| 16.51 Uhr

Fortunas Coach Peter Hermann
"Ok, letztes Spiel"

Fortunas Trainer seit 1950
Fortunas Trainer seit 1950
Düsseldorf. Fortuna Düsseldorf muss am Montagabend beim angeschlagenen SC Paderborn ran, Peter Hermann, Interimscoach wider Willen, freut sich derweil auf den verdienten Urlaub. Vorher erwartet er aber einen harten Kampf. Von Christoffer Kleindienst

Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis die Fortuna endlich einen neuen Trainer vorstellt. Zwar hält sich Sportdirektor Rachid Azzouzi bekanntlich bedeckt: "Ich halte das total offen. Ich bin immer gesprächsbereit, aber wenn wir was verkünden können, dann machen wir es." Dennoch kann man davon ausgehen, dass in den kommenden Wochen ein neuer Chefcoach bei den Düsseldorfern auflaufen wird. Es bleibt ihnen gar nicht anderes übrig. Interimstrainer Hermann will einfach nicht mehr.

Wer sich erhofft hatte, dass er dank seiner recht erfolgreichen Phase als Übergangslösung Blut geleckt hat, wird enttäuscht. "Ok, letztes Spiel", beginnt er mit schwerer Stimme die Pressekonferenz am Sonntagnachmittag. "Es ist ein wichtiges Spiel. Auch für Paderborn, bei dem es viele Turbulenzen gab. Dessen sind wir uns bewusst. Wir hatten eine gute Trainingswoche. Wir haben gut gearbeitet und viele Pressingformen eingeübt. Wir haben ordentlich in den vergangenen Wochen gespielt und ich bin optimistisch", fügt er dann noch an und man merkt, dass er froh sein wird, wenn er solche Termine als etatmäßiger Co-Trainer nicht mehr wahrnehmen muss.

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Das weiß natürlich auch Azzouzi, der zum wiederholten Mal Hermann für sein Einspringen dankte: "Ich möchte nochmal in aller Deutlichkeit Peter danken, dass er das macht." Der Coach selber gibt derweil ganz offen zu, dass die vergangenen Monate eine Menge seiner Energie gefressen haben. Ob er sich darauf freut, wieder seinen alten Job übernehmen zu können? "Ich bin erstmal froh, dass ich nach dem Spiel Urlaub habe – um ehrlich zu sein. Wir wollen das Spiel morgen gut über die Bühne bringen."

Dabei muss er allerdings auf einige Leistungsträger verzichten: Julian Koch ist aufgrund seiner fünften Gelben Karte gesperrt, Mathis Bolly plagt erneut eine Oberschenkelblessur – er wird definitiv ausfallen. Zudem verletzte sich Sercan Sararer beim Abschlusstraining in Düsseldorf am Sonntag, sein Einsatz ist fraglich. 

Fotos: Fortuna trainiert vor Paderborn-Spiel im Stadion FOTO: Falk Janning

Ausgerechnet zwei Offensivakteure könnten Hermann damit also fehlen. Die Fortuna zeigte in den vergangenen Wochen ordentliche, teils sogar gute Defensivleistungen, in der Offensive hakt es aber ordentlich. Das Dilemma will der Coach aber nicht den Stürmern alleine zuschreiben: "Es ist nicht nur die Sache des Stürmers. Wir müssen mehr Chancen herausspielen. Joel hatte gegen Union Berlin eine 100-Prozentige. Aber unser Ziel muss es sein, dass wir fünf solcher Möglichkeiten haben. Dann macht er einen Treffer."

Mit wie vielen Angeifern die Düsseldorfer beim SC Paderborn letztlich auflaufen werden, ist aber noch offen. "Wir müssen mal schauen, wie wir spielen: Sercan ist jetzt fraglich. Dass Kerem (Demirbay, Anm. d. Red.) ausfällt, ist natürlich auch schwierig für uns. Das muss man auch ganz klar sagen. Mit zwei Stürmern könnten wir spielen – warum sollte das nicht gehen?" Hermann lässt sich nicht in die Karten schauen – selbst von seinem Freund Stefan Effenberg nicht. Der Paderborn-Trainer hat angekündigt, sich telefonisch bei Hermann zu erkundigen. "Vielleicht macht er das noch heute Abend", sagt der 63-Jährige schmunzelnd und man hat kurz das Gefühl, dass ihm die Pressekonferenz doch ein bisschen Spaß macht.

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