weder für Red Bull Salzburg, noch für den SC Freiburg gelang ihm zuletzt ein Treffer. Und der talentierte Emmanuel Iyoha? Der braucht Zeit und Geduld. Seine Zweitliga-Bilanz 2016/17: 17 Spiele, kein Tor. Karlo Majic (19), der am Montag einen Profivertrag erhalten hat, wird vielleicht ab und an einen Kaderplatz bekommen, viel mehr ist wohl erst einmal nicht drin. Özkan Yildirim wäre in der Spitze auch eher eine Notlösung.

  • Flügel

Ihlas Bebou hat sich 2016/17 auf der rechten Angriffsseite festgespielt. Der togoische Nationalspieler war für das Tempo im Spiel zuständig, traf sechsmal selbst, dreimal allerdings per Elfmeter. Bebou ist also ein Startelf-Kandidat. Und wer noch? Vielleicht Jerome Kiesewetter – mit Abstrichen. Bei Davor Lovren weiß man nicht so genau, was man bekommt. Der Kroate ist gerade 18 Jahre alt.

Auf der linken Seite war Marlon Ritter bisher kein Faktor, Ferati ist wieder weg. Fortuna-Urgestein Axel Bellinghausen hat bei den Profis bis 2018 verlängert, soll aber auch in der U23 aushelfen. Zugang Niko Gießelmann muss erst beweisen, dass er für höhere Aufgaben bestimmt ist. Sollte Bebou noch wechseln, muss Fortuna ohnehin dringend nachlegen. Aber auch zusätzlich zu dem 23-Jährigen würde ein torgefährlicher Außen der Mannschaft sicher helfen.

  • Innenverteidigung

In Düsseldorf sollen die Voraussetzungen für die Bundesliga-Rückkehr geschaffen werden. In der Abwehrzentrale müssen die Rot-Weißen allerdings den Abgang ihres besten Verteidigers verkraften: Akpoguma will sich bei der TSG 1899 Hoffenheim in der Bundesliga durchsetzen und spielt mittlerweile im Kraichgau. Routinier Madlung hat keinen neuen Vertrag bekommen. Bleiben Hoffmann, Kaan Ayhan, Robin Bormuth und Gökhan Gül.

Bormuth und Gül sind hochveranlagt, aber in ihrer Entwicklung natürlich längst nicht fertig. Hoffmann ist verletzungsanfällig, Ayhan war 2016/17 meist weiter vorne zu finden. Fortuna plant wohl keine Verstärkung mehr für die Abwehrzentrale, täte aber gut daran, das noch einmal zu überdenken.

  • Außenverteidigung

Lukas Schmitz hat auf der linken Abwehrseite Konkurrenz bekommen. Gießelmann kam von der SpVgg Greuther Fürth an den Rhein. Was fehlt, ist ein Backup für Rechtsverteidiger und Vielspieler Julian Schauerte. Anderson Lucoqui ist davon noch ein paar Schritte entfernt. Kiesewetter, von Funkel schon rechts hinten ausprobiert, ist eher für die Position weiter vorne geeignet.

Fortuna kann noch bis zum 31. August einkaufen. Für den Aufstieg braucht es definitiv mehr als einen Stürmer.

 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Fortuna Düsseldorf: Noch zu viele Baustellen für den Aufstieg


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.