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Fortuna Düsseldorf
Jäger über Leipzig: "Jeder hat das gleiche Recht aufzusteigen"

Das ist Paul Jäger
Das ist Paul Jäger FOTO: rpo, Falk Janning
Düsseldorf. RB Leipzig ist bei den deutschen Fußballfans unbeliebter als jeder andere Verein. Die Anhänger von Fortuna Düsseldorf bilden da keine Ausnahme. Finanzvorstand Paul Jäger verteidigt nun die Ziele des Vereins.

In der neuen Ausgabe des "Fupa"-Magazins "Nachspielzeit" schreibt der Fortuna-Verantwortliche, der nach dem Aus von Vorstandschef Dirk Kall dessen Aufgaben kommissarisch übernimmt, einen Gastbeitrag. "Ich fühle mich wohl im bezahlten Fußball. Es gibt gewisse Dinge, die können wir nicht verhindern, RB Leipzig zum Beispiel. Aber da muss man auch mal festhalten: Jeder hat das gleiche Recht aufzusteigen, wenn er es irgendwie schafft", so Jäger: "Die Leipziger freuen sich, dass der Profifußball in ihre Stadt gekommen ist. Da ist es schon ziemlich borniert von uns zu sagen: Das ist kein richtiger Fußball."

Damit spielt der Fortuna-Vorstand auf die andauernde Kritik der Fußballfans an. Leipzig wird auch abwertend der "Brauseklub" genannt – in Anlehnung an Mitgründer und Hauptsponsor "Red Bull".

Beim bisher letzten Aufeinandertreffen der beiden Vereine in der Esprit-Arena kam es deswegen sogar zu einem Wortgefecht zwischen den damaligen Cheftrainern. "Ich haben einen sehr engangierten Fußball von einer Traditionsmannschaft gesehen, die alles in die Waagschale geworfen hat", hatte Fortuna-Coach Oliver Reck nach der Partie auf der Pressekonferenz gesagt. Die Anspielung mit der (1895 gegründeten) Traditionsmannschaft ließ wiederum Alexander Zorniger nicht auf sich sitzen. "Leidenschaftlichen Fußball spielen nicht nur Traditionsmannschaften", konterte der Trainer der Leipziger. Daraufhin entgegnete Reck, dass Fortuna nun einmal ein Traditionsverein sei. "Ich arbeite lieber bei einem Traditionsverein und lasse mir diesen Satz nicht verbieten", sagte er.

Bei dem Rückspiel 2015 initiierten die Fortuna-Fans eine Protestaktion gegen den Klub. Unter dem Motto "Fußball auf der längsten Theke der Welt!" hatten diverse Gaststätten am Spieltag selber kein Red Bull ausgeschenkt. Die meisten Fortuna-Fans hatten die Reise nach Sachsen zudem boykottiert.

Jüngst hatte auch der FC St. Pauli mit einer Aktion für Aufregung gesorgt: Auf ihrer Homepage haben die Kiezkicker das Logo und den Namenszusatz des kommenden Gegners entfernt. "Wir behalten uns das Recht vor, in unseren eigenen Publikationen unsere Sicht der Dinge kundzutun – egal ob Kritik oder Lob", sagte ein Vereinssprecher der "Bild". "Wobei wir natürlich Wert darauf legen, dass niemand verunglimpft wird."

(cfk)
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