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Fortuna Düsseldorf
Hermann nimmt Spieler in die Pflicht

Bilder: Peter Hermann und Rachid Azzouzi bei der Pressekonferenz
Bilder: Peter Hermann und Rachid Azzouzi bei der Pressekonferenz FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortunas Interimstrainer sagt vor dem Spiel in Frankfurt: "Es ist höchste Zeit, dass die Mannschaft ihr Potential zeigt." Von Bernd Jolitz

Peter Hermann lässt keine Zweifel daran, wie er seine Zukunft sieht. "Ich werde bald 64", sagt Fortunas Interimstrainer ein wenig übertreibend, da dieser Ehrentag erst am 22. März ansteht, "da fange ich nicht mehr damit an, irgendwo Cheftrainer sein zu wollen." Aktuell muss er es mal wieder sein, zum vierten Mal nach seinen Aushilfstätigkeiten bei Bayer Leverkusen in den Jahren 1991, 1995 und 1996. Seit der Beurlaubung seines Chefs Frank Kramer am Montag muss er den Job erledigen - weil er das Pflichtbewusstsein in Person ist.

Fotos: Hermann setzt im Training auf verschiedene Spielformen FOTO: Falk Janning

"Das ist keine einfache Situation für mich", stellt Hermann klar. "Frank hat hier keine One-Man-Show gegeben, wir waren ein Team. Wir haben die Entscheidungen gemeinsam getroffen, aber er musste gehen. Das tut einem richtig leid." Der Mannschaft gehe das ganz ähnlich, versichert der Übergangs-Chef. "Am Montag war die Stimmung bei uns schon sehr gedrückt. Aber Training ist die beste Ablenkung, und so haben wir uns konzentriert auf das Spiel beim FSV Frankfurt vorbereitet."

Und es ist eine extrem wichtige Partie, die da morgen (13.30 Uhr) am Bornheimer Hang ansteht. "Als Fortuna zuletzt die Trainer wechselte, stand sie zwischen Gut und Böse", erinnert sich Hermann, "jetzt ist die Situation böse. Wir brauchen die Punkte dringend. Ich erwarte von den Spielern, dass sie die Ärmel hochkrempeln, bis es nicht mehr geht." Nach der Beurlaubung eines Trainers sei eine Mannschaft richtig gefragt, so sei das eben im Fußball. Der 63-Jährige hat schon viel zu viel erlebt, unter anderem mit Jupp Heynckes und den Bayern im Jahr 2013 das Triple aus Champions League, Meisterschaft und DFB-Pokal gewonnen, als dass er die Profis aus dieser Pflicht entlassen würde. "Die Mannschaft hat das Potential für mehr als die 13 Punkte, die sie bislang eingefahren hat", versichert Hermann. "Nur ist es jetzt höchste Zeit, das auch zu zeigen. Schon am Sonntag."

Woran es liegt, dass Fortuna so schlecht in die Saison gekommen ist - das weiß auch der Interimstrainer nicht. "Viele unserer Spieler haben schon alles erlebt", sagt er. "Aber manchmal schlittert man einfach rein ins Tief. Man braucht Ergebnisse, schon in der Vorbereitung. Und wenn man die nicht holt, dann wird es irgendwann immer weniger." Wichtig ist ihm, dass die oft gescholtene Abwehr nicht das Problem Fortunas sei. "Wir haben 20 Gegentreffer bekommen, das ist völlig normal. Mit Ausnahme des 0:4 auf St. Pauli hat die Defensive das ordentlich gemacht", betont Hermann. "Frappierend ist, wie wenig Tore wir schießen. Zwölf sind deutlich zu wenig in 15 Ligaspielen."

Die Bilanz von Peter Hermann als Interims-Cheftrainer

Dennoch bedrückt ihn besonders das Fehlen eines eher defensiven Spielers. "Marcel Sobottka ist zwar einer der jüngsten Profis, aber der einzige, der ein bisschen stabil war", sagt der Coach über den 21-Jährigen, der wegen eines Meniskusrisses operiert wurde und bis zur Winterpause ausfällt. Zumindest auf seiner Position muss Hermann etwas ändern - wahrscheinlich Routinier Oliver Fink bringen. Aber man darf davon ausgehen, dass es nicht bei dieser einen Änderung bleibt.

Quelle: RP
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