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Fortuna Düsseldorf
Özkan Yildirim endlich ohne Krücken

Das ist Özkan Yildirim
Das ist Özkan Yildirim FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortunas Mittelfeldspieler blickt nach seiner schweren Knieverletzung aus dem Sandhausen-Spiel nur noch nach vorn. Von Bernd Jolitz

Es ist ein ganz besonderer Tag für Özkan Yildirim. Sicher, auf dem Trainingsgelände der Fortuna hat sich der Mittelfeldspieler in den vergangenen Wochen häufiger mal blicken lassen, im Mannschaftsquartier, im Kraftraum, auf der Geschäftsstelle. Aber diesmal kommt er ohne Krücken - zum ersten Mal seit dem 6. August, der unseligen Nachspielzeit in der Zweitligapartie beim SV Sandhausen. "Ich fühle mich gut", sagt der 23-Jährige. "Das Bein tut nicht mehr weh, und ich bin froh, dass ich ab jetzt im Kraftraum noch härter arbeiten kann."

Rückblende. Sandhausen, Hardtwaldstadion, zweite Minute der Nachspielzeit. Kurz zuvor ist Fortunas verzweifelter Ansturm mit dem 2:2 belohnt worden, durch ein Eigentor des Sandhäusers Daniel Gordon. Doch nun hat Gordon einen noch schlimmeren Moment: Er erwischt Yildirim, der an der Strafraumgrenze gerade zum Schuss ausholt, mit einem Tritt am Standbein. Der Düsseldorfer schreit vor Schmerzen, Gordon hört sofort auf zu spielen, alle schauen entsetzt zu. Yildirim wird vom Platz getragen, erfährt tags darauf die Diagnose. Meniskusriss und Teilriss des Außenbandes im rechten Knie, dazu eine Stressfraktur im Oberschenkel.

"Am Tag danach habe ich gar nicht gedacht, dass es so schlimm ist", erzählt der früher Bremer, "Deshalb bin ich auch ohne Krücken in die Praxis unseres Mannschaftsarztes Ulf Blecker gegangen. Da hat er mich erst mal zusammengestaucht und mir erklärt, dass ich das Bein sehr schonen muss."

Und das tat "Özi", wie ihn seine Mitspieler nennen, dann auch. "Durch die Krücken habe ich das Knie merklich entlastet, und wie die Kernspin-Bilder seitdem zeigen, hat das gute Fortschritte gebracht." Einen Zeitplan, wann er wieder richtig mit dem Ball trainieren will, hat er dennoch nicht gemacht. "Ich setze mich nicht unter Druck. In ein, zwei Wochen werden neue Bilder gemacht, dann wissen wir alle mehr. Aber mein Ziel ist schon, in diesem Jahr noch für Fortuna zu spielen." Es gehe ihm emotional gut, versichert der Real-Madrid-Fan. "Vor allem, weil die Fortuna-Familie derart zu mir steht", betont er. "Die Mannschaft sowieso, aber auch die Fans. Ich bin total begeistert und ein bisschen gerührt, wie viel Zuspruch ich von ihnen bekommen habe."

Sein Spiel werde er nicht ändern, obwohl diese Verletzung nicht die erste gravierende ist, die er in seiner jungen Profikarriere hinnehmen musste. "Es ist klar, dass man als Offensivspieler, der gern den Ball nach vorn treibt, häufiger mal gefoult wird", sagt Yildirim. "Aber das ist nun mal die Art, wie ich der Mannschaft am besten helfen kann."

Wichtig sei, dass nicht sein Körper schuld sei, dass es keine besondere Anfälligkeit gebe. "Die Tritte, die ich abbekommen habe, hält kein Körper aus", erklärt er. So sei auch Gordons Aktion ein klares Foul gewesen, auch wenn das auf Fernsehbildern nicht eindeutig zu sehen ist. Deshalb hätte Yildirim sich auch über eine Entschuldigung Gordons gefreut - die sei jedoch bis heute ausgeblieben. "Ich bin aber nicht nachtragend", versichert er, "ich bin ein Kämpfer, ich schaue nur nach vorn." Und bis zu seinem Comeback will er sich weiter an so starken Leistungen erfreuen, wie sie Fortuna bislang zeigte. "Es ist immer leichter, in eine funktionierende Mannschaft zu kommen."

Quelle: RP
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